Meereskunde
Neukonzeption
des Bund/Länder-Meßprogramms
Die Arbeiten zur Neugestaltung des 13
Jahre alten Bund/Länder-Meßprogramms (BLMP)
zur Überwachung der Meere sind weitergeführt
worden. Das BSH hatte 1991 ein Grobkonzept
für das neue BLMP erstellt, das in Bund/Länder-
Ressortsitzungen akzeptiert worden war. Derzeit
läuft das Unterzeichnungsverfahren der zu
gehörigen Verwaltungsvereinbarung zwischen
Bund und Ländern, zu klären sind noch Finan
zierungsfragen. Die Neuregelung der Überwa
chung der Ostsee nach der deutschen Einigung
erfolgt im Rahmen des neuen Bund/Länder-
Meßprogramms. Das BSH ist aktiv in die Abstim
mungsgespräche eingebunden.
Die Neukonzeption des BLMP sieht vor,
eine Geschäftsstelle einzurichten, die eng mit
der MUDAB (Meeresumweltdatenbank) Zusam
menarbeiten soll, welche die Aufnahme und Ver
arbeitung der Überwachungsdaten übernehmen
wird. Die Geschäftsstelle wird die Sekretariatsar
beit sowie nach entsprechender Ausstattung die
Berichterstattung über den Zustand der Nord-
und Ostsee zu leisten haben. Die Aufgaben der
Geschäftsstelle Nordsee/Ostsee soll das BSH
übernehmen.
Im Vorgriff darauf führte das BSH den Vor
sitz einer ad-hoc-Arbeitsgruppe, die eine Grund
konzeption des neuen BLMP erarbeitete. Dieser
Gruppe gehörten Vertreter der BAH, der Länder
und des UBA an. Die Konzeption unterscheidet
zwischen zeitaufwendigem Trendmonitoring an
wenigen sog. Intensivmeßstellen und flächen
deckenden Untersuchungen, die nur im Abstand
82
von einigen Jahren erfolgen sollen. Details erga
ben sich aus den Ergebnissen des Projekts
TUVAS.
Symposium
„Aktuelle Probleme der Meeresumwelt"
Im Auftrag des BMU und unter Mitarbeit
des Umweltbundesamtes führte das BSH das
dritte wissenschaftliche Symposium „Aktuelle
Probleme der Meeresumwelt“ in Hamburg durch.
Es stieß erneut auf reges wissenschaftliches und
journalistisches Interesse; die weit über 200 Teil
nehmer, darunter auch einige Referenten aus
dem Ausland, diskutierten unter internationaler
Beteiligung verschiedene Problemfelder. Die
Eröffnungsrede hielt Bundesumweltminister
Prof. Dr. Klaus Töpfer.
Themenschwerpunkte der Veranstaltung
waren der Zustandsbericht für die Nordsee
(QSR), Fischkrankheiten und Monitoring, Um
weltschutz in der Schiffahrt, die Einbringung von
radioaktiven Abfällen in die Meeresumwelt durch
die ehemalige UdSSR, der Schutz der Ostsee
sowie der Problembereich Landwirtschaft und
Nährstoffeinträge.
Es zeigte sich, daß trotz der bislang erziel
ten Erfolge weitere Maßnahmen, insbesondere
zur Verbesserung des Belastungszustands der
Küstengewässer der Nordsee und Ostsee, not
wendig sind. Auch zeigten die bisherigen Ergeb
nisse der Überwachung des Belastungszustan
des von Nord- und Ostsee deutlich, daß die
Meßprogramme sowohl national als auch inter