3iofouling: Mobile Lebensräume für invasive Arten und Problem für den Klimaschutz 23
Biofouling: Mobile Lebensräume Tür invasive Arian
und Problem für den Klimaschutz
Es ist ein Naturgesetz: Alles, was ins Wasser eintaucht, wird von seinen Bewoh-
nern sofort als neuer Lebensbereich erobert. Mikroorganismen bilden die Grund-
lage für weitere Besiedlung durch Algen bis hin zu Seepocken und Muscheln. Am
Ende steht ein komplettes Habitat, das auch nicht festwachsenden Arten wie
Flohkrebsen und Krabben ein neues Zuhause bietet.
Bilden sich solche Gemeinschaften an
Schiffen und Booten, werden sie von
diesen zu entfernten Ufern und Gegenden
getragen, die sie ohne menschliche Hilfe
ale erreicht hätten. In diesen Reisegrup-
gen befinden sich auch Arten, die, wenn
sie im Zielhafen „von Bord“ gehen, das
Potential haben, immense und zum Teil
‚rreparable Schäden zu verursachen.
Diese Arten verhalten sich „invasiv“,
'ndem sie Ökosysteme, Gesundheit und
Nirtschaft schädigen. Sie nehmen heimi-
schen Arten die Nahrungsgrundlagen,
gestalten Habitate um, verstopfen Kühl-
systeme, verursachen toxische Algenblü-
en, überwuchern Aquakulturanlagen oder
zerstören Konstruktionen und Uferschutz.
In Deutschland fungiert das BSH als
zuständige Behörde für die Verhinderung
der Einschleppung und Verbreitung nicht-
einheimischer Arten durch Schiffe. Dieser
Aufgabe wicdmet es sich mit voller Kraft ir
wissenschaftlichen Forschungsprojekten
nd nationalen, regionalen und iInternatio-
1alen Gremien, im Rahmen von Ressort-
forschung und mit der Bildung von und
der Teilnahme an Informations- und Inno-
vationsnetzwerken.
Vermeidung von Biofouling von
höchstem Ökologischen als auch
von ökonomischem Interesse
Sie erscheinen auf dem ersten Blick wie
1atürliche Bewohner unserer Meere. Krab-
gen mit wolligen Scheren, Krebstierchen.
die wie kleine Gespenster erscheinen,
die schillernde Meerwalnuss, Kalkwürmer
nit eindrucksvollem Tentakelkranz oder
schöne Muscheln —- und sie gehören
dennoch oft nicht hierher. Als Mitreisende
im Ballastwasser oder an Schiffsrümpfen
Jnd ihren Nischen haben sie sich nach
Jnd nach in Nord- und Ostsee angesie-
delt und verursachen nicht selten Prob-
leme. Nachdem für das Ballastwasser
durch das Inkrafttreten des internationalen
Ballastwasserübereinkommens jetzt ein
Management vorgeschrieben ist, das den
Eintrag von gefährlichen Arten verhinderr
soll, liegt die Aufmerksamkeit nun ver-
mehrt auf dem Schiffsbewuchs, dem
Biofouling, als Einschleppungs- und Ver-
breitungsweg dieser gebietsfremden
Arten.
Auch diese
gebietsfremde
Krabbenart findet
am Schiffsrumpf
eine Mitfahrgele-
genheit
2020 in der
Ostsee entdeckter
Röhrenwurm