Zustand und Entwicklungen: 2008-201 1
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(Abbildung 2-9) ersichtlich ist. Strukturierte monatliche Luftdruckverteilungen belegen, dass
die saisonalen Bedingungen aus sich kompensierenden, recht persistenten und entgegen
gesetzten Anströmungen im Mai und Juni resultierten (Abbildung 2-11). Bemerkenswert ist
dabei die extreme Häufung von A- und E-Wetterlagen, welche den gesamten Mai und die er
ste Junidekade bestimmten (Tabelle 2-10, Tabelle 2-11). Mit einer Rekordhöhe von 238 Witt 2
lag die Globalstrahlung auf Norderney im Frühjahr um 2.4 StdAbw über dem Klimamittel (Ab
bildung 2-21). Der Mai war hier mit 13.4 °C der 2. wärmste des Zeitraums 1971-2013 (Abbil
dung 2-22), während die Meeresoberflächentemperatur der DB mit 12.7 °C in dieser Zeit nie
höher war (Abbildung 2-23).
(JAS) Das Sommerquartal zeichnete sich durch ein signifikant erhöhtes Aufkommen von
C-Wetterlagen aus (Tabelle 2-2; Abbildung 2-2), die als transiente Systeme typischerweise
aus SW-Lagen hervorgehen und in NW-Lagen übergehen (Abbildung 2-7), so dass deren ge
häuftes Auftreten insbesondere in den Hochsommermonaten kaum erstaunt (Tabelle 2-10, Ta
belle 2-11). Lediglich in der 3. Julidekade und ab der 2. Septemberdekade konnten sich stabile
A-Lagen oder antizyklonal geprägte SE-Lagen etablieren. Die Luftdruckverteilungen im Juli
und August zeigen entsprechend der Zugbahn der Zyklonen eine SW-liche Anströmung über
der Nordsee, die im September durch eine S-liche auf der Rückseite des quasistationären
Hochdruckgebiets über Skandinavien abgelöst wurde (Abbildung 2-11). Bei insgesamt unbe
ständiger Witterung lag die Lufttemperatur auf Norderney im 3. Quartal mit 16.7 °C nur knapp
über dem klimatologischem Niveau (Abbildung 2-22). Die Meeresoberflächentemperatur der
DB fiel hingegen mit 17.4 °C um 0.9 K (1.1 StdAbw) merklich zu warm aus (Abbildung 2-23',
Abbildung 3-10).
(OND) Die Luftdruckverteilung über der Nordsee entsprach im Herbst klimatologischen Ver
hältnissen (Abbildung 2-9), wobei sich die verstärkte W-Zirkulation im Oktober und die ab
geschwächte SW-Zirkulation im Dezember kompensierten (Abbildung 2-17; Abbildung 2-17).
Die Anzahl der Stürme (18), deren Eintrittszeiten Tabelle 2-2 zu entnehmen sind, lag im oberen
Interquartilbereich (Abbildung 2-19). Die Lufttemperatur auf Norderney entsprach mit 6.9 °C
praktisch dem OND-Klimamittel und unterlag auf monatlichen Skalen moderaten zirkulations
konformen Auslenkungen (Abbildung 2-22). Die Warmanomalie der Meeresoberflächentem
peratur der DB schwächte sich im Herbstverlauf auf 0.5 K ab (Abbildung 2-23).
2.2.3 2009
(JFM) Die Luftdruckverteilung im Winter deckte sich hinsichtlich Muster und Ausprägung
praktisch mit dem klimatologischen Feld (Abbildung 2-9). Die SW-liche Witterungslage ent
stand durch Überlagerung einer kräftigen und stabilen SW-lichen Anströmung im Januar,
einer wechselhaften, insgesamt von NW-Lagen dominierten Zirkulation im Februar sowie
einer lebhaften W-lichen Strömung im März (Abbildung 2-12; Abbildung 2-17). Die Anzahl
der Sturmtage halbierte sich gegenüber dem Vorjahreswinter auf 14 und lag damit auf dem
Normalniveau für diese Jahreszeit (Abbildung 2-19). Auch die Temperaturen zeigten keine
auffälligen Abweichungen von der Klimatologie (Abbildung 2-22, Abbildung 2-23).
(AMJ) Kennzeichnend für das Frühjahr 2009 waren - wie 2008 - gleichverteilte Richtungswet
terlagen (Abbildung 2-18) und ein resultierender Nordseewind, der mit 0.8 m/s fast versch
wand (Abbildung 2-15; Tabelle 2-21). Die mit 35 % häufigste Wetterlage - nämlich A - prägte
sich in der saisonalen Luftdruckverteilung aus (Abbildung 2-9). Bemerkenswert dominant
waren A- und SE-Lagen in der Phase vom 29. März bis zum 2. Mai (Tabelle 2-12), die durch
einen quasistationären Omegablock charakterisiert war (Abbildung 2-12). Die Apriltempera
tur auf Norderney lag dabei mit 10.4 °C um 3.1 K (3.1 StdAbw) über dem Klimamittel (Abbil
dung 2-22) und damit auf Rang 3 hinter entsprechenden Mitteltemperaturen für 2007 (11.0 °C)