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archiviert. Diese Bilddaten können dann mit ei
nem Bildverarbeitungssystem behandelt und die
Bildprodukte über das lokale Netzwerk auf einem
Drucker ausgegeben werden.
Als bisher einziger operationeller Anwender
ist das BSH von der ESA als nationales Zentrum
für die schnellübertragenen Radardaten des eu
ropäischen Erdbeobachtungssatelliten ERS ein
gesetzt und mit einer Aufnahmestation für SAR-
Satellitenbilder bestückt worden (Abb. 19).
Die Nutzungsmöglichkeiten der Radarauf
nahmen des europäischen Erderkundungssatel
liten ERS-1 werden schwerpunktmäßig für zwei
Anwendungsgebiete untersucht: Morphologi
sche Veränderungen im Küstenbereich der Deut
schen Bucht und Eiskartierung in der Ostsee
und in anderen für die deutsche Schiffahrt rele
vanten Seegebieten.
Nachdem zunächst im wesentlichen die
technischen Voraussetzungen für Datenemp
fang- und aufbereitung geschaffen worden wa
ren, konnten 1993 verstärkt die Datenverarbei
tung und -nutzung in Angriff genommen werden.
Im Hinblick auf die Eiskartierung konnten dabei
bereits die Erfahrungen einbezogen werden, die
im Südwinter 1992 in einem Pilotprojekt an der
deutschen Antarktis-Empfangsstation „O’Hig-
gins“ bei der Echtzeit-Nutzung der Radaraufnah
men gewonnen wurden.
Parallel zu den im BSH in Nahe-Echtzeit
empfangenen Radaraufnahmen wurden die
Daten eines abbildenden Satelliten-Mikrowellen-
radiometers (SSM/I - Special Sensor Micro-
wave/Imager) verwendet, den der kanadische
Eisdienst im Rahmen des deutsch-kanadischen
Technologie-Abkommens zur Verfügung stellte.
Hierbei konnten die Vorteile der hochauflösen
den Radaraufnahmen mit denen der Übersichts
aufnahmen des Radiometers verknüpft werden.
Die auf diese Weise gewonnenen Informationen
über die Eisverhältnisse in der Grönlandsee wur
den der POLARSTERN aktuell übermittelt, die
sich zu dieser Zeit in diesem Seegebiet befand
und im Mittelpunkt der von ESA und BMFT ge
förderten Demonstrationskampagnen für die
Nutzung von ERS-1-Daten stand.
Für die Eisuntersuchungen im Ostseeraum
waren die milden Winter 1991/92 und 1992/93
sehr nachteilig. Dennoch zeigten Aufnahmen
aus dem nördlichen Bottnischen Meerbusen
deutlich den Wert der Radaraufnahmen für die
operationelle Eiskartierung. Neben Details der
Eisverteilung und -bedeckung liefern die Radar
aufnahmen dabei auch Informationen über die
Schiffsbewegungen, da sich die .Kielwasser' der
Schiffe im Eis auf den ERS 1-Bi!dern größtenteils
deutlich abheben.
Aufbereitung meeresphysikalischer
Forschungsdaten
Die meeresphysikalischen Forschungsda
ten (Temperatur-, Leätfähigkeits-, Salzgehalts-,
Strömungs-, Pegel- und Trübungsdaten) werden
im BSH zentral aufbereitet. Durch den Einsatz
der IT wird ein effektiver und schneller Daten
durchsatz bei optimaler Datenqualität gesichert.
Mit einem speziellen Mehrzweckrechnersystem
wird sowohl an Land als auch auf See eine
schnelle und sachgerechte Datenaufbereitung
gewährleistet.
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