eereskunde
Das
World Ocean
Circulation Experiment
(WOCE)
Im Nordatlantik wurden die Untersuchun
gen des BSH zur physikalischen Ozeanographie
verstärkt. Diese Aktivitäten sind Bestandteil des
deutschen Beitrages zum World Ocean Circula
tion Experiment (WOCE), dem globalen For
schungsprogramm für eine moderne Zustands
beschreibung des Weltmeeres. Der Beitrag des
BSH konzentriert sich auf den Bereich des sub
polaren Nordatlantiks zwischen 40° N und 60° N
mit dem Ziel, langzeitige klimarelevante Schwan
kungen der meridionalen Wärme-, Volumen- und
Stofftransporte zu beobachten.
Der Atlantische Ozean weist aufgrund
seiner Nord-Süd-Ausdehnung die intensivste
Meridionalzirkulation aller Ozeane auf. Der im
Nordatlantik polwärts gerichtete Transport der
Warmwassersphäre und der äquatorwärts ge
richtete Transport der Kaltwassersphäre sind
wesentliche Bestimmungsgrößen für die Model
lierung der Rolle des Ozeans im Klimasystem.
Das seit 1989 vom BMFT geförderte Projekt
„WOCE-Nord“ (WOCE North-Atlantic Overtur
ning Rate Determination) und das 1993 neu hin
zugekommene Projekt „WOCE 48° N“ haben
zum Ziel, diese Transportraten zu bestimmen.
In dem gemeinsam mit dem IfM Hamburg
durchgeführten Projekt „WOCE-Nord“ werden
erstmals die meridionalen Wärme- und Stoff
transporte im Nordatlantik durch den Schnitt
Irland - Südgrönland quantifiziert. In seinem süd
lichen Vorfeld werden außerdem die für den
nordwärtigen Wärmetransport wesentlichen
Fluktuationen des Wärmeinhalts im obersten
Kilometer des Ozeans erfaßt. Dieser Schnitt liegt
südlich der Region, in der die Wechselwirkung
Ozean-Atmosphäre das in hohe Breiten trans
portierte Wasser subtropischen Ursprungs der
Warmwassersphäre soweit transformiert, daß es
durch Konvektion in mittlere und große Tiefen
absinkt und sich nach Süden als Ursprungswas
sermasse für das Nordatlantische Tiefenwasser
in der Kaltwassersphäre global ausbreitet. Die
ser als „Overturning” bezeichnete Prozeß gilt als
Hauptantrieb der globalen thermohalinen Zirku
lation. Die quantitative Bestimmung der einzel
nen Beiträge im nordatlantischen Overturning-
System ist eine Voraussetzung für eine
verbesserte Modellierung der Rolle des Ozeans
im Klima-System. Die nötige Datenbasis zur Be
rechnung der Transportraten der am Overturning
beteiligten Wassermassen wird durch wieder
holte hydrographische Schnitte zwischen Irland
und Südgrönland in Kombination mit Strömungs
messungen vom fahrenden Schiff (ADCP),
Langzeit-Strömungsmesserverankerungen so
wie Oberfiächenneigungen aus Satellitenmes
sungen gewonnen.
Für statistisch signifikante Informationen
über die zeitlichen und räumlichen Skalen der
Transportbeiträge sind Messungen entlang des
hydrographischen Schnitts wegen der hohen
raum-zeitlichen Variabilität allein nicht ausrei
chend. Dazu dient ein flankierendes Meßpro
gramm mit Handelsschiffen im südlichen Vorfeld