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Full text: 150 Jahre amtliche deutsche Hydrographie 1861 - 2011

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| International zertifiziertes Studium der Hydrographie 
International zertifiziertes Studium der Hydrographie 
an der HafenCity Universität Hamburg (HCU) 
7.1 Einleitung 
In dieser Festschrift stellen unter anderem die 
BSH-Präsidentin, Monika Breuch-Moritz, und 
Holger Klindt für die Deutsche Hydrographische 
Gesellschaft die immense Wichtigkeit der Hydro- 
graphie für die Sicherheit und Leichtigkeit der 
Schifffahrt, aber auch für planerische und dokument 
arische Zwecke für Wirtschaft und Gesellschaft 
dar. Die Erfassung, Modellierung und Darstellung 
von Strukturen, Objekten und Zuständen, die unter 
der Wasseroberfläche verborgen sind oder sich 
im Wechselspiel zwischen Wasser und Land im 
Bereich der Ufer und Küsten befinden, stellen 
komplexe Anforderungen an den Hydrographen. 
Das Arbeitsumfeld ist sehr hoch technisiert, zur 
Erfassung der Parameter werden zumeist kinema- 
tische Multi Sensor Systeme genutzt. Die Qualitäts- 
sicherung soll bereits an Bord geschehen, im 
Moment der Aufnahme sollen bereits erste Aus- 
sagen zur Qualität der Messung möglich sein. 
Dies erfordert ein hohes Maß an Verständnis für 
die Mess-Systeme und deren Parameter, aber auch 
für die Entstehung der Strukturen, die erfasst werden 
sollen. Diese können natürlichen und künstlichen 
Ursprungs sein. 
In der Hydrographie wirkt daher auch ein weites 
Spektrum an Professionen, wie zum Beispiel Oze- 
anographen, Geophysiker, Geologen, Hydrologen 
und Bauingenieure. Die Hydrographie ist im weiten 
Sinne aber der Geodäsie (bzw. der Geomatik) zu- 
gehörig. Folgerichtig hat sich der Studiengang als 
Spezialdisziplin aus diesem Berufszweig entwickelt 
Der Hydrograph wirkt im interdisziplinären Umfeld, 
dieses spiegelt sich auch im Studium wider 
An allen größeren Standorten, an denen eine 
Geomatik- bzw. Geodäsieausbildung betrieben 
wird, gibt es auch einzelne Vorlesungen, die sich 
zumindest in Teilen mit der Thematik befassen. 
Durchgreifend wird die Disziplin aber nur an der 
HafenCity Universität Hamburg (HCU) gelehrt. In 
«einer anderen deutschen Stadt sind die notwen- 
digen Fachkompetenzen so gut vertreten wie hier. 
Neiter wird noch ein technischer Kurs Hydrographie 
vei der TECHAWI in Bremerhaven angeboten. Der 
vorliegende Beitrag beschreibt die Historie, die 
Entwicklung hin zu einem internationalen, einge- 
oetteten Angebot und den momentanen Status des 
Aydrographiestudiums an der HCU. 
7.2 Historie 
Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die 
Hydrographie in Deutschland im Wesentlichen von 
der Marine ausgeübt. Eine Ausbildung zum Hydro- 
graphen gab es nicht, vereinzelt wurden zur Erledi- 
gung der Arbeiten Ingenieure über ein insgesamt 
etwa 8-jJähriges Doppelstudium Vermessungswesen 
und Nautik eingesetzt. Hydrographische Themen- 
Schwerpunkte fanden somit erst 1952 Eingang in 
dem 1871 gegründeten Deutschen Verein für Ver- 
messungswesen (DVW), damals in dem Arbeitskreis 
6 „Ingenieur-Vermessung“. Aus den Aktivitäten ent- 
wickelte sich 1971 der DVW-Arbeitskreis 4 „Hydro- 
graphische Vermessungen“, der sich ab 1979 mit 
dem Thema „Ausbildung zum Hydrographen* 
befasste. Bereits im Februar 1981 fasste der Vor- 
standsrat des DVW den einstimmigen Beschluss, 
dass an allen geeigneten Hochschulen in der dama- 
igen Bundesrepublik Deutschland die Einrichtung 
eines Hydrographiestudiums empfohlen wird. 
Damals wie heute ist die Freie und Hansestadt 
Hamburg aufgrund der geographischen Lage, 
aber auch wegen der Funktion als bedeutendster 
Hafen in Deutschland, als Wirtschafts- und Wissen- 
schaftszentrum für alles Maritime der ideale Standort 
‘ür eine Hydrographieausbildung. Nirgendwo sonst 
in Deutschland gab und gibt es eine derart dichte 
Agglomeration an Fachkompetenzen, die der Inter- 
disziplinarität optimal gerecht werden kann.
	        
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