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Full text: Klimaänderungen und Klimafolgebetrachtungen für das Bundesverkehrssystem im Küstenbereich

5. Ergebnisse 25 Kap. 5.1.2). Dass im klimatologischen Jahresmittel an etwa 7 Tagen (7/365 ? 2 %) Stürme zu Sturmfluten an der deutschen Nordseeküste führen (S. Müller-Navarra, pers. Mitteilung), scheint das 98. Perzentil als Untergrenze für extreme Windgeschwindigkeiten zu plausibilisieren, wobei natürlich nicht notwendig a lle Sturmfluten verursachenden Stürme dem höchsten 2 %-Quantil der Windgeschwindigkeitsverteilung zuzu- rechnen sind. Die Verwendung des 2 %-Quantils ist ein pragmatischer Ansatz für die nachstehende Unter- suchung von Änderungen im rechten Rand regionaler Windgeschwindigkeitsverteilungen in Nord- und Ost- seegebieten im Rahmen des Klimawandels. Natürlich unterscheiden sich die Gebiete sturmklimatologisch; die tatsächlichen (gegenwärtigen) Sturmquantile sind jedoch nicht hinreichend bekannt, geschweige denn modellierbar. Deshalb verbietet es sich grundsätzlich, das 2 %-Quantil als (relative) Sturmhäufigkeit zu in- terpretieren. 5.1.1.1 Windgeschwindigkeit in Nord- und Ostseeregionen Für die Nord- und Ostseeregionen (Abbildung 5-1) wurden die stündlichen Geschwindigkeitsbeträge der lokalen Windvektoren über die zur jeweiligen Region gehörigen Modellgitterpunkte gemittelt. Die räumliche Mittelung wurde für alle Stundenwerte im Zeitraum 1961–2099 durchgeführt. Aus jährlichen empirischen Häufigkeitsverteilungen (bzw. durch aufsteigende Sortierung der stündlichen regionalen Windgeschwindig- keiten eines Jahres) wurden die zum 98. Perzentil gehörige Geschwindigkeit (P98-Windgeschwindigkeit) für jedes Jahr abgeleitet, um die Entwicklung im Zeitraum 1961–2099 zu beschreiben. Abbildung 5-1: Teilgebiete der Nordsee (NW = NordWest, NO = NordOst, SW = SüdWest, SO = SüdOst) und Ostsee (ÜG = Übergangsgebiet, ZO = Zentrale Ostsee, MB = Meerbusen), für die regionale Mittelwerte bestimmt wurden. Exemplarisch ist diese Entwicklung für die südöstliche Nordsee (SO) auf Basis von 8 Szenarienrechnungen im Weiter-wie-bisher-Szenario in Abbildung 5-2 dargestellt. Alle Zeitreihen zeigen eine erhebliche zwischen- jährliche Variabilität; die Standardabweichung der P98-Geschwindigkeiten vom Langzeitmittel liegt bei etwa ±0,5 m/s. Der Anstieg der Trendlinien ist für 6 der 8 Läufe positiv und liegt ebenfalls bei ~0,5 m/s über den Gesamtzeitraum. Lediglich die 4 steilsten Anstiege sind signifikant (nach Mann-Kendall-Test). Obgleich die P98-Geschwindigkeiten auch in den anderen Regionen tendenziell ansteigen, ergaben sich mehrheitlich signifikante Trends lediglich für die zentrale (ZO, 5 von 8) und nördliche Ostsee (MB, 7 von 8). Nur 25 % der Zeitserien (alle Regionen) zeigten negative Tendenzen, die sich in nur 2 Fällen als signifikant erwiesen (Ganske 2019a). Um extreme stündliche Windgeschwindigkeiten auf klimatologischen Zeitskalen zu vergleichen, werden an- statt jährlicher P98-Geschwindigkeiten solche für die 30-jährigen Zeitscheiben 1971–2000 (Bezugszeitraum), 2031–2060 (nahe Zukunft) und 2070–2099 (ferne Zukunft) betrachtet (Abbildung 5-3). Die Änderungen der klimatologischen Geschwindigkeiten in der fernen Zukunft belegen die aus der Zeitreihenanalyse abgeleiteten
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