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Teil B - Technische Anleitung
Tabelle 4.3: Untersuchungen zu Hydroschallemissionen und -Immissionen
Basisaufnahme
Überwachung
Voruntersuchungen Zustandsaufnahme
Bauphase
Betriebsphase
Ziele
• Prognose der Ausbreitungscharakteristik für die
während der Bau- und Betriebsphase zu erwar
tende Schallimmission und Gegenüberstellung der
gemessenen standortspezifischen Hintergrundbe
lastung für Hinweise auf Konstruktionsverbesse
rungen zur Minderung störender Schallemissionen.
• Erfassung der hydroakustischen Hintergrundbela
stung am jeweiligen Standort vor Baubeginn.
Überwachung der Hy
droschallemissionen und
-Immissionen.
Kontrolle der Hydro
schallemissionen und
-Immissionen in der
Umgebung der WEA.
Umfang
Die durch den Bau und den Betrieb von Offshore-WEA im Wasserkörper zu erwartenden Hydroschallim-
missionen sind durch Prognoserechnungen zu ermitteln.
Für jedes Zielgebiet müssen vor Baubeginn Hintergrundgeräuschmessungen durchgeführt werden.
In der Bauphase sind Überwachungsmessungen während geräuschintensiver Arbeitsphasen (z. B. Ramm
arbeiten) durchzuführen.
Nach Abschluss sämtlicher Bauarbeiten sind nach Inbetriebnahme aller Anlagen in der Umgebung des
Windparks Kontrollmessungen durchzuführen.
Zeitrahmen
• Die Immissionsprognose ist vor Baubeginn und
Genehmigungserteilung zu erstellen.
• Erfassung der hydroakustischen Hintergrundbela
stung am Standort vor Baubeginn.
Während der gesamten
Bauphase.
Spätestens 12 Monate
nach Inbetriebnahme
des Windparks soll dem
BSH ein Abschlussbe
richt vorgelegt werden.
Methode
Immissionsprognose
• Die zu erwartenden, auf den Bau und den Betrieb des geplanten Windpark bezogenen Schallimmissi
onen im Wasserkörper sollen durch Prognoseberechnungen ermittelt werden. Die Vorbelastung durch
eventuell vorhandene Anlagen ist zu berücksichtigen.
Darzustellen ist:
Für die Bauphase:
• der maximale Schalldruck Z_ peak (in dB re 1 pPa) als Funktion des Ortes,
• bei impulsartigen Einbringmethoden (Rammen) der Einzelereignis-Schalldruckpegel Z_ E als Funktion des
Ortes als Breitbandpegel und in 1/3-Oktavbändern 10 Hz bis 80 KHz,
• der äquivalente Dauerschalldruckpegel L e (in dB re 1 pPa) als Funktion des Ortes als Breitbandpegel
und in 1/3-Oktavbändern 10 Hz bis 80 KHz.
Für die Betriebsphase:
• Der äquivalente Dauerschalldruckpegel L als Funktion des Ortes als Breitbandpegel und in 1/3-Oktav
bändern für die drei Leistungsbereiche „Niedrig“, „Mittel“ und „Nennleistung“.
• Die Gebietsgröße, für die die Schallausbreitung mindestens prognostiziert wird, soll sich für die Betriebs
phase an der Hörschwelle mariner Säugetiere und für die Bauphase an einer sicheren Unterschreitung
von Werten für eine temporäre Hörschwellenverschiebung mariner Säugetiere orientieren.
Messung der Hintergrundgeräusche
• Die Hintergrundgeräusche sind am geplanten Standort des Anlagenparks messtechnisch zu erfassen.
Hintergrundgeräusche sind die Summe aller natürlichen Geräusche im Planungsgebiet, d. h. ohne Bau- und
Betriebsgeräusche der Anlagen eines Windparks sowie möglichst ohne atypischen Schiffsverkehr. Im Meer
stets vorhandene Geräusche entfernter Schiffe sind jedoch den Hintergrundgeräuschen zuzurechnen.
• Die Schallmessungen sollen im Frequenzbereich von 1 Hz bis 20 kHz durchgeführt werden. Wenn in
Zukunft durch den Einsatz anderer Technologien in den WEA zu erwarten ist, dass auch außerhalb
dieses Frequenzbereiches Hydroschall emittiert wird, sind die Hintergrundmessungen auf den in Frage
kommenden Frequenzbereich auszudehnen.
• Es ist auszuschließen, dass die Messungen durch Fremdgeräusche (Stampfgeräusche im Seegang,
Schiffsaggregate, Bewegung der Besatzung etc.) verfälscht werden. Dies kann z.B. durch ein abgesetztes
System erreicht werden.
• Die Messungen sollten 3 Windklassen umfassen, die dem Sea State 1 (ohne Niederschlag) sowie den
Leistungsbereichen Mittel- und Nennleistung entsprechen und dabei eine ausreichende statistische
Absicherung der Ergebnisse zulassen. Pro Windklasse sind mindestens 3 Stunden auswertbare Messzeit
erforderlich, wobei Tag und Nacht zu berücksichtigen sind.
• Das Hydrophon sollte ca. 1 m über dem Boden angeordnet werden.
• Zur Auswertung der Messungen werden L e -Werte (in dB re 1 pPa) mit 5 Sekunden Mittelungszeit fre
quenzaufgelöst in 1/3 Oktavbändern gebildet. Die Dokumentation soll folgende Angaben enthalten:
a) L eg = energetischer Mittelwert über eine Stunde,
b) L min = der niedrigste 5-Sekunden-L e in der Stunde,
c) L der höchste 5-Sekunden-L in der Stunde.
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