Dienste
Wie zu erwarten, wirken sich die kleinräumi
gen Unebenheiten des Meeresbodens durchaus
auf die örtliche Strömung aus. Die Wirkung die
ses Einflusses ist jedoch in einer weiteren Um
gebung der Unebenheit offenbar unbedeutend.
Strömungsmessungen um Helgoland im
gleichen Zeitraum (April/Mai) sollten die Daten
basis über die außerordentlich veränderlichen
Stromverhältnisse in unmittelbarer Nachbar
schaft der Insel erweitern. Ziel dieser Messun
gen ist die Herausgabe eines großmaßstäbigen
Stromatlasses für die Sportschiffahrt im Bereich
um Helgoland. Die Arbeiten hierzu wurden
jedoch vorerst aufgeschoben, da zur Zeit kein
räumlich hochauflösendes geeignetes Modell
verfügbar ist, das es erlaubt, auf der Grundlage
der vorhandenen Meßergebnisse (Modell-Stütz
werte) detaillierte Strömungskarten zu entwer
fen.
Sedimente in Nord- und Ostsee
Die Korngrößenverteilungsmuster anhand
von Daten aus dem Gebiet der Weißen Bank
(Nordsee) deuten auf Sedimentschüttungen aus
zwei Richtungen hin, die zum einen das Material
zur Verfüllung des pleistozänen Elbe-Urstromtals
heranbrachten und zum anderen zur Bildung der
Weißen Bank führten, die teilweise das Urstrom
tal überlagert. Die Ergebnisse bestätigen damit
Vermutungen aufgrund von Sedimentechogram
men aus diesem Gebiet. Die Untersuchungen
sollen 1994 fortgesetzt werden.
Die Ergebnisse der sedimentechographi
schen Messungen dienten als Grundlage für
Flachbohrungen, deren Zahl dadurch erheblich
reduziert werden konnte. Zugleich erlauben sie,
die in den Bohrungen angetroffenen Schichtun
gen miteinander zu verbinden und so ein zusam
menhängendes Bild des Untergrundes zu erar
beiten. Als wertvolle Hilfe erwies sich hierfür das
„Sonar-Enhancement-System“, mit dem die Roh
daten parallel zur On line-Erfassung auf einem
Datenträger gespeichert und später weiterverar
beitet werden können.
Die schon seit mehreren Jahren laufenden
geologischen Kartierungen des Meeresbodens
in Nord- und Ostsee wurden auch 1993 fortge
setzt. Gemeinsam mit dem Institut für Ostseefor
schung wurden in der westlichen Ostsee Sedi
mentkerne mit dem Vibrocorer zur Einstufung
der sedimentakustischen Horizonte genommen.
Zum Verständnis der Entwicklungsge
schichte der Ostsee und damit auch für die Ein
ordnung der Schichtglieder wurden auf einer
Fahrt mit FS VALDIVIA in Zusammenarbeit mit
dem Geologischen Institut der Universität Göt
tingen Sedimentkerne bis zu 12 m Länge aus
dem Gotlandtief gewonnen und zur Laborbear
beitung nach Göttingen geschafft.
Die bisher geöffneten Kerne enthalten zahl
reiche bioturbate Abschnitte und lassen erken
nen, daß oberhalb von 170 m Wassertiefe im Ho
lozän Erosion verbreitet ist.
Wissenschaftler der Universität Rostock un
terstützten die Kernentnahmen durch den Ein
satz des von ihnen entwickelten Sedimentecho
lots, das hervorragende Ergebnisse lieferte. Die
Kernuntersuchungen wiederum helfen bei der
Kalibrierung des Lotes.
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