Anhang 4
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Numerische Modelle für geotechnische Nachweise
Die Aufstellung von Standsicherheitsnachweisen mit numerischen Methoden in der Geotechnik ist In
Deutschland nicht anerkannter Stand der Technik. Grundbausteine zu standardisierten Vorgehenswei
sen werden In Form von Empfehlungen des Arbeitskreises AK 1.6, Numerik In der Geotechnik der Deut
schen Gesellschaft für Geotechnik (DGGT), erarbeitet.
Numerische Modelle mit der FE-Methode eröffnen die Anwendbarkeit kontinuumsmechanischer Be
rechnungsmodelle auf komplexere Strukturen auch unter Einbeziehung des Baugrundes, jedoch mit
starken Vereinfachungen; sie liefern nicht unbedingt genauere Berechnungsergebnisse.
Besondere Baugrundeigenschaften, interaktive Prozesse und komplexe Abläufe können mit nume
rischen Modellen prinzipiell und qualitativ studiert, jedoch quantitativ nicht unbedingt zuverlässig nach-
oder abgebildet werden. Systemveränderungen durch zyklische Prozesse können In der Regel nicht
ausreichend zuverlässig abgebildet werden.
Wesentliches Element der Beurteilung numerischer Berechnungsergebnisse sind Plausibilitätskontrol
len, u. a. durch Vergleich mit Erfahrungsbereichen. Solange ausreichende Erfahrungen mit Gründungen
von vergleichbaren Offshore-WEA fehlen, Ist besonderer Wert auf eine begleitende Formulierung ein
facher analytischer Modelle und auf eine kritische und vorsichtige Bewertung der Ergebnisse bei der
Umsetzung In den Entwurf der Gründungselemente und Ihrer Wechselwirkung mit der Tragstruktur zu
legen.