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Teil B - Technische Anleitung
Tabelle 4.2: Untersuchungen zur Habitatnutzung
Basisaufnahme
Überwachung
Voruntersuchungen Zustandsaufnahme
Bauphase
Betriebsphase
Ziele
Aufenthaltshäufigkeit, -dauer und Verhalten (soweit
möglich) durch Schweinswale im jahreszeitlichen
Verlauf im Bereich des Vorhabensgebietes und an
Referenzstationen außerhalb des Vorhabensge
bietes.
Aufenthaltshäufigkeit,
-dauer und Verhalten
(soweit möglich) wäh
rend der Bauaktivitäten.
Aufenthaltshäufigkeit,
-dauer und Verhalten
(soweit möglich) im
Nahbereich der Anlagen
sowie in verschiedenen
Entfernungen dazu unter
Berücksichtigung unter
schiedlicher Betriebszu
stände (Volllast, Teillast).
Umfang
Kontinuierlicher Einsatz im Jahresverlauf
Zeitrahmen
Mindestens zwei aufeinanderfolgende vollständige
Jahresgänge vor Baubeginn.
Während der gesamten
Bauphase.
Mindestens drei, sofern
erforderlich bis zu fünf
Jahre ab Inbetriebnahme.
Methode
Voraussetzung:
Im ersten Untersuchungsjahr sind 3 Klickdetektoren (TPODs) einzusetzen, um den Einsatz der Methode in
dem jeweiligen Untersuchungsgebiet zu testen. Ist die Anwendung der Methode sinnvoll, so ist die Anzahl
der Geräte nach maximal einem Jahr auf mindestens 9 zu erhöhen. Sollten Lieferengpässe bei der Beschaf
fung der erforderlichen Ausrüstung bestehen, so ist dies der Genehmigungsbehörde anzuzeigen. Vor der
Nutzung der Geräte und für die Datenanalyse wird das Lesen der Hilfe-Datei des dazu gehörigen TPOD-
Programmes vorausgesetzt.
Kalibrierung:
Die Geräte sind vor und nach ihrer dauerhaften Ausbringung und, soweit möglich, einmal während der Aus
bringungszeit untereinander zu kalibrieren. Dazu müssen alle einzusetzenden Detektoren mit einem als
Standard definierten TPOD zusammen ausgebracht werden. Der Abstand zwischen den zu kalibrierenden
Geräten soll zwischen 0,3 und 1,5 m liegen. Die Dauer der Eichung ist abhängig von der Frequentierung des
Gebietes durch Schweinswale und muss statistisch absicherbare Datenmengen liefern. Für die geeichten
Detektoren soll ein Korrekturfaktor in Bezug auf das Standardgerät berechnet werden. Das Standardgerät ist
idealerweise nicht für die eigentlichen Untersuchungen zu verwenden.
Weiterhin ist eine Kalibrierung der Geräte in einem Kalibriertank empfehlenswert (Angaben von Anbietern in
der Hilfe-Datei desTPOD-Programmes).
Positionierung:
Es sind mindestens 6 TPODs gleichmäßig über das Gebiet an konstanten Positionen zu verteilen, um zeit
liche Unterschiede vor, während und nach dem Bau zu erfassen. Mindestens drei weitere TPODs müssen
außerhalb des Vorhabensgebietes möglichst gleichmäßig um das Vorhabensgebiet in einer Entfernung von
ca. 1 km vom Vorhabensgebiet an konstanten Punkten verteilt werden.
Ausbringung:
Die Geräte sollen mindestens 5 m unter der Wasseroberfläche angebracht sein, können jedoch tiefer hän
gen. Dabei ist zu beachten, dass alle Geräte während des ganzen Untersuchungszeitraums auf derselben
Tiefe hängen. Alle Geräte sind mit denselben Einstellungen (settings) zu nutzen (empfohlen für den ersten
Einsatz: porpoise only, normal sensitivity, detection mode = normal, nach erster Datenanalyse den Umstän
den anpassen, falls notwendig). Die „minimum intensity“ kann zum Abgleich der Sensitivität während der
Kalibrierphase unterschiedlich eingestellt werden, sollte dann jedoch für das einzelne Gerät immer densel
ben Wert betragen. Empfehlenswert ist die Nutzung von Geräten derselben Version. Weiterhin sollte nach
Möglichkeit derselbe TPOD, oder ein TPOD ähnlicher Sensitivität (bzw. mit zu erwartenden vergleichbaren
Ergebnissen laut Kalibrierung (s.o.) auf ein und derselben Position ausgebracht werden. Dies erleichtert die
Datenanalyse.
Datenauswertung:
Habitatnutzung (Aufenthaltshäufigkeit und -dauer) werden anhand schweinswalpositiver Tage, Stunden, 10
Minuten und Minuten (= Tage/ Stunden mit registrierten Schweinswallauten) ausgewertet. Weiterhin wird
empfohlen, während der Bauphase den Parameter Wartezeit (siehe TPOD Hilfe) mit auszuwerten.