Kurtz: Zeit- oder Höhen - Azimutstab?
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Bemerkungen zu dem Aufsatz des Herrn Korvettenkapitäns Kurtz.
In sachlicher Beziehung kann den Ausführungen von Herrn Korvetten-
kapitän Kurtz nur zugestimmt werden. Sie sind sehr beherzigenswert und
sollten von jedem, der den Höhen-Azimutstab benutzen will, genau beachtet
werden. Bei einem Vergleich der Vorzüge und Nachteile des Höhen- und des Zeit-
Azimuts darf man nicht an ihnen vorübergehen.
Für meinen Aufsatz kamen sie jedoch nicht in Betracht, da ich einen
solchen Vergleich nicht anstellen wollte, sondern nur für diejenigen Fälle, wo
der Navigateur das Höhenazimut benutzen will und darf, ein neues, bequemes
und einfaches Hilfsmittel anzugeben beabsichtigte. Dabei wurde als selbst-
verständlich vorausgesetzt, daß die Entscheidung, ob das Höhenazimut im ein-
zelnen vorliegenden Falle anwendbar sei oder nicht, jedesmal sachgemäß ge-
troffen sei. Zu dieser Voraussetzung war ich um so eher berechtigt, als die
Eigenschaften der einzelnen Methoden, wie auch Herr Korvettenkapitän Kurtz
zugibt, bereits bekannt und in den Lehrbüchern der Navigation behandelt sind.
Der kurze warnende Hinweis, daß das Höhenazimut nicht in allen Fällen
brauchbar ist, erschien mir daher ausreichend.
Auch möchte ich glauben, daß diejenigen, die für die Navigation so viel
Interesse haben, daß sie neue Hilfsmittel in Gebrauch nehmen und prüfen, auch
über die Anwendungsmöglichkeiten der einzelnen Methoden zur Azimutbestimmung
unterrichtet sind. Andernfalls würden dieselben Gründe, die Herr Korvetten-
kapitän Kurtz anführt, es auch bedenklich erscheinen lassen, die Azimuttafeln von
Weyer den Seefahrern in die Hand zu geben, da sie infolge des benutzten Zeit-
Höhenazimuts in der Nähe des I, Vertikals, der sonst für‘ Azimutbestimmungen
gerade besonders günstig ist, unsicher werden. Trotzdem gehören diese Tafeln,
soviel ich weiß, zu der regelmäßigen Schiffsausrüstung mit nautischen Büchern,
Berlin. Dr. E. Kohlschütter.
Sakai oder Sakai Machi an der Miho-Bucht (Japan).
(Amtlich.)
Nach Fragebogen Nr. 5600 des Kapt. W. Thode, D. »Dorothea Rickmers«, vom Oktober 1911.
Ergänzt nach deutschen, britischen und amerikanischen * Quellen. D. Adm-Krt, Nr. 300, Japanisches
Meer; Brit. Adm-Krt. Nr. 1495, Japan, Nipon-West Coast, Aburatani Bay to Ando Zaki including
Oki Islands and Wakasa Bay: Nr. 2133, Harbours and Anchorages on the North Coast of Nipon,
Plan: Sakai Harbour.
Sakai, Sakai-Hafen oder Sakai Machi liegt in der Provinz Hoki, an der
Nordküste der japanischen Hauptinsel Hondo Honshu (Nipon) am Japanischen
Meere in der nordwestlichen Ecke der Miho-Bucht. Die Reede hat sicheren
Ankergrund und guten Schutz gegen alle Stürme, mit Ausnahme der Winde aus
nördlicher und nordöstlicher Richtung, bei denen sie weniger Schutz bietet.
Über die Barre zum Hafen und an den Kai vor der Stadt können nur Küsten-
und Leichterfahrzeuge gelangen. Die geographische Lage des Leuchtturmes von
Sakai ist 35° 33’ N-Br. und 183° 14’ O-Lg. Die Mißweisung für das Jahr 1912
beträgt 5.3° W; die jährliche Änderung ist sehr gering.
Allgemeines. Der Hafen von Sakai gehört zu den Vertragshäfen, die dem
fremden Handel geöffnet sind. Die Wassertiefe auf der verhältnismäßig sicheren
Reede gestattet den größten Seeschiffen das Anlaufen des Hafens. Handel und
Schiffahrt sind noch nicht sehr stark entwickelt, weil das Hinterland nicht be-
sonders groß ist und das bereits gut ausgebildete japanische Bahnnetz die
Landesprodukte mehr nach den größeren Häfen an der Südküste von Hondo
Honshu lenkt. Platz zum Ankern ist daher an der günstigsten Stelle in der 9 Sm
weiten Miho-Bucht immer vorhanden. Die Küsten- und Binnenschiffahrt ist da-
gegen recht gut entwickelt und wird begünstigt durch mehrere nach Binnen-
gewässern führende Wasserstraßen.