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Full text: Jahresbericht 1993

Dienste 
Wie zu erwarten, wirken sich die kleinräumi 
gen Unebenheiten des Meeresbodens durchaus 
auf die örtliche Strömung aus. Die Wirkung die 
ses Einflusses ist jedoch in einer weiteren Um 
gebung der Unebenheit offenbar unbedeutend. 
Strömungsmessungen um Helgoland im 
gleichen Zeitraum (April/Mai) sollten die Daten 
basis über die außerordentlich veränderlichen 
Stromverhältnisse in unmittelbarer Nachbar 
schaft der Insel erweitern. Ziel dieser Messun 
gen ist die Herausgabe eines großmaßstäbigen 
Stromatlasses für die Sportschiffahrt im Bereich 
um Helgoland. Die Arbeiten hierzu wurden 
jedoch vorerst aufgeschoben, da zur Zeit kein 
räumlich hochauflösendes geeignetes Modell 
verfügbar ist, das es erlaubt, auf der Grundlage 
der vorhandenen Meßergebnisse (Modell-Stütz 
werte) detaillierte Strömungskarten zu entwer 
fen. 
Sedimente in Nord- und Ostsee 
Die Korngrößenverteilungsmuster anhand 
von Daten aus dem Gebiet der Weißen Bank 
(Nordsee) deuten auf Sedimentschüttungen aus 
zwei Richtungen hin, die zum einen das Material 
zur Verfüllung des pleistozänen Elbe-Urstromtals 
heranbrachten und zum anderen zur Bildung der 
Weißen Bank führten, die teilweise das Urstrom 
tal überlagert. Die Ergebnisse bestätigen damit 
Vermutungen aufgrund von Sedimentechogram 
men aus diesem Gebiet. Die Untersuchungen 
sollen 1994 fortgesetzt werden. 
Die Ergebnisse der sedimentechographi 
schen Messungen dienten als Grundlage für 
Flachbohrungen, deren Zahl dadurch erheblich 
reduziert werden konnte. Zugleich erlauben sie, 
die in den Bohrungen angetroffenen Schichtun 
gen miteinander zu verbinden und so ein zusam 
menhängendes Bild des Untergrundes zu erar 
beiten. Als wertvolle Hilfe erwies sich hierfür das 
„Sonar-Enhancement-System“, mit dem die Roh 
daten parallel zur On line-Erfassung auf einem 
Datenträger gespeichert und später weiterverar 
beitet werden können. 
Die schon seit mehreren Jahren laufenden 
geologischen Kartierungen des Meeresbodens 
in Nord- und Ostsee wurden auch 1993 fortge 
setzt. Gemeinsam mit dem Institut für Ostseefor 
schung wurden in der westlichen Ostsee Sedi 
mentkerne mit dem Vibrocorer zur Einstufung 
der sedimentakustischen Horizonte genommen. 
Zum Verständnis der Entwicklungsge 
schichte der Ostsee und damit auch für die Ein 
ordnung der Schichtglieder wurden auf einer 
Fahrt mit FS VALDIVIA in Zusammenarbeit mit 
dem Geologischen Institut der Universität Göt 
tingen Sedimentkerne bis zu 12 m Länge aus 
dem Gotlandtief gewonnen und zur Laborbear 
beitung nach Göttingen geschafft. 
Die bisher geöffneten Kerne enthalten zahl 
reiche bioturbate Abschnitte und lassen erken 
nen, daß oberhalb von 170 m Wassertiefe im Ho 
lozän Erosion verbreitet ist. 
Wissenschaftler der Universität Rostock un 
terstützten die Kernentnahmen durch den Ein 
satz des von ihnen entwickelten Sedimentecho 
lots, das hervorragende Ergebnisse lieferte. Die 
Kernuntersuchungen wiederum helfen bei der 
Kalibrierung des Lotes. 
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