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Full text: Jahresbericht 1993

Dienste 
strierlücken wurden über das digitale Ersatz 
system und über das alte analoge System aufge 
füllt; die Systeme wurden mit dem Protonen- 
Komponenten Magnetometer (Horizontal- und 
Vertikalkomponente, Totalintensität und relative 
Deklination) und dem Sondentheodoliten (abso 
lute Deklination) laufend kontrolliert. 
Der Wingster Standard wurde mit denen 
der Observatorien Fürstenfeldbruck (Universität 
München) und Niemegk (Geoforschungzentrum 
Potsdam) verglichen. Es zeigte sich, daß die Ab 
weichungen im Rahmen der Meßunsicherheit 
lagen. Eine Anschlußmessung am Observato 
rium Surlari (Rumänien) - diese Station nimmt 
seit 25 Jahren am laufenden Momentanwertver 
gleich (siehe unten) teil - lieferte ebenfalls zufrie 
denstellende Ergebnisse. Vergleichsmessungen 
sind erforderlich, um Aussagen über die Stabi 
lität der eigenen Bezugsniveaus zu erhalten. 
Im Frühjahr wurde die Westmire neu aufge 
mauert und die Nordmire repariert. Miren sind 
Hochziele, deren Anpeilung die Bestimmung der 
astronomischen Nordrichtung gestattet. Die ge 
nannten Eingriffe waren Anlaß, die Azimute aller 
Miren zu überprüfen. Dazu wurde ein sehr ge 
nauer Kreiselkompaß vom Observatorium Nie 
megk eingesetzt. Es ergab sich eine alarmie 
rende Differenz von -0,6 Bogenminuten. Die 
Ursache dafür kann nur über eine baldige unab 
hängige geodätische Einmessung aller Fest 
punkte des Observatoriums geklärt werden. 
Die im vergangenen Jahr beschafften hoch 
stabilen Variometer wurden installiert. Während 
eines der Systeme bereits unterbrechungsfrei 
registriert, wird das andere wöchentlich zu den 
Terminen der Absolutmessungen abgelesen. Es 
dient gleichzeitig dazu, Erfahrungen mit der 
störunempfindlichen Lichtleitertechnik zu sam 
meln. Mit der Umstellung aller wesentlichen 
Datenverbindungen von konventioneller auf 
Lichtleitertechnik zwischen den Meßhäusern 
wurde begonnen. 
Für die zukünftige digitale Registrierung der 
Pulsationen wurde die notwendige Hardware be 
schafft und mit dem Einbau begonnen. Auch die 
Aufzeichnung der Pulsationen soll über eine 
Lichtleiterverbindung zwischen Registrierelek 
tronik und Rechner realisiert werden. 
Zu den in größeren Abständen regelmäßi 
gen Aufgaben des Observatoriums gehört die 
magnetische Kartierung des Absoluthauses. 
Das Absoluthaus beherbergt jene Instrumente, 
mit denen insbesondere die langfristige Ände 
rung der Mißweisung laufend verfolgt wird. Das 
Gebäude befindet sich im Zentrum der Liegen 
schaft und ist gegenüber Störungen von außen 
gut abgeschirmt. Oberstes Gebot ist es, Ein 
flüsse magnetischer Materialien, die den Feid- 
verlauf im Inneren des Hauses verändern könn 
ten, fernzuhalten. Konkreter Anlaß für eine 
Überprüfung war der Einbau einer Absiche 
rungselektronik gegen Einbruch und Vandalis 
mus. Das Ergebnis der Vermessung ist in 
Abb. 17 zu sehen. Gezeigt sind Isolinien des 
Restfeldes der Totalintensität in einem Abstand 
von 1 nT (das Erdmagnetfeld selbst ist 50 000 
mal stärker!). Man erkennt Störquellen im 
Bereich der Ost- und Westwand. Sie sind auf 
bekannte, nicht ganz eisenfreie Steckdosen 
zurückzuführen. 
1992 wurden von Wingst aus im norddeut 
schen Raum 20 Säkularpunkte geomagnetisch 
55
	        
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