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Volltext : Modellierung großräumiger Sedimenttransporte in der Deutschen Bucht (Nordsee)

Nur  mit  einem  interdisziplinären  Ansatz  wird  es  möglich  sein,  die  Zuverlässigkeit  von
Reproduktion,  Analyse  und  Prognose  von  Sedimenttransport  und  Morphodynamik  in  der
Deutschen  Bucht  zu  erhöhen.  Dieses  integrierte  Konzept  garantiert  einen  umfangreichen
und  konsistenten  Datenbestand  für  zukünftige  Analysen  und  numerische  Modellierungen
von  morphodynamischen  Prozessen  in  der  Deutschen  Bucht.
Unsicherheiten  werden  mit  Hilfe  eines  Multimodellansatzes  und  prozessbasierter  Simulationsmodelle ­
  reduziert.  Auch  verschiedene  Verbesserungen  der  räumlichen  und  zeitlichen ­
  Modelle  sowie  diverse  physikalische  Approximationen  in  unterschiedlichen  Modellsystemen ­
  werden  zu  einer  höheren  Genauigkeit  der  Gesamtergebnisse  beitragen.
Der  prozessbasierte  Modellansatz  ermöglicht  die  Simulation  und  Analyse  großräumiger ­
  Zirkulations-  und  Sedimenttransportprozesse  in  der  gesamten  Deutschen  Bucht.  Dies
ist  besonders  für  die  Bestimmung  der  seeseitigen  Randbedingungen  für  die  Astuarmodellierung
  von  Bedeutung.  Analysen  der  Modellergebnisse  zeigen  eine  hohe  lokale  Variabilität ­
  des  generell  zyklonalen  Sedimenttransports  an  der  Küste  der  Deutschen  Bucht
-  sowohl  in  der  Magnitude  als  auch  in  der  Richtung.
Eine  verlässliche  Validierung  der  transportierten  Sedimentmengen  ist  auf  Basis  der
verfügbaren  Messungen  derzeit  nicht  möglich.  Ein  quantitativer  Vergleich  mit  geologischen ­
  Analysen  bestätigt  die  generelle  Rolle  der  Deutschen  Bucht  als  Netto-Depositionsbereich.
  Die  verwendeten  Modelle  prognostizieren  eine  Netto-Deposition
zwischen  13  und  46  Mt/a.  Bis  heute  gibt  diese  Bilanz  jedoch  keinen  genauen  Aufschluss
über  die  Wechselwirkung  zwischen  den  Transportprozessen  an  der  Küste  und  in  den
Astuaren.
Die  Netto-Depositionsrate  ist  eng  mit  dem  variablen  aktuellen  meteorologischen  Antrieb ­
  verknüpft.  Künftige  Untersuchungen  sollten  Baggermaßnahmen  und  Verklappungen ­
  in  den  äußeren  Astuaren  berücksichtigen,  die  einen  wesentlichen  Einfluss  auf  die
Netto-Depositionsrate  haben.
Die  im  Rahmen  von  AufMod  durchgeführten  morphodynamischen  Untersuchungen
weisen  ebenfalls  eine  hohe  Schwankungsbreite  zwischen  den  verschiedenen  Simulationsergebnissen ­
  auf.  Die  Bewertung  des  AufMod-Projekts  ist  jedoch  durch  Messungenauigkeiten ­
  der  räumlichen  und  zeitlichen  Daten  eingeschränkt.  Die  Weiterentwicklung  der
morphodynamischen  Simulationen,  insbesondere  die  Auswirkung  der  Interaktionen  von
Küste  und  Astuaren,  stellt  daher  eine  Herausforderung  dar,  die  in  zukünftigen  Forschungsvorhaben ­
  weiter  vorangetrieben  werden  muss.
Ein  zusammenfassender  Endbericht,  der  alle  Ergebnisse  der  verschiedenen  Institute
beinhaltet,  ist  ebenfalls  verfügbar  (HEYER  und  SCHROTTKE,  2013).
8  Schriftenverzeichnis
BOON,  J.,  VAN  DERKAAIJ,  T.,  VOS,  R.J.  and  GERRITSEN,  H.:  Modelling  of  suspended  particulate
  matter  (SPM)  in  the  North  Sea.  Model  set-up  and  first  sensitivity  analysis.
Delft  Hydraulics  Research  Report,  Z2025,  1997.
CASULLI,  V.  and  ZANOLLI,  P.:  Semi-Implicit  Numerical  Modelling  of  Non-Hydrostatic
Free-surface  Flows  for  Environmental  Problems.  Mathematical  and  Computer
Modelling,  36,  1131-1149,  2002.
DE  KOK,  J.M.:  Slibtransport  längs  de  Nederlandse  kust.  Bronnen,  fluxen  en  concentraties.
RIKZ/OS/2004.148w,  2004.
            
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