Dienste
strierlücken wurden über das digitale Ersatz
system und über das alte analoge System aufge
füllt; die Systeme wurden mit dem Protonen-
Komponenten Magnetometer (Horizontal- und
Vertikalkomponente, Totalintensität und relative
Deklination) und dem Sondentheodoliten (abso
lute Deklination) laufend kontrolliert.
Der Wingster Standard wurde mit denen
der Observatorien Fürstenfeldbruck (Universität
München) und Niemegk (Geoforschungzentrum
Potsdam) verglichen. Es zeigte sich, daß die Ab
weichungen im Rahmen der Meßunsicherheit
lagen. Eine Anschlußmessung am Observato
rium Surlari (Rumänien) - diese Station nimmt
seit 25 Jahren am laufenden Momentanwertver
gleich (siehe unten) teil - lieferte ebenfalls zufrie
denstellende Ergebnisse. Vergleichsmessungen
sind erforderlich, um Aussagen über die Stabi
lität der eigenen Bezugsniveaus zu erhalten.
Im Frühjahr wurde die Westmire neu aufge
mauert und die Nordmire repariert. Miren sind
Hochziele, deren Anpeilung die Bestimmung der
astronomischen Nordrichtung gestattet. Die ge
nannten Eingriffe waren Anlaß, die Azimute aller
Miren zu überprüfen. Dazu wurde ein sehr ge
nauer Kreiselkompaß vom Observatorium Nie
megk eingesetzt. Es ergab sich eine alarmie
rende Differenz von -0,6 Bogenminuten. Die
Ursache dafür kann nur über eine baldige unab
hängige geodätische Einmessung aller Fest
punkte des Observatoriums geklärt werden.
Die im vergangenen Jahr beschafften hoch
stabilen Variometer wurden installiert. Während
eines der Systeme bereits unterbrechungsfrei
registriert, wird das andere wöchentlich zu den
Terminen der Absolutmessungen abgelesen. Es
dient gleichzeitig dazu, Erfahrungen mit der
störunempfindlichen Lichtleitertechnik zu sam
meln. Mit der Umstellung aller wesentlichen
Datenverbindungen von konventioneller auf
Lichtleitertechnik zwischen den Meßhäusern
wurde begonnen.
Für die zukünftige digitale Registrierung der
Pulsationen wurde die notwendige Hardware be
schafft und mit dem Einbau begonnen. Auch die
Aufzeichnung der Pulsationen soll über eine
Lichtleiterverbindung zwischen Registrierelek
tronik und Rechner realisiert werden.
Zu den in größeren Abständen regelmäßi
gen Aufgaben des Observatoriums gehört die
magnetische Kartierung des Absoluthauses.
Das Absoluthaus beherbergt jene Instrumente,
mit denen insbesondere die langfristige Ände
rung der Mißweisung laufend verfolgt wird. Das
Gebäude befindet sich im Zentrum der Liegen
schaft und ist gegenüber Störungen von außen
gut abgeschirmt. Oberstes Gebot ist es, Ein
flüsse magnetischer Materialien, die den Feid-
verlauf im Inneren des Hauses verändern könn
ten, fernzuhalten. Konkreter Anlaß für eine
Überprüfung war der Einbau einer Absiche
rungselektronik gegen Einbruch und Vandalis
mus. Das Ergebnis der Vermessung ist in
Abb. 17 zu sehen. Gezeigt sind Isolinien des
Restfeldes der Totalintensität in einem Abstand
von 1 nT (das Erdmagnetfeld selbst ist 50 000
mal stärker!). Man erkennt Störquellen im
Bereich der Ost- und Westwand. Sie sind auf
bekannte, nicht ganz eisenfreie Steckdosen
zurückzuführen.
1992 wurden von Wingst aus im norddeut
schen Raum 20 Säkularpunkte geomagnetisch
55