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Full text: Jahresbericht 1993

Meereskunde 
Das neue BLMP soll die Situation in der Ho 
hen See besser als bisher beschreiben; im Be 
reich der Küstengewässer wird die Zahl der stän 
dig überwachten Meßstelien reduziert; 
Flußeinträge durch Kommunen, Industrie und 
Landwirtschaft sollen einbezogen werden; die 
Ermittlung des atmosphärischen Schadstoffein 
trages wird koordiniert. 
Objekte der Überwachung sollen sein: 
- Schadstoffe im Wasser und im Sediment; 
im Sediment muß die Messung organischer 
Schadstoffe verstärkt werden, 
- Schadstoffe in Biota; 
Bereiche hoher Belastungen sind zu identifi 
zieren; in Biota ist Trendmonitoring möglich, 
um die Wirksamkeit von Reduzierungsmaß 
nahmen zu überprüfen (Beispiel: Quecksilber 
in Miesmuscheln), 
- Algenfrüherkennung; 
aufgrund der schnellen Vermehrungsrate des 
Phytoplanktons müssen die Messungen 
während der Vegetationsperiode mindestens 
14tägig durchgeführt werden, 
- Eutrophierungsprobleme; Überwachung von: 
- Häufigkeit und Intensität von Algenblüten, 
- Matten von Makroalgen und „Schwarze 
Flecken“, 
- Veränderungen In Artenspektrum und Bio 
masse von Benthosgemeinschaften, 
-- Auswirkungen der Fischerei; 
Beobachtung von Veränderungen der Fisch-, 
Muschel und Krebsbestände, des Beifangs, 
aber auch von Veränderungen der Boden- 
fauna-Gemeinschaft durch Zerstörung der 
Meeresbodenstruktur, 
- Artenvielfalt; 
die Artenzusammensetzung von etwa Phyto 
plankton, Zooplankton, Benthosorganismen, 
Fischen, Vögeln, Walen und Seehunden, 
- Ölverschmutzung. 
Die Überwachung erfolgt in Trendmessun 
gen und großräumiger Überwachung: 
- Trendmessungen: 
Trendmessungen sind wegen der hohen Va 
riabilität, die das TUVAS-Projekt gezeigt hat, 
besonders aufwendig. Sie sind nur sinnvoll, 
wenn statistisch gesicherte Aussagen möglich 
sind. Wenn also für einen Stoff nicht die not 
wendige Probenzahl beschafft werden kann, 
wird er nicht im Trendmonitoring überwacht. 
Aus fachlichen und Kostengründen ist eine 
Beschränkung des Trendmonitorings auf nicht 
mehr als 12 Dauermeßstellen an repräsentati 
ven Orten zu empfehlen. Von diesen sollen 
vier in der offenen Nordsee und eine bei Hel 
goland liegen; im küstennahen Bereich der 
Nordsee sind weitere vier Stationen vorzuse 
hen. In der Ostsee sollte an drei Stationen ge 
messen werden. 
Es wird überlegt, ob das BLMP so gestaltet 
werden kann, daß ein Trend von jährlich 5 % 
mit einer Zuverlässigkeit von 90 % innerhalb 
von 8 Jahren erkannt werden kann. Dazu sind 
Dauermeßstellen für Wasser und Sediment 
notwendig. Nach den TUVAS-Ergebnissen un 
ter Anwendung der Statistik wären in der offe 
nen Nordsee mit maximal 20-45 Beprobun- 
gen pro Station für viele Parameter Trend 
aussagen möglich (je nach Stoff und Station).
	        
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