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Full text: Jahresbericht 2019-2020 - Zeit für Mee(h)r Innovation

Die maritime Branche 13 
Corona-Pandemie und maritime 
Wirtschaft 
Seit Beginn des Jahres 2020 hält das 
‚Severe Acute Respiratory Syndrome 
Zoronavirus 2“ (SARS-CoV-2) die Welt in 
Atem. Im März 2020 stufte die Weltge- 
sundheitsorganisation die Verbreitung des 
Virus als Pandemie ein. Weltweit kam es 
zu einem Lockdown, Mitte März auch in 
Jeutschland, verbunden auch mit der 
Schließung zahlreicher Grenzen. 
Dennoch konnten 51 Prozent der Reede- 
eien Ihre Ladung pünktlich löschen. Die 
Seeschifffahrt trug in großem Umfang zur 
Aufrechterhaltung des Welthandels und 
zur Grundversorgung der Bevölkerung 
oel. Nur 14 Prozent der Reedereien muss- 
‘en einzelne Schiffe unter Quarantäne 
stellen. Insgesamt hat sich jedoch der 
Schiffsverkehr um 40 Prozent reduziert. 
In den letzten Monaten des Jahres 2020 
1at sich der Markt für Reedereien gut 
antwickelt. Die Frachtraten sind erheblich 
Jestiegen. Die Schiffe sind ausgelastet 
und am Markt herrscht ein Mangel an 
_eercontainern. 13 Prozent der Reede- 
‚eien werden dennoch Bauaufträge ver- 
schieben. 60 Prozent der Reedereien 
Jehen davon aus, dass die wirtschaflli- 
hen Folgen der Corona-Pandemie zu 
weiteren Unternehmenszusammenschlüs- 
sen führen werden. 
Strategisches Thema Klima- und 
Umweltschutz 
<limaschutz- und Umweltauflagen stehen 
trotz der Corona-Pandemie auf der strate- 
gischen Agenda der Reedereien. 82 Pro- 
zent sehen als ihre wichtigste Aufgabe die 
Umrüstung der Schiffe an, um die Aufla- 
gen zum Schutz der Umwelt und des 
<limas zu erfüllen. Dazu beitragen könn- 
'jen auch im Zuge der Pandemie zur Ver- 
:ügung gestellte Finanzmittel, die an eine 
Verwendung zur Förderung der Nachhal- 
igkeit geknüpft waren. 
Bereits im April 2018 hat die Internationale 
Seeschifffahrtsorganisation (International 
Maritime Organization - IMO) mit dem 
Beschluss ihres Meeresumweltausschus- 
ses für einen Emissionsminderungspfad 
bis zum Jahr 2050 eine wichtige Weichen- 
stellung getroffen. Die Minderung der 
Treibhausgas-Emissionen um mindestens 
50 Prozent bis 2050 im Verhältnis zu 2008 
sowie das Anstreben einer vollständigen 
Dekarbonisierung stehen im Einklang mit 
den Pariser Klimazielen. 
Ergänzend zur IMO-Strategie hat die Inter- 
nationale Schifffahrts-Kammer (Internatio- 
nal Chamber of Shipping - ICS) einen 
Fonds zur Entwicklung nachhaltiger 
Schiffsantriebe vorgeschlagen. In den 
nächsten zehn Jahren sollen durch 
Abgabe auf verbrauchten Treibstoff fünf 
Milliarden Dollar in diesen Fonds investiert 
werden. Die damit finanzierte Forschungs- 
organisation „International Maritime 
Research and Development Board“ soll an 
alternativen Kraftstoffen wie Wasserstoff, 
Ammoniak und synthetischem Schiffsdie- 
sel sowie an Technologien wie der Brenn- 
stoffzelle und Batterieantrieben forschen. 
Der Verkehrshaushalt der Bundesrepublik 
Deutschland stellt 1,5 Milliarden Euro für 
die Schifffahrt zur Verfügung — unter ande- 
rem für die Förderung von alternativen 
Schiffsantrieben 
nn 
. ‚Q dd 1) 
Connecting Europe ENT 
for a Sustainable Future 
Die Schifffahrt sieht Nachhaltigkeit 
als strategisches Thema an
	        
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