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Full text: Klimaänderungen und Klimafolgebetrachtungen für das Bundesverkehrssystem im Küstenbereich

5. Ergebnisse 69 Die Sturmflutserie, die gleichzeitig als Lange Flut auch das zweithöchste Ereignis mit einem maximalen Was- serstand von NHN +4,66 m enthält, wurde aus einer der Klimaprojektionen basierend auf dem Szenario A1B (November 2030) herausgefiltert. Die Wasserstände beider Projektionen wurden mit dem hydrodyna- mischen Modell TRIM-NP simuliert (vgl. Gaslikova et al. 2015). Der höchste beobachtete Wasserstand bei Borkum von NHN +4,06 m (LLUR–SH 2013) trat während einer Sturmflut im März 1906 auf. Die zweit- und dritthöchsten Wasserstände von NHN +3,83 m und NHN +3,80 m wurden während der Sturmfluten 2006 (Tief Britta) und 2013 (Tief Xaver) gemessen (LLUR– SH 2013). Die Hohe Flut mit einem maximalen Wasserstand von NHN +4,73 m und die Lange Flut mit NHN +4,66 m übertreffen das beobachtete Hochwasser von 1906 um ca. 60-65 cm. Somit sind die beiden ausgewählten simulierten Ereignisse auch ohne weitere Verstärkung deutlich extremer als bisher beobach- tete Ereignisse. Abbildung 5-37: Zeitreihen des Wasserstands für die ausgewählten Ereignisse Hohe Flut (oben) und Lange Flut/Sturmflutserie (unten) aus den Originalmodelldatensätzen für Borkum (schwarz) und Elbemündung (grün) zusammen mit einer Zeitreihe des effektiven Winds für Borkum (schwarz gestrichelt), aus Rudolph et al. (submitted). Die Simulation möglicher Auswirkungen dieser Ereignisse und die Diskussion von möglichen Hand- lungsoptionen zeigten, dass der Küstenschutz in Ostfriesland gegenwärtig gut aufgestellt ist, aber Bedarf an weiteren Untersuchungen zum Auftreten und möglichen Auswirkungen kaskadierender Effekte besteht (Rudolph et al. submitted). EXTREMENESS hat damit wesentliche Beiträge zur Diskussion über Anpas- sung, Formen und Notwendigkeiten eines zukünftigen Küstenschutzes geliefert, die unter anderem auch Eingang in die aktuelle Katastrophenschutzübung der Stadt Emden fanden (Schaper et al. submitted). Wei- tere Ergebnisse und Analysen finden sich im Schlussbericht des Schwerpunkts Hochwassergefahren (Rauthe et al. 2020).
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