„ Interdisziplinär forschen am Knotenpunkt von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft
Ausbau des ARGO-Programms - „ARGO 2025“
Das ARGO-Programm ist ein weltweites Ozeanbeobachtungsprogramm, welches
mit über 4000 autonomen Tiefendriftern („ARGO-Floats“) flächendeckende Tem-
peratur- und Salzgehaltsmessungen in den obersten 2000 Metern der Meere vor-
nimmt. Inzwischen ist ARGO als das herausragende ozeanische Messnetz welt-
weit anerkannt, das eine Datenmenge liefert, die kein anderes Messsystem im
Weltozean erreichen kann.
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3.
ARGO liefert so Beiträge und Datengrund-
agen unter anderem zur Klimaschutzkon-
vention der Vereinten Nationen (UN FCC)
nd Berichten des Weltklimarats (IPCC).
Das BSH ist seit dem Jahr 2008 zuständig
für den nationalen Beitrag zu ARGO und
sorgt pro Jahr für die Auslegung von etwa
50 neuen Floats.
Das globale Ozeanbeobachtungspro-
gramm soll mit der „ARGO 2025 Strate-
Jie“ auf den tiefen Ozean und die Mes-
sung biogeochemischer Parameter
arweitert werden. Das bisherige Messsys-
tem lässt knapp 50 Prozent des Ozeanvo-
umens unbeobachtet, nämlich den tiefer
Izean unterhalb von 2000 Metern Was-
sertiefe und die Polargebiete. Diese
_ücken sollen geschlossen werden. Die
1eue biogeochemische Sensorik betrifft
-ragestellungen zur Funktionalität von
4°
A
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ozeanischen Ökosystemen, der Ozean-
versauerung, der Kohlenstoffspeicherung
im Ozean und dem Management lebender
Ressourcen. Die neuen Informationen
werden dazu beitragen, den Weg zu
einem gesunden Ozean mit einer nachhal-
‘gen Nutzung zu beschreiben. Dies ent-
spricht einem der Nachhaltigkeitsziele der
UN und ist damit auch Ziel der UN-Ozean-
dekade.
Für die Jahre 2019 und 2020 hat das BSH
durch die Beteiligung an verschiedenen
Projekten bereits einen Anstoß zur Imple-
mentierung der Erweiterung des ARGO-
Messsystems geleistet (Projekte EU DG-
MARE MOCCA, H2020 EuroArgo-Rise,
BMBF DARGO). Zum einen wurde ein
Algorithmus entwickelt, der den Einsatz
von Floats im eisbedecktem Ozean siche
rer macht, indem es im Falle von Eis an
der Oberfläche die Floats am Auftauchen
hindert und damit vor Schäden schützt.
Zudem sind erste Floats mit biogeochemi-
schen Sensoren angeschafft worden, um
die Erweiterung der Datenflüsse und
Qualitätskontrollen auf diese Parameter
anzustoßen und Erfahrungen mit den
Geräten zu sammeln.
Die Corona-Pandemie zeigte negative
Auswirkungen auf die Durchführung von
Forschungsreisen, die nicht nur national.
sondern auch global zu spüren waren.
Daher konnten im Jahr 2020 nur 27 deut-
sche Floats ausgebracht werden. Es ist
vorgesehen, die im Lager verbliebenen
Geräte in 2021 zusätzlich in Betrieb zu
nehmen, um die globale Abdeckung des
Messsvstems aufrecht zu erhalten.
zin ARGO-Float wird ausgesetzt.
Jm autonom Temperatur und
Salzgehalt in den oberen
2000 Metern der Meere zu
nessen