Teil B - Technische Anleitung
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3 Avifauna
3.1 Rast- und Zugvögel
Tabelle 3.1.1: Untersuchungen der Nahrungsgäste, Mauser- und Rastbestände
Basisaufnahme
Überwachung
Voruntersuchungen
Zustandsaufnahme
Bauphase
Betriebsphase
Ziele
Grundlegende Erfassung
der großräumigen Ver
teilung und Dichte des
Vogelvorkommens sowie
des Verhaltens der Vögel
(Fluggewohnheiten, Stö
rungsempfindlichkeit) zur
Überprüfung der Bedeu
tung als Rast-, Nahrungs
und/oder Mausergebiet im
Vorhabensgebiet und Wahl
des Referenzgebietes.
Erfassung des Vo
gelvorkommens zur
Überprüfung der Be
deutung als Rast-,
Nahrungs- und/oder
Mausergebiet vor
Baubeginn.
Erfassung von
Auswirkungen und
Verhalten während
der Bauphase.
Erfassung von
Auswirkungen und
Verhalten während
der Betriebsphase.
Umfang
Ganzjährig eine Schiffszählung pro Monat in möglichst gleichmäßigen Zeitabständen.
Je zwölf weitere Schiffs- und Flugzeugzählungen pro Jahr: Verteilung auf die Jahreszeiten in
Abhängigkeit von Gebiet und jahreszeitlichem Vorkommen der Arten.
Abdeckung einer Fläche durch die Transekte von jeweils 10 % des Untersuchungsgebietes.
Zeitrahmen
Einmalig, kann als Be
standteil der Zustandsauf
nahme genutzt werden.
Mindestens zwei
aufeinanderfolgende
vollständige Jahres
gänge vor Baube
ginn.
Während der ge
samten Bauphase.
Mindestens drei,
sofern erforderlich
bis zu fünf Jahre ab
Inbetriebnahme.
Methode
Schiffstransekt-Untersuchungen
(soweit im Foloenden nicht anderweitio festoeleot nach Garthf et al. T20021)
Transektabstände:
• Grundsätzlich 3 km, in begründeten Fällen bis zu 4 km (zur Minimierung von Scheucheffekten
keine kleineren Abstände!).
Transektbreite:
• Bei guten Witterungsverhältnissen beidseitige Beobachtungen von jeweils grundsätzlich 300 m
durch je ein Beobachterteam (ein Beobachterteam besteht aus zwei Personen) pro Schiffssei
te, d.h., zwei Personen erfassen pro Schiffsseite.
Wenn durch gleißendes Gegenlicht auf einer Schiffsseite nicht beobachtet werden kann, kann
ausnahmsweise auf der sonnenabgewandten Seite erfasst werden.
Transektausrichtung:
• Möglichst küstennormal zur Erfassung von Gradienten: z. B. in der Deutschen Bucht vor der
Küste Schleswig-Holsteins vorzugsweise in Ost-West-, vor der Küste Niedersachsens vorzugs
weise in Nord-Süd-Richtung.
Fahrtgesch windigkeit:
• zwischen 7 und 16 kn.
Zählintervalle:
• Grundsätzlich werden alle Vögel auf der jeweiligen Seite des Schiffes erfasst. Die geografische
Zuordnung erfolgt minütlich.
• Fliegende Vögel sind - unter Angabe der Flughöhe - ebenfalls vollständig zu erfassen. Für
Dichteberechnungen ist zusätzlich die Anwendung der Schnappschuss-Methode unumgäng
lich, bei der im einminütigen Abstand (Digitaluhr!) alle zu dem jeweiligen Zeitpunkt im Tran-
sektabschnitt befindlichen Vöoel als ..im Transekt“ reoistriert werden (veröl. Anhano S. 46. Abb.
8 und Garthf et al. i200211. Die Länoe des Transektabschnitts wird durch die Fahrtoeschwin-
digkeit des Schiffes bestimmt. Bei schnellen Schiffen (ab 15 kn) ist der Abstand zwischen den
„Schnappschüssen“ auf eine halbe Minute zu verkürzen, da derTransektabschnitt nach vorne
für Intervalle von 1 min zu oroß ist. (veröl. Anhano S. 46. Tab. 2 aus Garthf et al. i200211. Die
Vogelerfassung ist mit dem SAS-Vogelbogen vorzunehmen. Details siehe Anhang S. 45/46
„SAS-Vogelbogen“ und ..Hinweise zum Ausfüllen des SAS-Vooelbooens“.