accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

56 
genau parallel mit der horizontalen Sehne der Linse zu stehen kommt. Auf 
die Construction des Brenners muss ebenfalls grosse Sorgfalt verwendet werden. 
Bei einer auf diese Weise hergestellten Lampe dürfte weder eine Explosion 
noch ein Ausgehen der Lampe bei Erschütterungen so leicht zu befürchten sein. 
6. Reflectoren. In Bezug auf diese haben die Beobachtungen ergeben, dass 
die flachen Reflectoren ein schwächeres Licht verursachen und Reflectoren ange: 
wandt werden müssen, deren Flächen Kugelsegmente bilden, dabei ist zu beachten, 
dass die horizontale sowohl, als verticale Krümmung ihren Mittelpunkt in oder 
nahe bei der Flamme habe, mit anderen Worten, dass der Mittelpunkt der 
Kugeloberfläche, von welcher der Reflecetor ein Theil ist, mit der Mitte der 
Flamme zusammenfallen muss. Ferner muss der Reflector so beschaffen sein, 
dass auch noch nach den äussersten Rändern der Linse nicht allein die directen, 
sondern auch die reflectirten Strahlen geworfen werden. Der Reflector muss 
aus Neusilber oder aus versilbertem Kupfer bestehen, Einfache Reflectoren 
aus Weissblech genügen nicht, da deren Fläche nicht glatt genug hergestellt 
werden kann. In Bezug auf Meyers Lampe mit 2 Brennern und 2 Refleetoren 
haben die Versuche ergeben, dass dieselbe allerdings eine grössere Leuchtkraft 
bei nicht stärkerem Materialverbrauch besitzt; jedoch gilt dies nur für kleinere 
Entfernungen; bei grösseren verschwand der Unterschied mehr und mehr. 
Es verdient indess als ein Vorzug dieser Construction hervorgehoben zu 
werden, dass das Licht in Folge des doppelten Reflectors auf allen Strichen 
bis zu 10 Strich ungeschwächt bleibt, während bei allen andern Laternen an 
der Grenze des Leuchtwinkels eine Abnahme des Lichts constatirt wurde. 
Auch ist das Flackern des Lichtes (Flamme) in Folge der zwei kleineren 
Brenner bedeutend geringer, Diesen Vortheilen steht nur der eine geringe 
Nachtheil einer etwas complicirteren Form und umständlicheren Reinigung 
gegenüber, und da die einfache Lampe von der oben vorgeschlagenen Construc- 
tion, mit dem stark gerundeten Reflector, vollkommen genügt, so glaubt die 
Commission diese letztere zur allgemeinen Kinführung empfehlen, dagegen 
das Prineip der Meyer’schen Lampe für grössere Dampfer vorschlagen zu sollen. 
Bezüglich der Seitenlaternen erlaubt sich die Commission schliesslich noch 
die obligatorische Einführung einer Ersatzlaterne (relieving lamp), wie solche 
vielfach bei englischen Schiffen gebraucht wird, in Vorschlag zu bringen. 
Die Linse dieser Lampe besteht aus zwei farbigen Stücken — roth und grün — 
and einem farblosen Stücke. Es können vermittelst eines Schiebers, ähnlich 
wie bei einer Diebslaterne, zwei Theile bedeckt und nur der eine Theil, der 
gebraucht werden soll, gezeigt werden. Bei den Schiffen, die nur einen Satz 
Seitenlaternen haben, gewiss 90% o, wird diese Lampe stets in Bereitschaft ge- 
halten, um sofort eingestellt zu werden, wenn eine der Seitenlaternen zum Rei- 
nigen eingenommen wird, welche Prozedur oft 5 bis 10 Minuten in Anspruch 
nimmt, eine viel zu lange Zeit ohne Ersatz in Gewässern, die von vielen Schiffen 
befahren werden. 
II. Topplaternen. 
Für die Topplaternen gilt im Wesentlichen dasselbe, wie für die Seiten- 
laternen. Eine einfache Petroleumlampe, wie Laterne W. R. No. 3 hinter einer 
Fresnel’schen Linse, zeigt das Licht auf reichlich 5 Seem., wie ausser den Beob- 
achtungen in Glückstadt auch noch die photometrischen Messungen zur Evidenz 
zeigten. Denn wenn eine grün gefärbte Linse die Helligkeit auf ein Neuntel 
der früheren vermindert und auf reichlich 2 Seem, zu sehen ist, so müsste 
eine farblose Linse das Licht mindestens auf die dreifache Entfernung, also 
auf 6 Seem. sichtbar machen. 
Nach den Beobachtungen vom 7. December schien die Topplaterne W. R. 
No. 1 auf 5 Seem. ausserordentlich hell, und würde dieselbe vollständig ge- 
nügt haben, wenn die Lampe weiter vorgestanden hätte, so dass der Leuchtwinkel 
grösser gewesen wäre. Auch hier gilt der Satz, dass der berechnete Leucht- 
winkel mindestens 12 Strich nach jeder Seite betragen muss, wenn die Laterne 
ihr Licht 10 Strich nach jeder Seite werfen soll, welches um so mehr nothwendig 
ist, als der Reflector nicht soweit gekrümmt werden kann, um noch auf die 
letzteren Striche Strahlen reflectiren zu können. Die geprüften Laternen zeigten 
sich. in dieser Beziehung ungenügend,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.