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TUVAS
Das TUVAS-Projekt:
Transport, Umsatz und Variabilität
von Schad- und Nährstoffen in der
Deutschen Bucht.
Das BSH hat von November 1989 bis März
1992 mit Förderung des BMFT ein umfangrei
ches Umweitmeßprogramm in der Deutschen
Bucht durchgeführt, in dem das räumliche und
zeitliche Verhalten von Stoffen mit Belastungs
potential studiert werden sollte. Die Daten aus
diesem Projekt sollten ebenfalls als Basis die
nen, an der zukünftig die Wirksamkeit von
Schadstoffreduzierungsmaßnahmen gemessen
werden kann. Die Messungen wurden haupt
sächlich im Wasserkörper durchgeführt. Zur Ab
schätzung von Vertikaltransporten partikulär ge
bundener Schadstoffe fanden separate Untersu
chungen an Schwebstoffen und Sedimenten
statt. Formal wurde das Projekt 1993 mit der Ab
gabe des Abschlußberichtes an den BMFT be
endet. Der umfangreiche Datensatz ist aber
noch nicht vollständig ausgewertet.
Die Probennahme wurde auf einem orts
festen Stationsnetz mit 25 Stationen durch
geführt (Abb. 23). In das Netz waren die Statio
nen des Bund-Länder-Meßprogramms aufge
nommen worden, um zum einen bei der Bewer
tung der Projektdaten auf längere Meßreihen
zurückgreifen zu können; andererseits um zu be
urteilen, ob die bisherigen Messungen in ausrei
chender Häufigkeit durchgeführt worden waren.
Beprobungen fanden in monatlichem, für einige
Stoffe in zweimonatlichem Abstand statt (jeweils
vom 5.-12. Tag eines Monats). Um ein möglichst
vollständiges Bild der Belastung zu bekommen,
das auch Wechselwirkungen und Zusammen
hänge zwischen Stoffen, Stoffgruppen und den
Kompartimenten Wasser und Sediment transpa
renter macht, wurden alle chemischen und ozea-
nographischen Arbeitsgruppen des BSH in das
Projekt integriert (physikalische Wasserparame
ter, Nährstoffe, Spurenmetalle, Pestizide, Erdöl
kohlenwasserstoffe, künstliche Radionuklide,
Sedimentchemie, Schwebstoffe, ozeanographi-
sche Modellierung, Fernerkundung). Für die mei
sten Stoffe wurden oberflächennahe Wasserpro
ben entnommen (5-1 Om Wassertiefe). Für einige
Stoffe wurden zusätzlich bodennahe Beprobun
gen durchgeführt.
Ergebnisse:
Der durchschnittliche hydrographische Zu
stand der Deutschen Bucht war durch intensive
Westwindlagen, starken Atlantikwassereintrag
und geringe Süßwasserabflüsse gekennzeichnet
(Abb. 23). Im Frühling 1990 überschritten die
Salzgehalte am Westrand des Meßgebietes
deutlich 35 PSU (PSU * %o). Vor der Elbe-Mün
dung wurden bis 34 PSU gemessen. Die Elbe
fahne lag zumeist östlich von 8° E dicht unter der
nordfriesischen Küste. Im Jahresgang wurden in
den stürmischen Wintermonaten im Mittel hohe
Salzgehalte gemessen, in den Sommermonaten
mit häufig ablandigen Winden, die Küstenwasser
in die Deutsche Bucht hinaus drücken, im Mittel
etwas niedrigere Werte.