4. Übersicht der einzelnen Arbeitspakete 17
mögliche zukünftige Entwicklung treffen zu können, müssen für alle Faktoren Randbedingungen für mög-
liche zukünftige Zustände erstellt werden. In diesem Schwerpunkt wurden die Randwerte von den jeweiligen
Behörden generiert und gemeinsam in einem Modell der Deutschen Bucht zusammengeführt. Das Zusam-
menspiel der einzelnen Faktoren mit den jeweils beteiligten Behörden ist in Abbildung 4-1 dargestellt und
die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden im Kapitel 5.3.2 beschrieben.
Abbildung 4-1: Schema
der behördenübergrei-
fenden Erstellung von
Randbedingungen im
Arbeitspaket Hydrody-
namik Deutsche Bucht.
4.4 Fokusregionen
Als Fallstudie für den Küstenbereich wurde der NOK bezüglich seiner Resilienz gegenüber den zukünftig
zu erwartenden Klimaänderungen (insbesondere Meeresspiegelanstieg und Änderungen in der Binnenhyd-
rologie) untersucht. Der NOK ist eine der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraßen für seegehende
Schiffe weltweit. Jährlich werden ungefähr 100 Millionen Tonnen Güter zwischen Nord- und Ostsee trans-
portiert. Schiffszahlen nehmen mit ca. 30.000 (im Jahr 2016) weltweit eine Spitzenposition ein. Neben seiner
Hauptfunktion als Wasserstraße dient der NOK auch der Entwässerung eines Einzugsgebiets von etwa
1.530 km?, was etwa 10 % des Gesamtgebiets Schleswig-Holsteins ausmacht. Er ist damit der größte künst-
liche Vorfluter Schleswig-Holsteins.
Um mögliche Klimaauswirkungen auf dieses komplexe System belastbar zu erfassen, haben die BfG (Kapi-
tel 4.4.1) im Rahmen eines WSV Auftrags und das BSH (Kapitel 4.4.2) unterschiedliche Ansätze und Me-
thoden vergleichend nebeneinandergestellt. Beide zielten darauf ab, Grenzzustände der Bewirtschaftung des
NOK zu identifizieren und Häufigkeitsänderungen von Problemsituationen für die Zukunft abzuleiten.
Diese sowie im Rahmen anderer Projekte erzielten Ergebnisse können wertvolle Hinweise liefern, worauf
zu achten ist bzw. was getan werden muss, um die Entwässerung der Küstengebiete (Kapitel 4.4.3) auch in
Zukunft gewährleisten zu können. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden im Kapitel 5.4 näher
dargestellt.