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Eine Pumpenleistung von 100 m?/s würde eine beinahe uneingeschränkte Begrenzung der Kanalwasser-
stände auf maximal 5,40 m PNP erlauben. Der Einsatz von Pumpen käme in Realität jedoch nicht nur bei
Wasserständen über 5,40 m PNP zum Tragen, sondern auch bei niedrigeren Wasserständen, um damit Be-
triebssperrungen der Schleusen in Brunsbüttel durch Entwässerungen noch stärker zu reduzieren. Entspre-
chend den Berechnungsvarianten ohne Pumpeneinsatz hat auch bei Berücksichtigung verschieden dimen-
sionierter Pumpwerke die Änderung des Zuflusses zum NOK (unter den hier angenommenen Annahmen)
einen geringeren Einfluss auf kritische Bewirtschaftungssituationen als der Meeresspiegelanstieg.
Der Energieaufwand, der zum Betrieb der im vorangegangenen Abschnitt beschriebenen Pumpwerke er-
forderlich ist, hängt neben der Pumpmenge maßgeblich von der zu überwindenden Hubhöhe ab. In der
vorliegenden Untersuchung wurden hypothetische Pumpwerke in Brunsbüttel und Kiel-Holtenau betrach-
tet, wobei die Hubhöhe jeweils den zeitschrittspezifischen Wasserstandsdifferenzen zwischen dem NOK
und den entsprechenden Außenpegeln entspricht.
Abbildung 5-28 zeigt beispielhaft die mittlere jährlich zu leistende Hubarbeit für die (zusätzlich zur im Frei-
gefälle stattfindenden Kanalentwässerung) eingesetzten Pumpwerke in Brunsbüttel (jeweils obere Abbil-
dung) bzw. Kiel-Holtenau (jeweils untere Abbildung). Aufgrund der durchschnittlich kleineren Wasser-
standsdifferenzen zwischen Binnen- und Außenpegel ist der mittlere jährliche Energieaufwand in Kiel-Hol-
tenau geringer als in Brunsbüttel. Weitere Details sowie der Energieaufwand für Pumpen mit einer maxi-
malen Kapazität von 50 m?/s und 100 m?/s sind BfG (in Vorbereitung) zu entnehmen.
Zusammenfassung
Für die Vergangenheit wurde für einen Zeitraum von November 1980 bis Oktober 2012 anhand von Be-
obachtungsdaten bzw. auf der Grundlage von aus ihnen abgeleiteten Daten zwölf Ereignisse identifiziert,
die zu Wasserständen im Kanal von 5,40 m PNP10 und darüber hinaus an einem oder mehreren Betriebs-
pegeln im Kanal führten oder einen sehr hohen Zufluss aus dem Einzugsgebiet aufwiesen. Das entspricht
einer Auftretenshäufigkeit von im Mittel alle 2,5 Jahre11. Betrachtet man jedoch ausschließlich die Ereignisse,
in denen der mittlere Kanalwasserstand den Grenzwasserstand von 5,40 m PNP erreicht oder überschritten
hat, dann reduziert sich deren Anzahl auf 5 Ereignisse. Dies entspricht einer Auftretenshäufigkeit von im
Mittel alle 6 Jahre.
Bei Betrachtung des Zeitraumes verfügbarer Wasserstandsbeobachtungen im Kanal (Tagesterminwerte)
von 1977–2000 (24 Jahre, entspricht in der Modellierung weitgehend dem Bezug) wurden 5 Tage registriert,
an denen der Wasserstand über 5,40 m PNP lag (Häufigkeit 0,2). Die geringe Häufigkeit der Ereignisse, bei
denen der Kanalwasserstand von 5,40 m PNP erreicht oder überschritten wird, zeigt sich auch bei den
Untersuchungen zur Auftretenshäufigkeit dieser Ereignisse unter Berücksichtigung des Klimawandels. Es
wurde dafür die mittlere Anzahl an Tagen pro Jahr ausgewertet, in denen der Wasserstand von 5,40 m PNP
in mindestens 1 Stunde erreicht oder überschritten wird:
? In der Referenzsimulation (1971–2000) ist die mittlere Anzahl an Tagen pro Jahr, in denen der
Wasserstand von 5,40 m PNP in mindestens einer Stunde überschritten wird, gleich Null. Dies
entspricht weitgehend der Beobachtung12.
? Es zeigte sich eine Zunahme der mittleren Anzahl an Tagen mit Wasserständen über 5,40 m PNP
bei steigenden Außenwasserständen.
10 Einstellung der Schifffahrt
11 Ereignisse mit Wasserstand über 5,40 m PNP und / oder hohem Zufluss aus dem Einzugsgebiet. Fehlende Wasserstandsbeobach-
tungen für den Kanal lassen für einige Ereignisse keine Aussage zu Überschreitung / Unterschreitung von 5,40 m PNP zu.
12 Bezogen auf die Ereignisse, in denen der mittlere Kanalwasserstand 5,40 m PNP erreicht oder überschritten hat (Zeiträume
1977 bis 2000, Oktober 1998 bis November 2012)