5. Ergebnisse 43
sich Extremwellen keiner bestimmten signifikanten Wellenhöhe zuordnen lassen. Für weitere Ergebnisse
der Untersuchung zu den Extremwellen wird hier auf den Abschlussbericht der HZG an das BSH verwiesen
(Teutsch 2019).
Abbildung 5-15: Häufigkeitsverteilung der
relativen Wellenhöhe von Extremwellen
H/Hs über der signifikanten Wellenhöhe
Hs. Zur besseren Sichtbarkeit wurden die
x- und z-Achsen umgekehrt (Quelle:
Teutsch 2019, dort Abbildung 3.13).
5.3 Analysen zur Hydrodynamik in der Deutschen Bucht
5.3.1 Einfluss der Modellauflösung
Ein Blick in die aktuelle Literatur zeigt, dass die Reaktion eines Meeresspiegelanstiegs auf die Tidedynamik
in der Nordsee bereits in mehreren Studien untersucht wird. Hauptsächlich wird in den Studien die
Amplitude der halbtägigen Mondgezeit M2 untersucht, da diese die energiereichste Komponente ist und
den größten Anteil an dem Tidesignal der Nordsee hat.
Die Studien ermitteln jedoch teils widersprüchliche Reaktionen auf den gleichen Meeresspiegelanstieg. Ward
et al. (2012) verwenden zur Analyse eines Meeresspiegelanstiegs von 2 m das Schelfmodell KUTM und
erhalten eine Abnahme der M2 Amplitude in der Deutschen Bucht. Pickering et al. (2012) hingegen stellen
einen Anstieg der M2 Amplitude bei gleichem Meeresspiegelanstieg mit dem Schelfmodell DCSMv5 fest.
In Pelling et al. (2013) wird eine Erklärung für diese unterschiedlichen Ergebnisse gegeben. Ausschlagge-
bend für die gegensätzlichen Ergebnisse ist die Art wie die landseitige Begrenzung im Modell gehandhabt
wird. In der Studie von Pickering et al. (2012) wird die Modellgrenze als feste vertikale Berandung vorgege-
ben. Bei Ward et al. (2012) können bei einem Meeresspiegelanstieg neue Elemente überflutet werden, die
außerhalb der originalen Modellgrenze (ohne Meeresspiegelanstieg) liegen. Diese neu überfluteten Elemente
führen zu zusätzlichen flachen Bereichen, in denen eine hohe Dissipation stattfindet. Dies führt zur Dämp-
fung der Tideenergie, was einem durch den Meeresspiegelanstieg abgeschwächten Dissipationsverhalten
entgegenwirkt. In dem Modell von Ward et al. (2012), bei dem mit Meeresspiegelanstieg neue Bereiche
? Hydrodynamische Modelle helfen zu verstehen, wie der Meeresspiegelanstieg die Tidedynamik
verändern könnte. Ein limitierender Faktor ist die Auflösung des Modellgitters. Es zeigt sich, dass
gerade in flachen Küstengebieten wie dem Wattenmeer in der Deutschen Bucht die Darstellung
der Bathymetrie eine entscheidende Rolle bei der Abschätzung der Reaktion der Tidedynamik auf
den Meeresspiegelanstieg spielt. Ausführlicher beschrieben sind diese Zusammenhänge in
Rasquin et al. (2020).