2 Schlussbericht des SP-108 Fokusgebiete Küsten, BMVI-Expertennetzwerk (2016–2019)
1.1 Meteorologische Parameter (Abschnitt 5.1)
? Die Änderungen in der Häufigkeit und Intensität extremer Windgeschwindigkeiten wurden für 7
Gebiete der Nord- und Ostsee anhand des 2 %-Quantils der Windgeschwindigkeitsverteilungen
analysiert. Aufgrund der hohen natürlichen Variabilität ergaben sich nennenswerte Änderungen
nur für die ferne Zukunft des Weiter-wie-bisher-Szenarios. Auf Basis von 8 Realisierungen nahmen die
Häufigkeit und Intensität in 43 von 56 Fällen zu. Mehrheitlich signifikante Anstiege konnten nur
für die südöstliche Nordsee und die Ostsee festgestellt werden.
? Eine punktuelle Untersuchung des 2 %-Quantils der Verteilung der Effektivwindgeschwindigkeit
bei Cuxhaven ergab keine signifikanten Änderungen hinsichtlich Stärke, Andauer und Anzahl
potentieller Sturmflutereignisse.
? Die Wetterlage „Nordwest“ wird in Zukunft im Weiter-wie-bisher-Szenario signifikant häufiger auf-
treten, wobei dies vor allem durch eine höhere Anzahl an Episoden und nicht über die Andauer
zu erklären ist. Die Wetterlage „Südost“ nimmt hingegen sowohl in der Anzahl der Episoden, als
auch in dem mittleren Andauern ab. Auch die mittlere Dauer der Wetterlage „Zyklonal“ wird
abnehmen. Für die Wetterlage „Nordost“ ergibt sich ein leichter Rückgang in der Anzahl der
Episoden. Für die Wetterlagen „Antizyklonal“ und „Südwest“ lassen sich keine eindeutigen Aus-
sagen treffen.
? Im Rahmen der Wetterlagenanalyse für die Nordseeregion wurden Stürme identifiziert und nach
der Stärke klassifiziert: Sturm, starker Sturm und sehr starker Sturm. Auf Basis von 8 verfügbaren
Weiter-wie-bisher Realisierungen und den drei genannten Sturmklassen wurden für die Zeitscheibe
ferne Zukunft in insgesamt 18 von 24 Fällen höhere relative Sturmhäufigkeiten festgestellt. Davon
entfielen 5 Fälle auf die Klasse Sturm, 6 Fälle auf starke Stürme und 7 Fälle auf sehr starke Stürme.
Für die Zeitreihen jährlicher relativer Häufigkeiten der Sturmklassen von 1961–2099 ergaben sich
in 8 von 24 Fällen signifikant positive Trends, die auch starke Anstiege im Zeitscheibenvergleich
zeigen. Weitergehende statistische Analysen sind erforderlich und geplant.
? Vorläufige Ergebnisse zur Extremwertanalyse von täglichen Niederschlagssummen im Einzugs-
gebiet des NOK für das Weiter-wie-bisher-Szenario lassen vermuten, dass ein bisher 100-jähriges
Ereignis in der fernen Zukunft deutlich häufiger eintreten könnte als im Bezugszeitraum (im Ensem-
blemittel einmal in 25 Jahren). Die Unsicherheiten sind aber hoch, da bisher nur eine Methode
zur Anpassung der Extremwerte verwendet werden konnte und die Bandbreite der Modellergeb-
nisse dabei groß ist. Aussagen für die nahe Zukunft sind derzeit unsicher.