24 Biofouling: Mobile Lebensräume für invasive Arten und Problem für den Klimaschutz
Aber die negativen Auswirkungen von
3iofouling beschränken sich nicht auf
den Transport invasiver Arten. Biofouling
arhöht den Strömungswiderstand von
Schiffen und Booten und damit den Kraft-
stoffverbrauch und die Emission schäd-
'icher Gase und Partikel, einschließlich
des Treibhausgases CO», signifikant.
Sogar der von Schiffen ausgehende
Jnterwasserschall verstärkt sich durch
Bewuchs. In extremen Fällen kann sich
3Ziofouling auf die Manövrierfähigkeit von
Schiffen auswirken und somit ein Sicher-
1eitsrisiko darstellen. Die Vermeidung von
3iofouling Ist daher sowohl von höchstem
ökologischen als auch von ökonomischem
Interesse.
_ange Zeit schien es, als wäre ein Mittel
gefunden, dem Bewuchs von Schiffen und
30oten ein für alle Mal Herr zu werden, mit
Ailfe des Wirkstoffes Tributlyzinn (TBT)
n sogenannten Antifouling-Systemen,
Schiffsanstrichen, die TBT nach und nach
freisetzen und durch dessen Toxizität
ainen Bewuchs effizient verhindern. Die
Nutzung von TBT als Antifouling-Wirkstoff
oegann In den 60iger Jahren und wurde
aufgrund seiner hohen Wirksamkeit auch
ıoch weitergeführt, als bereits klare Hin-
weise vorlagen, dass dieses Biozid funda-
nentale Risiken für die marine Umwelt
darstellt. Heute gilt TBT als der schäd-
‚ichste Stoff, der jemals beabsichtigt in die
Veeresumwelt eingebracht wurde. Nach
wie vor wird weltweit mit den Umweltaus-
wirkungen dieser hormonell wirksamen
Substanz gekämpft, die zur Vermännli-
chung weiblicher Schnecken und zur
Missbildung von Austernlarven und
‚schalen führte und damit manche Art an
den Rand des Aussterbens brachte. Nach
anfänglichen regionalen Verboten der
Nutzung von TBT für kleinere Boote, ver-
hängte die Internationale Seeschifffahrts-
organisation IMO im Rahmen des AFS
Übereinkommens 2008 ein TBT Verbot für
die gesamte Schifffahrt.
Dieser Schritt sorgte für ein Dilemma: Mit
der Nutzung von TBT konnte der Zeitraum
von einer Werftzeit zur nächsten relativ
sicher ohne signifikantes Biofouling über
brückt werden. Nach dem Verbot wurde
wieder verstärkt auf die Nutzung von
<upfer als Antifouling-Wirkstoff zurückge-
griffen, neben der Entwicklung von alter-
nativen Bioziden, die zum Teil bereits
wieder wegen zu hoher Toxizität vor Ver-
boten stehen, aber auch biozidfreien
alternativen Antifouling-Technologien.
Es wurde schnell klar, dass die meisten
Antifouling Verfahren der post-TBT Ära
den Bewuchs zwischen den Werftzeiter
nicht ausreichend verhindern können.
Gerade in Zeiten, in denen eine Verlang-
samung der Fahrt („slow-steaming“) und
lange Liegezeiten regelmäßig vorkommen.
wurde eine Verstärkung des Bewuchses
festgestellt.
No Biofouling sich ansiedeln kann
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