6. Fazit und Ausblick 71
Entwässerung des Hinterlands, etc.) haben, und bereits bestehende wie im Entstehungsprozess befind-
liche Schutzmaßnahmen mit in Betracht gezogen werden müssen. Ebenso müssen Effekte lokaler
Landhebungs- und Landsenkungsprozesse, Bodenart oder Versiegelung berücksichtigt werden.
? Vielfach lassen sich aus bereits abgeschlossenen oder laufenden Projekten (z. B. KLEVER, AG
Niederungen 2050, EXTREMENESS) hilfreiche Informationen ziehen. Demzufolge sind eine wei-
tere Vernetzung bzw. der Ausbau bestehender Vernetzungen unabdinglich. Auch bietet sich die
Möglichkeit, eigene Ergebnisse nutzbar zu machen (siehe auch die folgenden Kapitel).
6.2 Offene Forschungsfragen
Einige Themen konnten im Rahmen der Phase I des Expertennetzwerks nicht in vollem Umfang untersucht
und beantwortet werden. Dazu gehören:
Naturwissenschaftliche Themen
? Der Meeresspiegelanstieg wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle für Planungsprozesse spielen,
dementsprechend müssen Untersuchungen zur Anpassung an einen erhöhten Außenwasserstand
weiterentwickelt werden.
? Das Zusammenspiel von Außenwasserstand und Binnenentwässerung ist für die Deutschen Küs-
tengebiete bedeutend, sowie der Einfluss des Niederschlags auf den binnenseitigen Zufluss. Dies
sollte möglichst flächendeckend betrachtet werden.
? Die Forschung zum Einfluss der vorherrschenden Großwetterlage auf Extremereignisse sollte fort-
gesetzt werden.
? Für Extreme in Wind und Niederschlag liefern die Modelle bisher unzureichende Ergebnisse. Neue
Modellgenerationen liegen ab 2020 vor und werden auf ihre Qualität überprüft.
Verkehrswirtschaftliche Themen
? Die Hinterlandanbindung konnte bisher nicht in ausführlicher Weise eingebracht werden. Ergeb-
nisse aus anderen Projekten (z. B. KLEVER, EXTREMENESS) und Untersuchungen (z. B. Buthe
et al. 2015, Hänsel et al. 2020b, Rauthe et al. 2020) sowie ersten Analysen am NOK mit Hilfe von
AIS-Daten (siehe Kapitel 3.2, Cox et al. 2019) zeigen aber Ansatzpunkte auf, die in Phase II wei-
terverfolgt werden sollen. Dies soll im Rahmen einer Stresstestfallstudie in Zusammenarbeit mit
Themenfeld 6, der WSV und einer Fremdvergabe geschehen (siehe auch Kapitel 6.3).
6.3 Schwerpunkte der nächsten Bearbeitungsphase
Die Schwerpunkte der nächsten Bearbeitungsphase liegen zum einen in der Beantwortung bzw. tiefgreifen-
deren Untersuchung der offenen Forschungsfragen aus Phase I. Ferner sollen zusätzlich Schwerpunkte in
die Untersuchungen aufgenommen werden, die nicht nur technische und methodische Fragen zum Umgang
mit Klimaprojektionen beinhalten, sondern auch verstärkt den Fokus auf Anpassungsmaßnahmen legen.
Die dabei erzielten Ergebnisse sollen dann wieder in die Forschungsschwerpunkte zurückgespiegelt werden,
um den Bedürfnissen der Anwender gerecht zu werden.
Vergabe eines Projekts zur Hinterlandanbindung
Im Rahmen einer Vergabe soll ein stärkerer Fokus auf die wirtschaftlichen Konsequenzen von Verkehrs-
unterbrechungen gelegt werden. Geplant ist eine Stresstestfallstudie zu Auswirkungen von Extremwetter-
ereignissen und Meeresspiegelanstieg auf den Seeverkehr und die Hinterlandanbindung von Seehäfen. Der
Beginn des Projekts ist für das 2. Halbjahr 2020 vorgesehen. Als einer der wichtigen Bausteine im neuen
Scherpunktthema 103 „Beeinflussung von Verkehrsströmen“ (Abbildung 6-1) wird dieses Projekt von
WS24 unterstützt.