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Full text: Jahresbericht 1993

Dienste 
Die Seegangsbojen befinden sich in Kü 
stennahe bei Sylt, UFS ELBE, Helgoland und ab 
Ende 1993 bei Borkum, die drei letzteren Statio 
nen wurden in Zusammenarbeit mit den Revier 
zentralen bzw, Hafenbehörden eingerichtet und 
dienen auch zur Unterstützung der Lotsen und 
der Schiffahrt, 
Als Meßinstrumente werden verschiedene 
verankerte, wellenfolgende Bojen („Waverider“) 
eingesetzt, die die Daten per Funk zu Empfangs 
stationen bzw. über Satelliten an Land senden 
(bis 50 km). Drei der Bojen können außer der 
Wellenhöhe und -periode auch deren Ausbrei 
tungsrichtung messen. Alle drei Stunden wird 
eine spektrale Messung des Seegangs gestartet, 
bei Stürmen jede halbe Stunde. 
Da die Förschungsplattform Nordsee 1993 
abgebaut wurde, mußte die dort stationierte 
Meßstation zur „Nordseeboje II“ verlegt werden. 
Die Datenübertragung geschieht über Satelliten. 
Damit wird zugleich die Position überwacht, so 
daß die Boje bei einem Bruch der Verankerung 
leichter wiedergefunden werden kann. 
Alle Messungen können zur dauernden 
Kontrolle der Seegangsvorhersagen verwendet 
werden. Sie bilden die Grundlage für Gutachten. 
Die Meßreihen und statistischen Auswer 
tungen werden jährlich in Bänden der Reihe 
„Meereskundliche Beobachtungen und Ergeb 
nisse“ des BSH veröffentlicht. 
Für den Seegangsvorhersagedienst des 
DWD/SWA werden Weilenhöhen, -perioden und 
-richtungen für Windseegang und Dünung on 
line an das BSH und das SWA übertragen. 
Basierend auf den Seegangsvorhersagen ver 
breitet das SWA eine 60-Stunden-Vorhersage- 
karte für den Nordatlantik per Funk an die Schiff 
fahrt und bietet eine Routenberatung an. 
Seegangsvorhersag< ? 
Seit 1991 wird gemeinsam vom DWD und 
dem BSH ein Seegangsvorhersagedienst betrie 
ben. Ein numerisches Modell (Entwicklung: 
GKSS-Forschungszentrum, Geesthacht), das 
auf dem Rechner des DWD in Offenbach instal 
liert ist, errechnet aus den Windvorhersagen der 
Atmosphärenmodelle routinemäßig zweimal täg 
lich (00:00 und 12:00 UTC) Seegangsvorhersa 
gen. Der Vorhersagezeitraum beträgt 7 Tage für 
den Nordatlantik, 3 Tage für das europäische 
Schelfgebiet und 2 Tage für die Ostsee, jeweils in 
6-stündlichen Zeitschritten. Die räumliche Auflö 
sung ist 150 km im Nordatlantik, 30 km im 
Schelf- und 15 km im Ostseemodellgebiet. 
Das BSH ist zuständig für die Qualitätskon 
trolle des numerischen Modells und die Archivie 
rung der Daten für spätere Hindcast-Unter- 
suchungen und Gutachten. 
Die Verifizierung der Modellrechnungen ge 
schieht durch Vergleiche mit Meßdaten. Dabei 
werden sowohl Bojenmessungen des BSH und 
Daten aus dem GTS-Netz benutzt als auch Mes 
sungen des europäischen Forschungssatelliten 
ERS-1. Während die Bojenmessungen einen 
Vergleich zwischen Modell und Wirklichkeit an 
festen Punkten in Form von Zeitreihen erlauben, 
bieten die Satellitenmessungen annähernd eine 
Momentaufnahme eines Querschnitts durch das 
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