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Full text: Klimaänderungen und Klimafolgebetrachtungen für das Bundesverkehrssystem im Küstenbereich

60 Schlussbericht des SP-108 Fokusgebiete Küsten, BMVI-Expertennetzwerk (2016–2019) Der „Prädiktorenansatz“ (Abbildung 4-3) wurde als Erstes in der Gegenwart getestet. Erste Ergebnisse aus Untersuchungen in Schleswig-Holstein (Schade 2017) hatten bereits gezeigt, dass die beiden Indizes, hier bestimmt aus den REGNIE Niederschlagsdaten des DWD (Rauthe et al. 2013), regionale Hochwasserer- eignisse beschreiben können. Da das Einzugsgebiet des NOK nur zu ca. 40 % durch Pegel überwacht ist, sind die Zuflusswerte der BfG die einzig nutzbaren Referenzdaten, um Vergleiche mit den Niederschlagsin- dizes anzustellen. Hier ergaben sich für die Gegenwart die besten Übereinstimmungen zwischen Zufluss in den NOK aus dem LARSIM Modell der BfG und dem Vorfeuchteindex API im hydrologischen Winter (Abbildung 5-29, links). Dabei werden einige der beobachteten angespannten Situationen durch den API nahezu perfekt abgebildet, wie z. B. ein Ereignis Anfang des Jahres 2012 (Abbildung 5-29, rechts). Der Ereignisniederschlag spielt eine untergeordnete Rolle, nur im hydrologischen Sommer, wenn der Boden ausgetrocknet ist und das Wasser nicht versickern kann, kann es zu erhöhten Zuflüssen in den NOK kom- men. Derartige Ereignisse spielen für die Entwässerung des NOK aber kaum eine Rolle, da der Außenwas- serstand dann im Normalfall eine Entwässerung erlaubt (Im Zeitraum von 1979–2012 wurden nur drei derartige Ereignisse gefunden). Abbildung 5-29: Vorfeuchteindex API in mm im Einzugsgebiet des NOK im Vergleich zu den Zuflussdaten aus dem LARSIM Modell der BfG in m?/s für das hydrologische Sommer- bzw. Winterhalbjahr im Zeit- raum von 1961–2014 (links), sowie beispielhaft dargestellt für den Januar 2012 (rechts). Abbildung 5-30 zeigt nun die Ergebnisse des Vorfeuchteindex im Weiter-wie-bisher-Szenario für die gekoppel- ten Läufe des MPI-OM/REMO Modells (Lauf 1-3) im Vergleich mit den gekoppelten NEMO/RCA4 Läu- fen mit insgesamt fünf verschiedenen Globalmodellantrieben. Deutlich zu erkennen ist, dass die am Rand durch das MPI ESM LR Modell angetriebenen Läufe einen sehr ähnlichen Verlauf haben (alle 3 MPI- OM/REMO Läufe und der RCA4/NEMO MPI ESM LR Lauf). Weiterhin fällt auf, dass 6 der 8 Modell- läufe trotz unterliegender großer dekadischer Variabilität und deutlichen Unterschieden in den Startwerten einen Anstieg von 3-4 mm bis zum Ende des Jahrhunderts prognostizieren. Derzeit noch laufende Unter- suchungen zum Klimaschutzszenario und dem moderaten Szenario zeigen kaum bis keine Veränderungen (nicht gezeigt). Des Weiteren wurden im Rahmen einer Analyse im Einzugsgebiet des NOK angespannte Entwässerungs- situationen untersucht, bei denen ein zusätzlich vorherrschender Windstau bzw. der Außenwasserstand in Brunsbüttel ein Entwässern des Kanals über mehrere Tidezyklen hinweg verhindert (Ganske et al. 2017). Dabei wurde deutlich, dass bei den beobachteten Situationen fast immer ein erhöhter Außenwasserstand bzw. anhaltender Windstau vorlag der verhinderte, dass das zugeführte Wasser aus dem Kanal gebracht werden konnte. Diese Ergebnisse decken sich mit den Untersuchungen der BfG (Kapitel 5.4.1).
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