Dienste
onsmessungen nicht erhalten werden können.
Sie sind darum für viele Anwendungen eine wert
volle Hilfe.
Operationeil werden Satellitendaten für den
Eisnachrichtendienst und für die Wassertempe
raturkarte der Nordsee herangezogen. Darüber
hinaus können sie zur Entdeckung und Verfol
gung spezieller Phänomene an der Meeresober
fläche dienen.
Nord- und Ostsee werden regelmäßig von
Satelliten überflogen und mit empfindlichen Sen
soren abgetastet. Physikalische Eigenschaften
und Merkmale der Meeresoberfläche werden im
sichtbaren und infraroten Bereich erfaßt. Die Da
ten werden im BSH kontinuierlich seit Anfang
1990 empfangen, zu Produkten verarbeitet und
archiviert. Bei Wolkenbedeckung sind in diesem
Wellenlängenbereich keine Daten der Mee
resoberfläche zu erhalten. Mit aktiven RADAR-
Sensoren hingegen sind Aufnahmen bei Nacht
und Wolken möglich.
Die Nutzung von RADAR-Bildern des eu
ropäischen ERS-Satelliten wird im BSH unter
sucht. Aufgrund der guten räumlichen Auflösung
von bis ca. 25 m sind diese Satellitendaten be
sonders auch für die Seevermessung und deren
strategischer Einsatzplanung von Bedeutung.
Eine HRPT (High Resolution Picture Trans-
mission)-Anlage nimmt die Daten der amerikani
schen NOAA Wettersatelliten auf und leitet sie
zur Bilderzeugung auf einen Verarbeitungsrech
ner weiter. Im Mittel werden täglich sieben Pas
sagen registriert, bearbeitet und archiviert.
1993 wurden 2504 Passagen der NOAA-Sa-
telliten auf 148 Magnetband-Kassetten regi
striert. Für jeden Überflug werden Wasserober
flächen-Temperaturwerte aus mehreren Sensor
kanälen berechnet, außerdem wird ein Über
sichtsbild (Quick-Iook) angelegt und archiviert.
Befindet sich Eis in der Ostsee, werden lau
fend Karten mit Satelliteninformationen in verge
benem Maßstab und Mercatorprojektion an den
Eisnachrichtendienst gegeben. Dadurch sind
Aussagen über die Eisausbreitung in freier See,
wo bisher keine Beobachtungen Vorlagen, erst
möglich geworden.
Der Empfangsbereich der HRPT-Anlage er
streckt sich im Süden über das ganze Mittel
meer, im Osten etwa bis zum Ural, im Norden bis
nahe an den Nordpol und im Westen auf den
Atlantik etwa bis zu einer Linie zwischen den
Azoren und der Südspitze Grönlands.
Bei Bedarf werden weitere Karten der Nord-
und Ostsee, der Belte, des Kattegats, des Ska
gerraks aber auch aus dem Europäischen Nord
meer insbesonders zur Nutzung im Eisdienst an
gefertigt.
1993 wurden mit der ESA BDDN-Station
des BSH vorverarbeitete Radarbilder (SAR -
Synthetic Aperture Radar) aufgenommen und
auf Magnetband-Kassetten (8 mm Exabyte) regi
striert. Dabei wird zwischen Bildern mit 63 MB
Inhalt, d. h. mit ca. 30m räumlicher Auflösung,
und Radarbildern von 1 MB mit ca.100 m räumli
cher Auflösung unterschieden. Die Bilddaten
stammen aus dem Empfangsbereich der ESA-
Stationen Fucino/Italien und Kiruna/Schweden
und liegen daher in Europa und dem Nordmeer.
An die Satelliten-Aufnahme-Station ist eine
UNIX-Arbeitsstation gekoppelt, auf der die SAR-
Bilddaten seit September 1993 gespeichert wer
den. Es sind in dieser Zeit 1200 Bilder von 1 MB
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