Seemann und Köppen: Tropische Wirbelstürme im südlichen Indischen Ocean, 363
Windstillen und leichten Winden sich befindet. Hier eben scheint die Wiege
der Cyklone gewesen zu sein. ..
Dieses Gebiet ist von starken Winden aus südöstlicher, westsüdwestlicher
and nordwestlicher Richtung umgeben. Wir ersehen ferner aus den Barometer-
angaben in der Karte, daß der Luftdruck in dem Gebiete der Stillen noch. die
normale Höhe hat und dafs sowohl der SE-Passat im Süden, wie der SW-Monsun
im Norden in voller Herrschaft in ihrem Gebiete obwalten.
Wir wollen hier gleich einschalten, dafs eben darin das Eigenthümliche
dieser Mai-Cyklone liegt, dafs sie, trotzdem kein NW-Monsun mehr herrscht, sich
entwickelt, wodurch die Annahme einer ausschließlichen Bildung zwischen zwei
sich begrenzenden großen Luftströmen, wie NW-Monsun und SE-Passat sind,
8.Mai 1863. Mittags.
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Astronomisch bestimmte Schiffsörter.
geschwächt wird. Es ist jedoch auch in diesem Falle nicht ausgeschlossen,
dafs gegen die Sunda-Inseln hin noch NW-Monsun geherrscht hat, Das Schiff
„Lochnagar“ auf 5° S-Br und 93,6° O-Lg mit NW 6 und Regen liefert uns
für diese Annahme einen gewissen Anhalt. Die Temperatur war in dem in
Frage stehenden Gebiet sehr hoch.
Am 9. Mai weht der SE-Passat zwischen 74° und 93° O-Lg in einem
breiten Gürtel und geht, je näher dem Aequator, in einen Süd- bezw. SW-Wind
über. Der Passat ist vielfach stark bis stürmisch mit Regenschauern. Auch die
südwestlichen Winde sind gröfstentheils böig und frisch, während zwischen
diesen Gebieten nur leichte Luftströmungen vorherrschen, Das Barometer fängt
jetzt an, umÄein Geringes zu fallen, während die Temperatur noch hoch ist.
Am 10. Mai ist die Wetterlage eine fast gleiche wie an dem Vortage.!)
+ Wir führen aus den Berichten nur das an, was aus den Karten nicht ersichtlich ist.