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Volltext : 44, 1927

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Aus  dem  Archiv  der  Deutschen  Seewarte.  —  Nr.  1.  1926.

durch  Andeutung  einer  Landverbindung  im  Norden.  Alle  bekannten  Flußmündungen  mit  daran  liegenden ­
  Handelskosten  (7)  treten  auf,  die  Flüsse  werden  im  Hinterlande  je  nach  der  Erforschung  und  der
Handelsbedeutung  weit  verzweigt  dargestellt;  bemerkenswert  ist  die  endgültige  kartographische  Trennung ­
  von  Nelson  und  Hayes.
In  der  1.  Hälfte  des  19.  Jhh.  wurde  die  Erforschung  und  Kartierung  des  Hudsonmeers  nicht
wesentlich  gefördert.  Die  im  Jahre  1848  erschienene,  stark  belletristisch  gehaltene  Schilderung:  Hudson’s
  Bay  or  every  day  lite  in  thè  Wilds  of  North  America,  during  6  years’  residence  (1841—47)  in  the
territories  of  thè  Honourable  Hudson’s  Bay  Company,  von  Robert  Ballantyne,  diente  nur  insofern  zur
Bereicherung  des  Wissens  vom  Hudsonmeere,  als  sie  eine  genaue  Beschreibung  von  York  und  seiner
einförmigen  Küste,  sowie  einige  auf  guter  Beobachtung  beruhende  Angaben  über  das  Klima  der  Westküste ­
  enthält  und  die  Bedeutung  Yorks  als  Pelzhandelsplatz  klarlegt.
Die  erste  Admiralitätskarte  des  Hudsonmeers,  die  im  Jahre  1853  nach  den  Angaben  und  Berichten ­
  der  Kapitäne  der  Hudsonbaigesellschaft  zusammengestellt  wurde,  zeigt  gegenüber  der  Arrowsmithschen
  Karte  eher  einen  Rückschritt,  da  sie  die  der  damaligen  Schiffahrt  fernerliegenden  Gebiete,
namentlich  die  Jamesbaiküsten,  vernachlässigt.
Über  die  1.  Admiralitätskarte  weist  aber  hinaus  Andersons  Zeichnung  der  Küstenstreoke  von
Great  Whale  River  bis  zur  Moskitobucht,  das  Ergebnis  einer  Kanureise  im  Aufträge  der  Hudsonbaigesellschaft, ­
  vom  Jahre  1860.  Sie  bildet  den  Übergang  zu  den  Arbeitender  wissenschaftlichen
Erforschung  des  Hudsonmeers.

3.
Von  verschiedenen  Seiten  wurde  diese  angeregt  und  gefördert:
An  erster  Stelle  von  der  Geological  and  Natural  History  Survey  of  Canada.  Ende  der  60er  Jahre
—  nach  der  Erkundung  der  politisch  und  wirtschaftlich  wichtigeren  südöstlichen  und  südlichen  Provinzen ­
  —  erreichte  deren  Tätigkeit  das  Gebiet  des  Hudsonmeers.  Es  sind  ihr  zu  danken:  wichtige
Aufschlüsse  über  die  Geologie,  insbesondere  die  Glazialgeologie,  die  Topographie  und  Morphologie,  die
Flußentwicklung  und  die  Eigenart  des  Klimas,  der  Pflanzen-  und  Tierwelt  des  Hudsonmeers.  Unter
den  Einzelforsohern  ragen  hervor:  eine  ältere  Gruppe:  Robert  Bell, 105 )  der  Altmeister  der  wissenschaftlichen ­
  Hudsonmeerforschung,  der  beste  Kenner  des  Hudsonmeers  überhaupt,  und  A.  P.  Low,  mit  ihren
Hilfsarbeitern:  Young,  J.  F.  Whiteaves,  Smith,  Lamfo,  Dr.  Ami  und  Macoun;  ferner  eine  jüngere
Gruppe:  J.  B.  und  J.  W.  Tyrrell,  Dowling,  A.  W.  G.  und  W.  J.  Wilson,  Mc  Innes,  Henry  und  Owen
O’Sullivan  und  einige  andere.
Erforscht  bzw.  vermessen  und  kartiert  wurden  von  Bell  1871—72  der  Mattagami-  und  der  Missinaibi-Zweig
  des  Moose,  1877  das  Hayesgebiet  zwischen  Hudsonmeer  und  Winnipegsee  und  die  Ostküste ­
  des  Hudsonmeers  nördlich  bis  zum  Portland-Vorgebirge,  wobei  Kap  Dufferin  seinen  Namen  nach
dem  Generalgouverneur  von  Kanada  erhielt,  1879  der  Churchill 106 )  und  Nelson,  1880  einige  Flüsse  und
Seen  westlich  des  Hudsonmeers  und  das  Nelson-  und  Hayes-Ästuar,  1880—82  die  Geologie  des  Moose-Beckens,
  1886  der  Attawapisohkat  und  Albany  und  das  Gebiet  vom  Lonely-See  bis  zur  Jamesbai,  1887
das  Quellgebiet  des  Ottawa;  von  Low  1886  der  Severn  und  der  Berensfluß,  1887  der  Richmondgolf  bis
zum  Abfluß  des  Clearwatersees,  die  Inseln  der  Jamesbai,  der  Big-,  der  Great  Whale-  und  der  Clearwater-Fluß,
  von  Dowling  1892  das  Oberlaufsgebiet  des  Churchill;  von  J.  B.  Tyrrell  1893  die  Barren  Lands  um
Doobaunt-See  und  Chesterfield-Inlet,  die  Hudsonmeerküste  von  da  bis  York,  vornehmlich  Corbetts  Inlet,
  die  Pistol-,  die  Mistake-  und  die  Neville-Bucht  und  die  Mündung  des  Ferguson,  der  nach  Tyrreils
105 )  Seine  Haupttätigkeit  fiel  in  die  70er,  80er  und  in  die  1.  Hälfte  der  90er  Jahre.  Dann  trat  er  mehr  zurück,
bes.  von  1901  ab,  als  er  Direktor  der  kanadischen  geol.  Landesaufnahme  wurde.  Trotzdem  hat  er  bis  zu  seinem
Tode,  im  Sommer  1917,  noch  vielfache,  wertvolle  Anregungen  gegeben.
103 )  Eine  zusammenhängende  Darstellung  der  Erforschung  des  Churchill  von  den  frühesten  Zeiten  an,  die
Ausgangspunkt  für  eine  Monographie  des  Churchills  werden  könnte,  gibt  .1.  B.  Tyrrell  (Early  exploration  of  the
Churchill  River.  The  Geogr.  Rev.  1917,  May.),  anknüpfend  an  Alooek.  (Geog.  Kev.  Vol.  II,  1916.)
            
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