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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

536 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1922. 
Englischen Kanals sowie südwestlich von den Kanarischen Inseln; ferner ist auf 
beiden Reisen im Südatlantik unter Land südlich von 40° Breite die Luft wärmer 
als das Wasser; ein Gleiches zeigt sich südlich von Kap Horn. Im allgemeinen 
ist das Wasser wärmer als die Luft, Große positive Werte finden sich im Nord- 
atlantik nur auf der zweiten Reise, im Südatlantik dagegen beide Male unter der 
Küste zwischen 20° und 40° Breite. 
Auf der Fahrt von Callao nach Sydney (Oktober bis Dezember 1910) ist 
der Wert für (W—L) durchweg positiv, nur bildet die Strecke zwischen 
140°—150° W am 8. bis 11. November, südlich von den Niedrigen Inseln, hiervon 
eine Ausnahme. Auf der Heimreise von Sydney bis Kap Horn ist die Luft 
wärmer als das Wasser einmal für zwei Tage zwischen Sydney und Neu-Seeland, 
dann südöstlich von Neu-Seeland am 17, bis 18. Januar und endlich für mehr als 
40 Längengrade vom 19. bis 25. Januar (vgl. Tafel 32). 
Schott fand für den Unterschied zwischen der Wasser- und der Luft- 
temperatur für die tropischen Breiten des Atlantischen Ozeans den Wert + 0,75°, 
Brennecke leitete aus den Beobachtungen der Reise 1909/10 +-0.64° ab, während 
die Messungen der zweiten Reise +0.85° ergeben, so daß das Mittel aus den 
beiden letzten Zahlen mit dem von Schott gefundenen Ergebnis über- 
einstimmt. 
Das gesamte Beobachtungsmaterial der Reise 1910/11 ließ für die Differenz 
(W—L) 
finden. 
Dieser Wert ist aus den Tagesmitteln der Tabelle I abgeleitet worden. 
IV. Die relative Feuchtigkeit. 
Vergleicht man die einzelnen Beobachtungen der Feuchtigkeit an einem 
Tage miteinander, dann findet man, daß sie keinen so regelmäßigen Gang auf- 
weisen wie die Messungen der Wasser- und Lufttemperatur. Es zeigen sich 
häufig Unterschiede, für die die atmosphärischen Erscheinungen keine Erklärung 
bieten. Es schien mir deshalb bei der Ableitung der Amplitude ratsamer, nicht 
5 die Differenzen gegen die 12 Uhr- 
Fig. 5. Beobachtung, sondern die Unterschiede 
Verlauf der Feuchtigkeit. gegen das Tagesmittel zu bilden. Jeder 
ab Tag bekam dabei das gleiche Gewicht. 
Die Kurve (Fig. 5) für den täglichen 
Gang der relativen Feuchtigkeit sei 
hier wiedergegeben; sie ergab eine 
Amplitude von 3.4°%,; das Maximum 
4 Uhr. das Minimum trat um 1 Uhr 
(ch 
fand sich in der Nacht zwischen 12 und 
mittags ein. 
In dem »Vorläufigen Bericht über die meteorologischen Beobachtungen 
der Deutschen Antarktischen Expedition« findet ein eigentümliches Verhalten 
der Feuchtigkeit auf der südlichen Halbkugel Erwähnung, wonach die Minima 
auf 4h V und die Maxima auf den Nachmittag fallen. Ich habe daher für den 
Atlantik die Linien für die nördliche und die südliche Halbkugel gesondert ge- 
rechnet, dabei aber keine Unterschiede gefunden. Die Beobachtungen der 
‚Deutschen Antarktischen Expedition« ergaben für die Amplitude ebenfalls 3,4%. 
Der von Schott geforderte jahreszeitliche Unterschied in den Passat- 
gebieten des Atlantischen Ozeans findet sich auch hier: 
231° N—0° relative Feuchtigkeit März 78% 0 
Juni 79%. 
Juni 740 
Februar 77%. 
Daß das Verhältnis der Wassertemperatur zur Lufttemperatur im engen 
Zusammenhange zur Feuchtigkeit steht, hat bereits Brennecke erklärt. Hier 
sei aus den beobachteten Werten der beiden Reisen das gleiche Ergebnis abgeleitet:
	        
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