zur Erfassung der periodischen oder unperiodi
schen Schwankungen des Wärmeinhalts. Das
betrifft insbesondere die durch Mäander, Strom
bänder und Wirbel geprägte Variabilität des
Nordatlantischen Stromes, als auch die Konvek
tionsprozesse im Bereich der Zentralwasser
massen, die zur Bildung der oberflächennahe-
sten Fraktionen des Subpolar Mode Wassers
führen. Für diese Messungen, die vom fahren
den Schiff aus durchgeführt werden, kommen
spezielle Einwegsonden (XBT) zur Messung des
Temperaturprofils bis in 2000 m Wassertiefe zum
Einsatz.
Das Projekt „WOCE-Nord“ befindet sich
noch in der Feldphase. Entsprechend lag der
Schwerpunkt der Arbeiten in den Bereichen Da
tengewinnung, Qualitätssicherung und Methode
nentwicklung. Zur Bedienung des hydrographi
schen Schnittes wurden bisher 3 Reisen
durchgeführt. Während die 1. Fahrt (VALDIVIA
109, März/April 1991) wegen der extremen Wet
terbedingungen fehlschlug, waren die beiden fol
genden Reisen erfolgreich. Die umfangreichen
Datensätze der Reisen METEOR 18 (Sept.
1991) und VALDIVIA 129 (Sept 1992)(Abb. 24)
sind aufbereitet und die Analyse wurde begon
nen. In einem ersten Schritt werden zur Untersu
chung der Dynamik die Hydrographie-, ADCP-,
und Verankerungsdaten verknüpft. Im Rahmen
einer sog. objektiven Multiparameter-Wasser-
massenanalyse der Daten der Reise METEOR
18 werden neben den Parametern Temperatur,
Salzgehalt, Sauerstoff und Nährsalze auch die
Tracer-Messungen (Tritium, 3 He, 14 C und Freon)
mit herangezogen, um die Anteile einzelner Was
sermassen besser zu quantifizieren (Volumen
WOCE
bestimmung) und die Zeiträume seit ihrer Ent
stehung abzuschätzen (Altersbestimmung). Bei
den Langzeitverankerungen bewirkte die leider
hohe Verlustrate eine Reduzierung dieses Pro
grammteils um bisher 50 %.
Das XBT-Programm konnte ohne größere
Störungen mit CMS KÖLN EXPRESS der
Hapag-Lloyd AG fortgesetzt werden. Erstmalig
wurden auch neuartige Einwegsonden einge
setzt, die es erlauben, außer der Temperatur
auch den Salzgehalt vom fahrenden Schiff aus
zu messen (XCTD). Dank der guten Zusammen
arbeit mit dem State Oceanography Institute
in Moskau wurden mit dem PROFESSOR
MULTANOVSKIY 3 zusätzliche sehr engabstän
dige XBT-Schnitte gewonnen. Einen weitere Bei
trag zu dem XBT-Datensatz lieferte FS GAUSS
(Abb. 25). Mit Stand Dezember 1993 liegen ins
gesamt 77 Temperaturschnitte mit einer Stan
dardmeßtiefe von 800 m und in Einzelfälien bis
2000 m vor (Abb. 24), Zur quantitativen Auswer
tung der 5-jährigen Zeitreihe, die sich räumlich
über ein 300 sm breites zonales Band verteilt,
wurde ein spezielles Analyseverfahren (optimale
Interpolation mit orthogonalen Flächen) ent
wickelt und neu in die Ozeanographie eingeführt.
Das Projekt „WOCE 48° N“ hat die Bestim
mung des ozeanischen Wärme- und Frischwas
sertransports des Atlantiks auf der Breite von
48° N zum Ziel. Während für den Nordatlantik die
mittlere Zirkulation hinreichend bekannt ist,
wurde der Wärmetransport nur für die Breite sei
nes Maximums, nämlich 24° N, direkt bestimmt.
Dieser für das Klimageschehen wichtige meridio
nale Gesamttransport von Wärme wird jetzt wei
ter polwärts entlang 48° N zusammen mit den