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Volltext : Standard

Teil  B  -  Technische  Anleitung

29

Tabelle  3.2.2:  Sichtbeobachtung/  Erfassung  von  Flugrufen

Basisaufnahme

Überwachung

Voruntersuchungen

Zustandsaufnahme

Bauphase

Betriebsphase

Ziele

Erfassung  von  Vogelbewegungen ­
  (Zugbewegungen, ­
  Flüge  nahrungssuchender ­
  Vögel
und  Flüge  zwischen
Nahrungs-  und  Rastgebieten). ­


Erfassung  des  Status
quo  ante  mit  Erfassung
der  jahreszeitlichen
Dynamik.

Erfassung  von  Auswirkungen ­
  und  Anpassungsverhalten ­

während  der  Bauphase.
Dokumentation  etwaiger
Ausweichmanöver.

Erfassung  von  Auswirkungen ­
  und  Anpassungsverhalten ­
  während
der  Betriebsphase.
Dokumentation  etwaiger
Ausweichmanöver.

Umfang

Parallel  zu  den  Radarbeobachtungen

Zeitrahmen

Einmal,  kann  als  Bestandteil ­
  der  Zustandsaufnahme ­
  genutzt
werden.

Mindestens  zwei  aufeinanderfolgende ­
  vollständige ­
  Jahresgänge  vor
Baubeginn.

Während  der  gesamten
Bauphase.

Mindestens  drei,  sofern
erforderlich  bis  zu  fünf
Jahre  ab  Inbetriebnahme. ­


Methode

Sichtbeobachtungen/Erfassung  von  Flugrufen
•  Zur  Bestimmung  des  Artenspektrums  der  mit  Radar  erfassten  Vögel  sind  parallel  tagsüber  Sichtbeobachtungen ­
  durchzuführen  und  nachts  Flugrufe  zu  registrieren.
•  Insgesamt  sind  mindestens  50  Untersuchungstage  in  der  Nordsee  und  52  Untersuchungstage  in  der  Ostsee ­
  anzusetzen.  Davon  müssen  900  Stunden  für  die  Nordsee  und  936  Stunden  für  die  Ostsee  auswertbar ­
  sein.  Untersuchungen  können  in  der  Regel  bis  8  Bft  und  einer  Wellenhöhe  von  2,5  m  durchgeführt
werden.
•  Die  Untersuchungen  sind  möglichst  über  24-Stunden-Zyklen  durchzuführen.  Ziel  ist  eine  möglichst  gleichmäßige ­
  Erfassung  des  Zuggeschehens  über  den  Tagesverlauf.
Erfassungsfrequenz:
•  Minimal  ist  jeweils  ein  Block  von  15  min.  pro  Stunde  abzudecken,  besser  zwei  Blöcke  zu  15  min  pro  Stunde.
Einsatzort
•  Die  Messungen  sollten  vorzugsweise  von  unbeweglichen  Standorten  aus  durchgeführt  werden,  ansonsten ­
  von  Schiffen.  Während  der  Bau-  und  Betriebsphase  sollten  die  Erfassungen  im  Randbereich  des
Baugebietes  erfolgen,  um  mögliche  Ausweichbewegungen  fliegender  Vögel  zu  erkennen  (Details  siehe
RadarbeobachtunoenV
Sicht  beobachtungen
•  Zwischen  dem  Beobachter  am  Radargerät  und  dem  Beobachter,  der  die  Sichtbeobachtung  durchführt,
kann  Sprechkontakt  sinnvoll  sein.  Die  Registrierung  soll  aber  grundsätzlich  unabhängig  erfolgen.
•  Aufnahme  des  Artenspektrums  und  der  Anzahl  der  Vögel  in  einem  Sichtfenster  vom  Horizont  bis  zu  einer  Winkelhöhe ­
  von  45°  (Fernglas  mit  10facher  Vergrößerung  oder  mit  größerer  Öffnung)  bis  zu  einer  Entfernung  von
1,5  km.  Auch  unbestimmbare  Vögel  müssen  registriert  werden  (z.B.  als  „Pieper  spec.“  oder  „graue  Gänse“).
•  Die  Flughöhen  können  anhand  der  Decks-/  Masthöhe  des  eigenen  Schiffes  bzw.  während  der  Bau-  und
Betriebsphase  anhand  der  WEA-Maße  geschätzt  werden.  Es  soll  eine  Einteilung  in  folgende  Höhenklassen ­
  erfolgen:  0  bis  5  m,  5  bis  10  m,  10  bis  20  m,  20  bis  50  m,  50  bis  100  m,  100  bis  200  m  und  über
200  m.  Während  der  Basisaufnahme,  wenn  noch  keine  WEA  zur  Orientierung  vorhanden  sind,  sollen  bei
Beobachtungen  von  Schiffen  die  Höhenklassen  über  50  m  zusammengefasst  werden.
•  Wenn  eine  stabile  Plattform  zur  Verfügung  steht,  ist  zusätzlich  eine  Registrierung  mit  einem  Spektiv  in
einem  definierten  Sichtfenster  durchzuführen  („Seawatching“).  Das  Sichtfenster  ist  durch  die  Vergrößerung ­
  und  den  Sichtwinkel  des  Spektivs  vorgegeben  (alle  Vögel  bis  5  km  Entfernung).  Zu  verwenden  ist
ein  Weitwinkel-Spektiv  mit  30facher  Vergrößerung  und  mindestens  80  mm  Öffnung).
Erfassung  von  Flugrufen
•  Nachts  sind  Flugrufe  zu  registrieren.

Darstellung
der
Ergebnisse

Liste  der  beobachteten  Vogelarten  nach  Tag,  Nacht  und  Monaten  getrennt.
Darstellung  der:
•  relativen  Flugintensitäten  je  Beobachtungsnacht  und  -tag  in  Tabellenform  (z.B.  Vögel/h  oder  Rufe/h),
•  mittleren  relativen  Flugintensität  im  Tagesverlauf  (nach  Monaten  zusammengefasst),
•  relativen  Flughöhenverteilung  (in  den  o.g.  Stufen)  und  der  relativen  Flugrichtungsverteilung  für  jede
Beobachtungsnacht  und  jeden  -tag  in  Tabellenform  oder  als  Grafiken  für  Monate  gemittelt  (tageszeitliche
Verteilung),
•  entsprechenden  Aufbereitung  von  „Seawatching“-Beobachtungen  getrennt  für  die  häufigsten  Arten  /ArtenaruDDen
  iAnhana  S.  49:  Relevante  Artent.
Vergleich  der  eigenen  Untersuchungen  mit  vorhandenen  Daten.

Exemplarische  Darstellung  der  Flugbewegung  von
Vögeln,  die  auf  die  Anlagen  zufliegen  und  tabellarische
Darstellung  aller  Reaktionen  bzw.  Nichtreaktionen,  vor
allem  der  Änderungen  von  Flugrichtungen  bzw.  -höhen.
            
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