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Volltext: Jahresbericht 1993

Meereskunde 
den. Der Analogieschluß zu einer in den 70er 
Jahren beobachteten negativen Temperatur- und 
Salzgehaltsanomalie könnte sich anbieten. Vor 
etwa 20 Jahren bewegte sich ein als „große Salz 
gehaltsanomalie des nördlichen Nordatlantiks” 
bezeichnete Wassermasse von der Labradorsee 
nach Europa und in das Europäische Nordmeer. 
In den Jahren 1977 bis 1979 wirkte sie sich in der 
Nordsee aus und führte hier zu extrem kalten 
Wintern. Die Entstehung dieser Anomalie wird 
mit der Abschwächung der Labrador-See-Was- 
ser Produktion erklärt. 
Das neue Bund/Länder-Meß- 
programm (BLMP) und die 
Meeresumweltdatenbank (MUDAB) 
Nachdem Bemühungen zur Neufassung 
des BLMP in den 80er Jahren nicht zum Ziel ge 
führt hatten, erhielt das BSH 1990 den Auftrag, 
wegen der Schwachstellen des nicht mehr aktu 
ellen Programms ein Grobkonzept für ein neues 
BLMP zu erstellen. In einer Bund/Länder-Res- 
sortgruppe wurde 1991 dieses Grobkonzept ver 
abschiedet; eine Verwaitungseinbarung über die 
Bildung einer „Arbeitsgemeinschaft zur Überwa 
chung der Nord- und Ostsee“ ist seit 1993 inhalt 
lich abgestimmt. 
Das neue BLMP soll als nationales Über 
wachungsprogramm u. a. Meßprogramme der 
Länder und des Bundes zusammenführen. Dazu 
muß sichergestellt werden, daß die entsprechen 
den Meßdaten in einer Datenbank zusammen 
geführt werden. Damit ist die vom Umweltbun 
desamt (UBA) und BSH gemeinsam betriebene 
Meeresumwelt-Datenbank (MUDAB) beauftragt. 
Ein wichtiges Argument für die Vergabe der Ge 
schäftsstelle des neuen BLMP an das BSH war 
die Notwendigkeit einer engen Kopplung der Ko 
ordinierungsstelle des zukünftigen BLMP und 
MUDAB. 
Die Organisationsform des neuen BLMP 
wird mehrere Ebenen umfassen. Führungsgre 
mium auf ministerieller Ebene ist der ARGE-Aus- 
schuß, dessen Mitglieder von den Partnern des 
Verwaltungsabkommens, Bund und Ländern, 
gestellt werden. Für Nord- und Ostsee werden 
zwei einzelne Fach-Arbeitsgruppen eingerichtet, 
die im wesentlichen aus technisch-wissenschaft 
lichem Personal bestehen. 
Die vom ARGE-Ausschuß im Rahmen sei 
ner Lenkungs- und Leitungsfunktion festgeleg 
ten Aufgaben werden von einer einzurichten 
den „Geschäftsstelle Nord- und Ostsee“ (GSNO) 
umgesetzt, die auch die Sekretariatsgeschäfte 
wahrnimmt. Zu den Aufgaben der GSNO 
gehören laut urspünglicher Planung u. a.: 
- Koordination der Umweltüberwachung und die 
Zusammenfassung aller Umweltinformationen 
von Nord- und Ostsee, 
- Erstellen regelmäßiger und aktueller Zu 
standsberichte, 
- Erfüllung der Berichtspflichten an nationale 
und internationale Gremien, 
- Sicherstellung des Flusses der Daten zu 
GSNO und MUDAB und ihrer Bewertung, 
- Sekretariatsarbeit,
	        
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