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Volltext: Jahresbericht 2019-2020 - Zeit für Mee(h)r Innovation

24 Biofouling: Mobile Lebensräume für invasive Arten und Problem für den Klimaschutz 
Aber die negativen Auswirkungen von 
3iofouling beschränken sich nicht auf 
den Transport invasiver Arten. Biofouling 
arhöht den Strömungswiderstand von 
Schiffen und Booten und damit den Kraft- 
stoffverbrauch und die Emission schäd- 
'icher Gase und Partikel, einschließlich 
des Treibhausgases CO», signifikant. 
Sogar der von Schiffen ausgehende 
Jnterwasserschall verstärkt sich durch 
Bewuchs. In extremen Fällen kann sich 
3Ziofouling auf die Manövrierfähigkeit von 
Schiffen auswirken und somit ein Sicher- 
1eitsrisiko darstellen. Die Vermeidung von 
3iofouling Ist daher sowohl von höchstem 
ökologischen als auch von ökonomischem 
Interesse. 
_ange Zeit schien es, als wäre ein Mittel 
gefunden, dem Bewuchs von Schiffen und 
30oten ein für alle Mal Herr zu werden, mit 
Ailfe des Wirkstoffes Tributlyzinn (TBT) 
n sogenannten Antifouling-Systemen, 
Schiffsanstrichen, die TBT nach und nach 
freisetzen und durch dessen Toxizität 
ainen Bewuchs effizient verhindern. Die 
Nutzung von TBT als Antifouling-Wirkstoff 
oegann In den 60iger Jahren und wurde 
aufgrund seiner hohen Wirksamkeit auch 
ıoch weitergeführt, als bereits klare Hin- 
weise vorlagen, dass dieses Biozid funda- 
nentale Risiken für die marine Umwelt 
darstellt. Heute gilt TBT als der schäd- 
‚ichste Stoff, der jemals beabsichtigt in die 
Veeresumwelt eingebracht wurde. Nach 
wie vor wird weltweit mit den Umweltaus- 
wirkungen dieser hormonell wirksamen 
Substanz gekämpft, die zur Vermännli- 
chung weiblicher Schnecken und zur 
Missbildung von Austernlarven und 
‚schalen führte und damit manche Art an 
den Rand des Aussterbens brachte. Nach 
anfänglichen regionalen Verboten der 
Nutzung von TBT für kleinere Boote, ver- 
hängte die Internationale Seeschifffahrts- 
organisation IMO im Rahmen des AFS 
Übereinkommens 2008 ein TBT Verbot für 
die gesamte Schifffahrt. 
Dieser Schritt sorgte für ein Dilemma: Mit 
der Nutzung von TBT konnte der Zeitraum 
von einer Werftzeit zur nächsten relativ 
sicher ohne signifikantes Biofouling über 
brückt werden. Nach dem Verbot wurde 
wieder verstärkt auf die Nutzung von 
<upfer als Antifouling-Wirkstoff zurückge- 
griffen, neben der Entwicklung von alter- 
nativen Bioziden, die zum Teil bereits 
wieder wegen zu hoher Toxizität vor Ver- 
boten stehen, aber auch biozidfreien 
alternativen Antifouling-Technologien. 
Es wurde schnell klar, dass die meisten 
Antifouling Verfahren der post-TBT Ära 
den Bewuchs zwischen den Werftzeiter 
nicht ausreichend verhindern können. 
Gerade in Zeiten, in denen eine Verlang- 
samung der Fahrt („slow-steaming“) und 
lange Liegezeiten regelmäßig vorkommen. 
wurde eine Verstärkung des Bewuchses 
festgestellt. 
No Biofouling sich ansiedeln kann 
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