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Full text: Jahresbericht 2019-2020 - Zeit für Mee(h)r Innovation

Schiffsemissionsmessungen in der Luft 21 
T 
Aufbau der niederländischen Messstation 
Schiffen durch. Um verschiedene Einsatz- 
Szenarien zu erproben, fuhr es unter- 
schiedliche Manöver. Ziel der einwöchi- 
Jen Erprobung war es, herauszufinden. 
ab die Schiffe der Bundespolizei und 
deren Aufgabengebiet potentiell für die 
VMARPOL-VI Überwachung des Schiffver- 
<ehrs in Nord- und Ostsee mittels Fern- 
nNesstechnik geeignet sind, was sich 
grundsätzlich bestätigte. Insgesamt über- 
grüften BSH und Bundespolizei mit dem 
Sniffer rund 100 Abgasfahnen. Auch in 
dieser Untersuchung zeigte sich, dass 
iber 99 Prozent der untersuchten Abgas- 
fahnen auf die regelkonforme Nutzung 
von Treibstoff hinweisen. 
Aber Schwefel ist nicht die einzige Subs- 
anz, die zu Verschmutzungen im mariti- 
nen Umfeld führt. Aus diesem Grund 
arbeitet das BSH im Rahmen eines vor 
der Europäischen Union geförderten 
Projektes —- „Shipping Contributions to 
Inland Pollution Push for the Enforcement 
af Regulations (SCIPPER); www.scipper- 
oroject.eu“ — mit 17 weiteren internationa- 
en Projektpartnern im Bereich der Atmo- 
sphärenforschung und Luftüberwachung 
zusammen. Untersucht werden die Aus- 
Wirkungen von Schiffsabgasen auf die 
Marine Umwelt, aber vor allem auch auf 
die Hafenstädte und Küstengebiete. Von 
Jesonderem Interesse sind neben Luft- 
amissionen von Schwefel auch Stickoxid- 
und Partikelemissionen der Schiffe. Bei 
_etzteren ist derzeit noch unklar, wie sich 
der Einsatz alternativer Kraftstoffe auf das 
Forschungsteams aus Schweden, Dänemark und den Niederlanden 
beteiligten sich an den Schiffsemissionsmessungen 
Emissionsverhalten auswirkt. Deswegen 
hat das BSH seine Messungen an der 
Station in Wedel inhaltlich um Aerosol-, 
also Ultrafeinstaubmessungen erweitert. 
Internationale Vergleichsmessun- 
gen mit unterschiedlichen Syste- 
men 
Auf Initiative des BSH fand zwischen dem 
7. September bis 15. Oktober 2020 
gemeinsam mit wissenschaftlichen Teams 
aus Schweden, den Niederlanden und 
Dänemark im Rahmen des SCIPPER-Pro- 
‚ektes die erste internationale Vergleichs- 
xampagne zur Messung von Schiffsabga- 
sen in Wedel bei Hamburg statt 
Ziel der Kampagne war es, die Emissio- 
nen derselben Schiffe mit verschiedenen 
derzeit verfügbaren Messtechniken und 
.strategien bei denselben Umgebungsbe- 
dingungen zu messen. Dadurch soll die 
Meldung auffälliger Schiffe international 
besser harmonisiert werden. Das BSH 
und die anderen Projektpartner aus den 
Niederlanden, Schweden und Dänemark 
setzten dabei fünf Sniffer, ein LASER- 
Spektrometer, drei Ultrafeinstaub-Messge 
räte und differentielle optische Absorp- 
jons-Spektroskopie (DOAS)-Techniken 
ein. Zusätzlich wurden vom 14. bis 
18. September zwei Drohnen eingesetzt, 
Jm über der Elbe direkt in die Abgasfahne 
von Schiffen zu fliegen und die Werte zu 
messen.
	        
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