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eereskunde
Kadet-Rinne relativ schnell abnahmen. Ein wei
terer günstiger meteorologischer Anstoß hätte
vermutlich genügt, das salzreiche Bodenwasser
über die Darßer Schwelle in das Arkona-Becken
fließen zu lassen.
Der kräftige Einstrom frischen Tiefen
wassers im Januar aus dem Kattegat in die Ost
see schien nach den Überwachungsergebnis
sen des Instituts für Ostseeforschung im April
das Gotland-Becken erreicht zu haben. Jeden
falls deuteten schwache Sauerstoffgehalte in
Bodennähe (Wassertiefe des Gotlandtiefs: 230-
240 m) eine geringfügige „Auffrischung“ des
regional sonst schwefelwasserstoffhaltigen
(„toten“) Tiefenwassers an, die in Verbindung
mit dem Januar-Einstrom gebracht worden war.
Diese Hinweise wurden zum Anlaß genom
men, die örtliche Tiefenzirkulation im Gotlandtief
näher zu untersuchen, wobei davon ausgegan
gen wurde, daß der Einstrom eine Intensivierung
der Tiefenzirkulation im Gotlandbecken ver
ursacht, wo im allgemeinen nur wechselhafte
und schwache mittlere Wasserbewegungen
(<1 cm/s) auftreten.
Zu Beginn der Forschungsfahrt Nr. 233 der
GAUSS sind im Rahmen des Projektes OPUS
drei Geräteketten mit jeweils drei Strömungs
messern in der Tiefenschicht verankert worden.
Am Ende der GAUSS-Fahrt wurden die Geräte
nach 2 Wochen wieder geborgen. Das H 2 S-Mi-
iieu führte bereits nach dieser kurzen Zeit zu
chemischen Reaktionen in Form von schwarzen
Überzügen der Kunststoff-Rotoren und der
Gerätebehälter (mit Epoxyd beschichtete Metall-
Legierung), insbesondere bei den bodennahen
Geräten, ca. 4 m über Grund. Die Gummikappen
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der akustischen Auslöser, ca. 2 m über dem Bo
den, wiesen eine unbekannte Aufrauhung der
Oberfläche auf.
Die Meßergebnisse deuten an, daß das
Wasser in Bodennähe im Gotlandtief während
des Meßzeitraums entgegengesetzt zum Uhrzei
gersinn mit mittleren Geschwindigkeiten von
2-4 cm/s zirkulierte. Dieses Richtungsverhalten
bestätigt die einzigen aus diesem Seegebiet
bekannten Strömungsmeßergebnisse, die vom
Institut für Meereskunde, Kiel, während der 60er
Jahre gewonnen worden waren (Abb. 20).
Die auf der gleichen GAUSS-Fahrt im
Dezember untersuchten Salzgehalte im Gotland
tief (Abb. 21) waren erwartungsgemäß in der
gesamten Tiefenschicht höher als vor dem Ein
strom Anfang 1993 und höher als noch im
August.
Kleinräumige Strömungen in der
Deutschen Bucht
Im April/Mai sind Strömungsmessungen in
der Deutschen Bucht durchgeführt worden, um
den Einfluß kleinräumiger Unebenheiten des
Meeresbodens auf die örtliche Strömung und auf
Vermischung zu untersuchen.
Ausgewählte Testgebiete waren
-ein etwa 6 m hoher Rücken nördlich von
Baitrum, wo bereits in vergangenen Jahren
ähnliche Arbeiten stattgefunden haben und
- ein 8-10 m tiefes (Spül-)Loch westlich von Sylt,
das durch Sandgewinnung zum Inselschutz
von Sylt entstanden war.