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genau parallel mit der horizontalen Sehne der Linse zu stehen kommt. Auf
die Construction des Brenners muss ebenfalls grosse Sorgfalt verwendet werden.
Bei einer auf diese Weise hergestellten Lampe dürfte weder eine Explosion
noch ein Ausgehen der Lampe bei Erschütterungen so leicht zu befürchten sein.
6. Reflectoren. In Bezug auf diese haben die Beobachtungen ergeben, dass
die flachen Reflectoren ein schwächeres Licht verursachen und Reflectoren ange:
wandt werden müssen, deren Flächen Kugelsegmente bilden, dabei ist zu beachten,
dass die horizontale sowohl, als verticale Krümmung ihren Mittelpunkt in oder
nahe bei der Flamme habe, mit anderen Worten, dass der Mittelpunkt der
Kugeloberfläche, von welcher der Reflecetor ein Theil ist, mit der Mitte der
Flamme zusammenfallen muss. Ferner muss der Reflector so beschaffen sein,
dass auch noch nach den äussersten Rändern der Linse nicht allein die directen,
sondern auch die reflectirten Strahlen geworfen werden. Der Reflector muss
aus Neusilber oder aus versilbertem Kupfer bestehen, Einfache Reflectoren
aus Weissblech genügen nicht, da deren Fläche nicht glatt genug hergestellt
werden kann. In Bezug auf Meyers Lampe mit 2 Brennern und 2 Refleetoren
haben die Versuche ergeben, dass dieselbe allerdings eine grössere Leuchtkraft
bei nicht stärkerem Materialverbrauch besitzt; jedoch gilt dies nur für kleinere
Entfernungen; bei grösseren verschwand der Unterschied mehr und mehr.
Es verdient indess als ein Vorzug dieser Construction hervorgehoben zu
werden, dass das Licht in Folge des doppelten Reflectors auf allen Strichen
bis zu 10 Strich ungeschwächt bleibt, während bei allen andern Laternen an
der Grenze des Leuchtwinkels eine Abnahme des Lichts constatirt wurde.
Auch ist das Flackern des Lichtes (Flamme) in Folge der zwei kleineren
Brenner bedeutend geringer, Diesen Vortheilen steht nur der eine geringe
Nachtheil einer etwas complicirteren Form und umständlicheren Reinigung
gegenüber, und da die einfache Lampe von der oben vorgeschlagenen Construc-
tion, mit dem stark gerundeten Reflector, vollkommen genügt, so glaubt die
Commission diese letztere zur allgemeinen Kinführung empfehlen, dagegen
das Prineip der Meyer’schen Lampe für grössere Dampfer vorschlagen zu sollen.
Bezüglich der Seitenlaternen erlaubt sich die Commission schliesslich noch
die obligatorische Einführung einer Ersatzlaterne (relieving lamp), wie solche
vielfach bei englischen Schiffen gebraucht wird, in Vorschlag zu bringen.
Die Linse dieser Lampe besteht aus zwei farbigen Stücken — roth und grün —
and einem farblosen Stücke. Es können vermittelst eines Schiebers, ähnlich
wie bei einer Diebslaterne, zwei Theile bedeckt und nur der eine Theil, der
gebraucht werden soll, gezeigt werden. Bei den Schiffen, die nur einen Satz
Seitenlaternen haben, gewiss 90% o, wird diese Lampe stets in Bereitschaft ge-
halten, um sofort eingestellt zu werden, wenn eine der Seitenlaternen zum Rei-
nigen eingenommen wird, welche Prozedur oft 5 bis 10 Minuten in Anspruch
nimmt, eine viel zu lange Zeit ohne Ersatz in Gewässern, die von vielen Schiffen
befahren werden.
II. Topplaternen.
Für die Topplaternen gilt im Wesentlichen dasselbe, wie für die Seiten-
laternen. Eine einfache Petroleumlampe, wie Laterne W. R. No. 3 hinter einer
Fresnel’schen Linse, zeigt das Licht auf reichlich 5 Seem., wie ausser den Beob-
achtungen in Glückstadt auch noch die photometrischen Messungen zur Evidenz
zeigten. Denn wenn eine grün gefärbte Linse die Helligkeit auf ein Neuntel
der früheren vermindert und auf reichlich 2 Seem, zu sehen ist, so müsste
eine farblose Linse das Licht mindestens auf die dreifache Entfernung, also
auf 6 Seem. sichtbar machen.
Nach den Beobachtungen vom 7. December schien die Topplaterne W. R.
No. 1 auf 5 Seem. ausserordentlich hell, und würde dieselbe vollständig ge-
nügt haben, wenn die Lampe weiter vorgestanden hätte, so dass der Leuchtwinkel
grösser gewesen wäre. Auch hier gilt der Satz, dass der berechnete Leucht-
winkel mindestens 12 Strich nach jeder Seite betragen muss, wenn die Laterne
ihr Licht 10 Strich nach jeder Seite werfen soll, welches um so mehr nothwendig
ist, als der Reflector nicht soweit gekrümmt werden kann, um noch auf die
letzteren Striche Strahlen reflectiren zu können. Die geprüften Laternen zeigten
sich. in dieser Beziehung ungenügend,