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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

50 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1906, 
Jahre beherbergt hat, so möge ihr Bild, nach einer Photographie des Herrn 
Teisserene de Bort, hier Platz finden (Fig. I, oben rechts). 
Die Drehbude für den Haspel fand bei a (Fig. 1) Aufstellung, und zwar 
auf einem nicht ganz 2 m hohen künstlichen Hügel, den man am rechten 
Rande von Fig. II erblickt. Die Aufstellung geschah in der Weise, daß zu- 
nächst sechs dünne Backsteinpfeiler aufgebaut wurden, auf welche die Ring- 
schiene zu liegen kam, und ein zentraler Pfeiler für den Mittelbolzen. Über 
der Ringschiene wurde die Holzbude, auf Holzböcken ruhend, aufgestellt, dann 
die Pfeiler zugeschüttet und der Hügel um sie aufgeschüttet, und später, als 
der Mörtel der Pfeiler fest war, die Bude auf diese niedergelassen. Ein Jahr 
später, als die Erde sich genügend gesetzt hatte, sind die oberen Teile der 
Pfeiler noch durch einen kräftigen Konkretkranz verbunden worden, 
Dieses kleine, drehbare Windenhaus (Fig, II und IV) von nur 2.1 X 2.1 m 
Grundriß ist noch dasselbe, das beim Beginn der Drachenversuche 1899 auf 
dem Grundstück in Eimsbüttel zur Aufnahme der: Handwinde aufgestellt 
wurde, Durch sparsamste Ausnutzung des Platzes konnte jetzt auch die 
Motorwinde samt dem Spiritusmotor und Kühlgefäß darin Unterkunft finden, 
indem die Rohrleitung für die Auspuffgase nach draußen verlegt und bei 
einer ohnehin notwendigen Reparatur des vorderen Türrahmens dieser um 
einige Zentimeter weiter hinausgeschoben wurde, Über die Aufstellung des 
Motors, die bei der Beweglichkeit der Hütte nicht ohne Schwierigkeit war, 
Äindet man im vorletzten Abschnitt einige Angaben. Die anfangs sehr starken 
Erschütterungen beim Gange des Motors sind jetzt auf ein erträgliches Maß 
reduziert. Die Drehbarkeit der Hütte und auch deren Aufstellung auf künst- 
lichem Hügel bewähren sich fortdauernd als sehr zweckmäßig; etwas mehr 
Raum darin wäre zwar angenehmer, aber nicht durchaus notwendig. 
Auf den Photographien Fig. I (Hauptbild) und Fig. III ist rechts der 
künstliche Hügel mit der Drehbude darauf zu sehen, letztere (wie auch auf 
Fig. IV) von der Rückseite, in der sich ein Fenster mit Lade befindet, das 
bei Hitze Luftzug zu machen gestattet, Im rechten Abhang des Hügels ist 
die Tür eines kleinen Kellers zu erkennen, der zur Aufnahme des Vorrats an 
Motorspiritus dient. 
Das größere Haus auf derselben Figur I ist das Stationsgebäude, dessen 
Grundriß aus Fig. 2, Taf, 4 zu ersehen ist. Es besteht aus einer höheren, 
unheizbaren Halle, die zur Aufbewahrung der Drachen dient, einem Ballon- 
schuppen für Registrierballons, der später auch für Fesselballons nach Her- 
gesells Methode dienen kann, und zwei heizbaren Räumen, einer Werkstatt 
und einem Schreibzimmer, Die Werkstatt hat kürzlich eine Vergrößerung 
erfahren, indem zwei kleine Nebenräume zu ihr geschlagen wurden; dadurch 
hat sie gegenwärtig genügend Raum; durch zwei Fenster und ÖOberlicht ist 
für helle Beleuchtung gesorgt. Das zweifenstrige Schreibzimmer bietet zu- 
gleich durch einen großen Wandschrank genügenden Raum zur Aufnahme 
von Büchern, Apparaten und Papieren, Die heizbaren Räume sind doppelt, 
die nicht heizbaren einfach mit gefugten Brettern verschalt und erstere durch 
einen einzigen Meidinger-Ofen erheizt. Der Zwischenraum zwischen den 
Verschalungen sowie zwischen Fußboden und Fehlboden ist mit Torfmull aus- 
gefüllt, wodurch diese Räume im Winter genügend warm gehalten werden 
können. 
Das Stationsgebäude ist so orientiert, daß bei offenen Türen die Dreh- 
bude mit dem Haspel aus der Werkstatt und sogar aus dem Schreibzimmer 
zu sehen ist, um die Verständigung und Hilfeleistung zu erleichtern. Während 
des Aufstiegs ist, (außer bei Schneetreiben aus O0 oder’N) das Tor der Drachen- 
halle stets offen. Der Ballonschuppen ist gegen das Hauptgebäude verschoben, 
um so zwei windgeschützte einspringende Winkel oder kleine Höfe zu bilden, 
nach deren jeder ein Tor dieses Schuppens sich öffnet. Bei Süd- und West- 
winden wird das Osttor, bei Nord- und Ostwinden das Südtor des Schuppens 
zum Auflassen der Registrierballons im Schutze der Gebäude benutzt. Der 
Ballonschuppen ist erst im Juli 1905 auf Kosten des Hamburgischen Phrysi-
	        
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