5. Ergebnisse 59
? Mit steigender Pumpkapazität erhöht sich der Energieaufwand. Dieser hängt zusätzlich auch vom
Standort des Pumpwerkes (Brunsbüttel, Kiel-Holtenau) bzw. von der Anordnung der Pumprohre
(Hubhöhe) ab.
? Die Entscheidung für die Installation eines Pumpwerkes und dessen Kapazität sollte im Rahmen
einer Kosten-Nutzen-Abwägung getroffen werden (Kosten: Installation, Instandhaltung unter Be-
rücksichtigung von Nicht-Betriebszeiten, Nutzen: Reduktion wirtschaftlicher Einbußen durch Ka-
nalsperrungen).
Ausblick
Zukünftige Untersuchungen sollten den Fokus auf die Minimierung der detailliert in BfG (in Vorbereitung)
vorgestellten Unsicherheiten legen:
? Die Berücksichtigung physikalisch begründeter Zeitreihen des projizierten Meeresspiegelanstiegs
(im Gegensatz zur pauschalen Erhöhung der beobachteten Wasserstandsreihen).
? Die Berücksichtigung physikalisch gekoppelter Projektionen der Veränderungen von Meeresspiegel
und Binnenhydrologie.
? Die Verbesserung der Modellgüte bei der Zuflusssimulation zum NOK, d. h. die Verringerung be-
stehender Defizite bei der Abbildung von kurzzeitigen Hochwasserwellen (Scheitel und Wellenform).
? Weitere Konsolidierung simulierter Entwässerungsmengen des NOK durch Messungen.
? Hydraulische Untersuchungen zum Einfluss räumlich differenzierter Zuflussreihen zum NOK auf
die Kanalwasserstände im Vergleich zu kumulativen Zuflussreihen.
? Weitere Untersuchungen zum Einfluss der Zeitdiskretisierung in den Zuflussreihen zum NOK auf
die Kanalwasserstände (z. B. Unterschied Tages- und Stundenzeitschritt).
Darüber hinaus werden in der zweiten Projektphase neue Fragestellungen untersucht werden:
? Interaktion des Kanalwassers mit dem Grundwasser.
? Verhalten des Salzgehaltes im Kanal bei Änderung in Nord-und Ostsee und Vertiefung des Kanal-
bettes.
? Ökologische Beurteilung der Auswirkungen bei geänderter Wasserbewirtschaftung und Meeres-
spiegelanstieges.
5.4.2 NOK - Prädiktoransatz zur Bestimmung angespannter Entwässerungssituationen
Niederschlagsindizes
Ungünstige Situationen für die Entwässerung bei langanhaltenden, aber nicht extremen Niederschlägen
wurden aus atmosphärischer Sicht anhand der beiden Indizes nach Schröter et al. (2015) ausgewertet: (1)
Dem dreitägigen Ereignisniederschlag und (2) dem 30-tägigen Vorfeuchteindex API.
? Unter den gewählten Szenarienannahmen (Weiter-wie-bisher-Szenario oder high-end-Szenario) ist von
einer deutlichen Zunahme von bisher bereits auftretenden Grenzzuständen der Bewirtschaftung
des NOK auszugehen. Schon ein Meeresspiegelanstieg von 55 cm bis 2100 führt für das Weiter-
wie-bisher-Szenario zu einem Rückgang der potentiellen Entwässerungsleistung um über 40 %. Im
Falle des high-end-Szenarios könnte der Kanal zum Ende des Jahrhunderts fast nicht mehr im freien
Gefälle entwässert werden.
? Zudem ist mit häufigeren Wetterlagen aus Nordwest zu rechnen, die angespannte Entwässerungs-
situationen zur Folge haben könnten, da sie mit erhöhten Pegelständen wie auch erhöhten Nie-
derschlägen korrelieren.