accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Die Bibliothek des Bundesamtes für Seeschiffahrt und Hydrographie

Archivmitteilungen 
Stralsund und schließlich ab 1959 in Rostock verfügte die 
junge DDR über einen eigenen hydrographischen Dienst. 
Der Aufbau gestaltete sich mühsam, es fehlte ebenso an 
Fachpersonal wie an Schiffen und technischen Geräten. Im 
Jahr 1956 war der SHD in die Seestreitkräfte der gerade 
gegründeten Nationalen Volksarmee (NVA) eingegliedert 
worden. Von Beginn an gab es beim SHD eine Bibliothek, die 
jedoch aufgrund der Zugehörigkeit zur NVA der Öffentlich- 
keit nicht zur Verfügung stand. 
Zine Bundestagsinitiative führte 1990 zu einer Änderung des 
Seeaufgabengesetzes und der Gründung des Bundesamtes 
“ür Seeschifffahrt und Hydrographie. Mit der Gründung ver: 
antwortete das BSH die Aufgaben des DHI und übernahm zu: 
sätzlich die Aufgaben der Förderung der Deutschen Handels- 
%lotte und Aufgaben auf dem Gebiet des Flaggenrechts der 
damaligen Abteilung Seeverkehr des Bundesverkehrsminis- 
teriums. Zudem wurde das Bundesamt für Schiffsvermes- 
sung in die neue Bundesoberbehörde eingegliedert. 
In Folge der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 
(990 führte die Bundesrepublik Deutschland das BSH mit 
dem Seehydrographischen Dienst der DDR, dem Seefahrts- 
amt sowie weiteren maritimen Institutionen der DDR zu- 
sammen. Damit wurden auch die Bibliotheksbestände ver- 
einigt. 
im Laufe der Zeit ist eine in dieser Form einzigartige Samm- 
'ung an maritimer Literatur mit rund 177.000 Medien, etwa 
500 laufend gehaltenen Zeitschriften und mehr als 50.000 
Seekarten entstanden. Sammelschwerpunkte sind unter an- 
derem Navigations- und Schifffahrtsliteratur, Ozeanographie, 
Meereschemie, Meteorologie (z.B. internationale Aufzeich- 
ıungen von Wetterbeobachtungen) und Kartographie. Zu 
den herausragenden Sammlungen gehören Berichte der be- 
deutenden maritimen Expeditionen des 19. und beginnen: 
den 20. Jahrhunderts wie z.B. der Deutschen Atlantischen 
Expedition von 1925 bis 1927, gut erhaltene niederländische 
Seeatlanten aus dem 16. bis 18. Jahrhundert sowie die heute 
bedeutendste ‚Flaschenvost“-Sammluns. 
Ein Beispiel aus der „Flaschenpost“-Sammlung. Quelle: BSH. 
Neben Büchern, Zeitschriften und Karten verwaltet die Bib- 
liothek auch das Verlagsarchiv des BSH. Gesammelt werden 
alle Veröffentlichungen, die vom BSH, dem DHI, der Deut- 
schen Seewarte, der Norddeutschen Seewarte und den da- 
mals zuständigen Stellen veröffentlicht wurden. Es sind 
überwiegend nautische Publikationen wie Segel- oder See- 
aandbücher, die seit 150 Jahren wöchentlich erscheinenden 
‚Nachrichten für Seefahrer“, Seekarten oder Leuchtfeuerver- 
zeichnisse, aber auch wissenschaftliche Titel und unveröf- 
fentlichte Dokumente. Außerdem werden Medien zur Ge- 
schichte des Hauses archiviert, darunter Schiffstagebücher, 
Schiffszeichnungen, Gästebücher der eigenen Schiffe oder 
Bilder von Gebäuden, Schiffen und Geräten. Dieser Teil des 
Archivs und der größte Teil der Bücher befinden sich in 
Hamburg. Die nautischen Veröffentlichungen des SHD be- 
3inden sich ebenfalls im Bestand und können in der Biblio- 
thek in Rostock eingesehen werden. 
a 
Historische Bestände im Magazin in Hamburg. Quelle: BSH. 
Abraham Ortelius (1527-1598): Theatrum Orbis Terrarum, Antwerpen 
1584. Quelle: BSH. 
Hierbei handelt es sich um vorgefertigte Formulare, die im 
Auftrag der Wissenschaft von deutschen Handelsschiffen an 
festgelegten Positionen in gut versiegelten Flaschen über 
Bord geworfen wurden. Die Finder dieser Flaschenposten 
wurden gebeten, die Zettel mit Fundort und Datum zu ver- 
sehen und an die Deutsche Seewarte in Hamburg zu schi- 
cken. Ihre Auswertung diente der Forschung über die Mee- 
resströmungen. 
Während in Rostock „nur“ etwa 10.000 Bücher stehen, ist 
das zentrale deutsche Seekartenarchiv des BSH seit 20 Jah- 
ren hier zu Hause. Die Bezeichnung ist irreführend. Es han- 
delt sich ausschließlich um in Deutschland hergestellte und 
vom BSH und seinen Vorgängereinrichtungen veröffentlich- 
ce Seekarten. Dargestellt werden jedoch alle Regionen der 
Welt, die eine Bedeutung für die deutsche Handelsschifffahrt 
ınd Hochseefischerei hatten. 
Seit Beginn der 1960er Jahre werden nur druckfrische Kar- 
ten ins Archiv aufgenommen. Nach dem Ende des Zweiten 
Weltkriegs ersetzte die Bibliothek viele Verluste im Archiv 
durch Karten aus aufgelösten Marineeinrichtungen. Zudem 
Zeitgeschichte regional. Mitteilungen aus Mecklenburg-Vorpommern 23. Ja. 1+2/19 | 205
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.