Meereskunde
Das neue BLMP soll die Situation in der Ho
hen See besser als bisher beschreiben; im Be
reich der Küstengewässer wird die Zahl der stän
dig überwachten Meßstelien reduziert;
Flußeinträge durch Kommunen, Industrie und
Landwirtschaft sollen einbezogen werden; die
Ermittlung des atmosphärischen Schadstoffein
trages wird koordiniert.
Objekte der Überwachung sollen sein:
- Schadstoffe im Wasser und im Sediment;
im Sediment muß die Messung organischer
Schadstoffe verstärkt werden,
- Schadstoffe in Biota;
Bereiche hoher Belastungen sind zu identifi
zieren; in Biota ist Trendmonitoring möglich,
um die Wirksamkeit von Reduzierungsmaß
nahmen zu überprüfen (Beispiel: Quecksilber
in Miesmuscheln),
- Algenfrüherkennung;
aufgrund der schnellen Vermehrungsrate des
Phytoplanktons müssen die Messungen
während der Vegetationsperiode mindestens
14tägig durchgeführt werden,
- Eutrophierungsprobleme; Überwachung von:
- Häufigkeit und Intensität von Algenblüten,
- Matten von Makroalgen und „Schwarze
Flecken“,
- Veränderungen In Artenspektrum und Bio
masse von Benthosgemeinschaften,
-- Auswirkungen der Fischerei;
Beobachtung von Veränderungen der Fisch-,
Muschel und Krebsbestände, des Beifangs,
aber auch von Veränderungen der Boden-
fauna-Gemeinschaft durch Zerstörung der
Meeresbodenstruktur,
- Artenvielfalt;
die Artenzusammensetzung von etwa Phyto
plankton, Zooplankton, Benthosorganismen,
Fischen, Vögeln, Walen und Seehunden,
- Ölverschmutzung.
Die Überwachung erfolgt in Trendmessun
gen und großräumiger Überwachung:
- Trendmessungen:
Trendmessungen sind wegen der hohen Va
riabilität, die das TUVAS-Projekt gezeigt hat,
besonders aufwendig. Sie sind nur sinnvoll,
wenn statistisch gesicherte Aussagen möglich
sind. Wenn also für einen Stoff nicht die not
wendige Probenzahl beschafft werden kann,
wird er nicht im Trendmonitoring überwacht.
Aus fachlichen und Kostengründen ist eine
Beschränkung des Trendmonitorings auf nicht
mehr als 12 Dauermeßstellen an repräsentati
ven Orten zu empfehlen. Von diesen sollen
vier in der offenen Nordsee und eine bei Hel
goland liegen; im küstennahen Bereich der
Nordsee sind weitere vier Stationen vorzuse
hen. In der Ostsee sollte an drei Stationen ge
messen werden.
Es wird überlegt, ob das BLMP so gestaltet
werden kann, daß ein Trend von jährlich 5 %
mit einer Zuverlässigkeit von 90 % innerhalb
von 8 Jahren erkannt werden kann. Dazu sind
Dauermeßstellen für Wasser und Sediment
notwendig. Nach den TUVAS-Ergebnissen un
ter Anwendung der Statistik wären in der offe
nen Nordsee mit maximal 20-45 Beprobun-
gen pro Station für viele Parameter Trend
aussagen möglich (je nach Stoff und Station).