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Full text: Jahresbericht 1993

Strömungsmessungen in der Emsmündung. 
Im Mai/Juni beteiligte sich das BSH mit 
Strömungsmessungen an hydrographischen Un 
tersuchungen in der Emsmündung, Die Messun 
gen, die auf Beschluß der ständigen deutsch 
niederländischen Emskommission gemeinsam 
mit dem WSA Emden und dem Meetdienst Gro 
ningen (Rijkswaterstaat) durchgeführt wurden, 
bilden Planungsgrundlagen für Baumaßnahmen 
zur langfristigen Sicherung der Insel Borkum und 
zur Erhaltung stabiler Pahrwasserverhältnisse im 
Mündungsbereich der Ems. Die bisherigen Aus 
wertungen zeigen unter anderem, daß sich die 
Kenterzeiten im Bereich zwischen der Emsan- 
steuerung und Borkum (bezogen auf HW Bor 
kum) seit den Messungen im Jahr 1985 nicht 
geändert haben, obwohl inzwischen das Haupt 
fahrwasser vom Hubertgat in die Westerems ver 
legt wurde. 
Monatskarten für den Indischen Ozean 
Die „Monatskarten für den Indischen 
Ozean“ sind in Gemeinschaftsarbeit mit dem 
Seewetteramt mit erweiterten und verbesserten 
Kartendarstellungen neu herausgegeben worden 
(BSH, Nr. 2422,1993,4. Auflage). Die 3. Auflage 
war 1960 erschienen. 
Ausbau des Seehafens Rostock- Warnemünde - 
Geomagnetik 
Die Zufahrt des Seehafens Rostock-War 
nemünde soll von derzeit 13 m Tiefe auf 16,5 m 
Tiefe und eine Sohlbreite von 120 m ausgebaut 
werden. Dieser Ausbau wird für den wirtschaftli 
chen Aufbau in den neuen Bundesländern als 
bedeutend und besonders dringend angesehen. 
In Amtshilfe hat das BSH den Seekanal auf ei 
nem engmaschigen Profilnetz mit magnetischen 
Methoden sowie mit Side Scan Sonar unter 
sucht, um Wrackteile und andere eiserne Ob 
jekte zu orten, die die Baggerarbeiten behindern 
und erschweren könnten. 
Bei der geophysikalischen Aufnahme war 
eine genaue Positionsbestimmung von entschei 
dender Bedeutung. Die Navigation erfolgte da 
her nach DGPS- (Differential Global Positioning 
System) und Syledis-Ortungen. Für die magneti 
schen Messungen wurde ein Protonen-Präzessi- 
ons-Magnetometer eingesetzt. Mit Hilfe des im 
BSH entwickelten Softwaresystems WOGE 
(Wrack- und Objektsuche mit Geomagnetischen 
Erkundungsverfahren) wurden die Meßdaten an 
Bord erfaßt sowie unter Echtzeitbedingungen 
aufbereitet, vorausgewertet und in einer „elektro 
nischen” Seekarte auf dem Bildschirm visuali- 
siert. Dadurch konnten bereits während der Mes 
sung Lokationen mit auffälligen magnetischen 
Anomalien positionsgenau markiert und auf zu 
sätzlichen Profilen näher untersucht werden. Die 
endgültige Auswertung aller Meßdaten wurde an 
Land vorgenommen. Abb. 22 zeigt die Ergeb 
nisse der magnetischen Vermessung für den 
südlichen Teil des Seekanals. Im gesamten Un 
tersuchungsgebiet wurden ca. 25 Positionen mit 
magnetischen Anomalien gefunden, die auf ei 
serne Objekte schließen lassen. Sechs Objekte 
konnten durch Side Scan Sonar bestätigt wer 
den, die anderen sind vermutlich eingesandet.
	        
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