Schiffsemissionsmessungen in der Luft 21
T
Aufbau der niederländischen Messstation
Schiffen durch. Um verschiedene Einsatz-
Szenarien zu erproben, fuhr es unter-
schiedliche Manöver. Ziel der einwöchi-
Jen Erprobung war es, herauszufinden.
ab die Schiffe der Bundespolizei und
deren Aufgabengebiet potentiell für die
VMARPOL-VI Überwachung des Schiffver-
<ehrs in Nord- und Ostsee mittels Fern-
nNesstechnik geeignet sind, was sich
grundsätzlich bestätigte. Insgesamt über-
grüften BSH und Bundespolizei mit dem
Sniffer rund 100 Abgasfahnen. Auch in
dieser Untersuchung zeigte sich, dass
iber 99 Prozent der untersuchten Abgas-
fahnen auf die regelkonforme Nutzung
von Treibstoff hinweisen.
Aber Schwefel ist nicht die einzige Subs-
anz, die zu Verschmutzungen im mariti-
nen Umfeld führt. Aus diesem Grund
arbeitet das BSH im Rahmen eines vor
der Europäischen Union geförderten
Projektes —- „Shipping Contributions to
Inland Pollution Push for the Enforcement
af Regulations (SCIPPER); www.scipper-
oroject.eu“ — mit 17 weiteren internationa-
en Projektpartnern im Bereich der Atmo-
sphärenforschung und Luftüberwachung
zusammen. Untersucht werden die Aus-
Wirkungen von Schiffsabgasen auf die
Marine Umwelt, aber vor allem auch auf
die Hafenstädte und Küstengebiete. Von
Jesonderem Interesse sind neben Luft-
amissionen von Schwefel auch Stickoxid-
und Partikelemissionen der Schiffe. Bei
_etzteren ist derzeit noch unklar, wie sich
der Einsatz alternativer Kraftstoffe auf das
Forschungsteams aus Schweden, Dänemark und den Niederlanden
beteiligten sich an den Schiffsemissionsmessungen
Emissionsverhalten auswirkt. Deswegen
hat das BSH seine Messungen an der
Station in Wedel inhaltlich um Aerosol-,
also Ultrafeinstaubmessungen erweitert.
Internationale Vergleichsmessun-
gen mit unterschiedlichen Syste-
men
Auf Initiative des BSH fand zwischen dem
7. September bis 15. Oktober 2020
gemeinsam mit wissenschaftlichen Teams
aus Schweden, den Niederlanden und
Dänemark im Rahmen des SCIPPER-Pro-
‚ektes die erste internationale Vergleichs-
xampagne zur Messung von Schiffsabga-
sen in Wedel bei Hamburg statt
Ziel der Kampagne war es, die Emissio-
nen derselben Schiffe mit verschiedenen
derzeit verfügbaren Messtechniken und
.strategien bei denselben Umgebungsbe-
dingungen zu messen. Dadurch soll die
Meldung auffälliger Schiffe international
besser harmonisiert werden. Das BSH
und die anderen Projektpartner aus den
Niederlanden, Schweden und Dänemark
setzten dabei fünf Sniffer, ein LASER-
Spektrometer, drei Ultrafeinstaub-Messge
räte und differentielle optische Absorp-
jons-Spektroskopie (DOAS)-Techniken
ein. Zusätzlich wurden vom 14. bis
18. September zwei Drohnen eingesetzt,
Jm über der Elbe direkt in die Abgasfahne
von Schiffen zu fliegen und die Werte zu
messen.