accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Jahresbericht 2019-2020 - Zeit für Mee(h)r Innovation

3iofouling: Mobile Lebensräume für invasive Arten und Problem für den Klimaschutz 23 
Biofouling: Mobile Lebensräume Tür invasive Arian 
und Problem für den Klimaschutz 
Es ist ein Naturgesetz: Alles, was ins Wasser eintaucht, wird von seinen Bewoh- 
nern sofort als neuer Lebensbereich erobert. Mikroorganismen bilden die Grund- 
lage für weitere Besiedlung durch Algen bis hin zu Seepocken und Muscheln. Am 
Ende steht ein komplettes Habitat, das auch nicht festwachsenden Arten wie 
Flohkrebsen und Krabben ein neues Zuhause bietet. 
Bilden sich solche Gemeinschaften an 
Schiffen und Booten, werden sie von 
diesen zu entfernten Ufern und Gegenden 
getragen, die sie ohne menschliche Hilfe 
ale erreicht hätten. In diesen Reisegrup- 
gen befinden sich auch Arten, die, wenn 
sie im Zielhafen „von Bord“ gehen, das 
Potential haben, immense und zum Teil 
‚rreparable Schäden zu verursachen. 
Diese Arten verhalten sich „invasiv“, 
'ndem sie Ökosysteme, Gesundheit und 
Nirtschaft schädigen. Sie nehmen heimi- 
schen Arten die Nahrungsgrundlagen, 
gestalten Habitate um, verstopfen Kühl- 
systeme, verursachen toxische Algenblü- 
en, überwuchern Aquakulturanlagen oder 
zerstören Konstruktionen und Uferschutz. 
In Deutschland fungiert das BSH als 
zuständige Behörde für die Verhinderung 
der Einschleppung und Verbreitung nicht- 
einheimischer Arten durch Schiffe. Dieser 
Aufgabe wicdmet es sich mit voller Kraft ir 
wissenschaftlichen Forschungsprojekten 
nd nationalen, regionalen und iInternatio- 
1alen Gremien, im Rahmen von Ressort- 
forschung und mit der Bildung von und 
der Teilnahme an Informations- und Inno- 
vationsnetzwerken. 
Vermeidung von Biofouling von 
höchstem Ökologischen als auch 
von ökonomischem Interesse 
Sie erscheinen auf dem ersten Blick wie 
1atürliche Bewohner unserer Meere. Krab- 
gen mit wolligen Scheren, Krebstierchen. 
die wie kleine Gespenster erscheinen, 
die schillernde Meerwalnuss, Kalkwürmer 
nit eindrucksvollem Tentakelkranz oder 
schöne Muscheln —- und sie gehören 
dennoch oft nicht hierher. Als Mitreisende 
im Ballastwasser oder an Schiffsrümpfen 
Jnd ihren Nischen haben sie sich nach 
Jnd nach in Nord- und Ostsee angesie- 
delt und verursachen nicht selten Prob- 
leme. Nachdem für das Ballastwasser 
durch das Inkrafttreten des internationalen 
Ballastwasserübereinkommens jetzt ein 
Management vorgeschrieben ist, das den 
Eintrag von gefährlichen Arten verhinderr 
soll, liegt die Aufmerksamkeit nun ver- 
mehrt auf dem Schiffsbewuchs, dem 
Biofouling, als Einschleppungs- und Ver- 
breitungsweg dieser gebietsfremden 
Arten. 
Auch diese 
gebietsfremde 
Krabbenart findet 
am Schiffsrumpf 
eine Mitfahrgele- 
genheit 
2020 in der 
Ostsee entdeckter 
Röhrenwurm
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.