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Full text: Jahresbericht 1993

Meereskundliche Dienste 
Das Spektrum der routinemäßig wahrge 
nommenen Dienste reicht von der täglichen' 
Wasserstandsvorhersage für die deutsche Küste 
und der Abgabe erdmagnetischer Kennziffern 
über die während der Wintermonate ebenfalls re 
gelmäßig erscheinenden Eisberichte bis hin zu 
ereignisbezogenen Meldungen wie Sturmflut 
warnungen oder Berechnungen von Driftwegen 
über Bord gegangener Ladungsteile. 
Auf besondere Anforderungen werden Aus 
künfte, Gutachten und Stellungnahmen abgege 
ben. 
Für interne und externe Nutzer werden 
meereskundliche Daten für die Weiterverarbei 
tung aufbereitet. 
Ein wichtiger Teilbereich ist die Durch 
führung, Archivierung und Dokumentation von 
Langzeitbeobachtungen. 
Grundlage für alle Dienste sind sowohl ei 
gene als auch Fremddaten. Die Auswertungen 
werden durch die Einbeziehung operationeller 
Modelle unterstützt. 
Eisdienst 
Der Winter 1992/93 war in den deutschen 
Küstengebieten wie im übrigen Ostseeraum ein 
schwacher Eiswinter. Damit waren seit dem letz 
ten starken Eiswinter 1986/87 - abgesehen vom 
mäßigen Typ 1990/91 - nur sehr schwache bis 
schwache Eiswinter zu verzeichnen. Eis trat für 
etwa zwei bis vier Wochen in den Boddengewäs 
Dienste 
sern von Mecklenburg-Vorpommern auf (3. De 
zemberdekade bis 2. Januardekade, sowie Ende 
Januar/Anfang Februar und Ende Februar/An 
fang März). In der ersten Eisperiode kam kurzfri 
stig (bis zu einer Woche) auch in allen übrigen 
Innenfahrwassern der Ostseeküste (mit Aus 
nahme der Förden) und der Nordseeküste Eis 
vor. Die Schiffahrt in den Hauptfahrwassern ver 
lief normal; nur in den Zufahrten nach Stralsund 
behinderte das Eis zeitweise Schiffe mit nied 
riger Maschinenleistung. 
Die deutschen Eisbeobachtungen des Win 
ters 1992/1993 wurden in die Eisdatenbank über 
nommen. Die Daten von der mecklenburg-vor- 
pommerschen Küste aus früheren Jahren 
wurden für den Zeitraum 1956/57 bis 1992/93 
weitgehend statistisch (Tabellen, Diagramme) für 
eine Veröffentlichung aufbereitet. Mit der statisti 
schen Bearbeitung der klimatologischen Eiskar 
ten von der westlichen Ostsee aus den vergan 
genen 30 Jahren wurde begonnen. 
Für den Betrieb des Seegangsvorhersage 
modells (S. 51) erhielt der DWD wieder zwei bis 
viermal wöchentlich Gitterpunktwerte über die 
Eisverteilung im Nordatlantischen Ozean und in 
der Ostsee. Für vier Seekarten wurden neue Eis 
grenzen konstruiert. 
Erstmals standen für die Erfassung der Eis 
verhältnisse in der Ostsee Radaraufnahmen des 
Europäischen Erderkundungssatelliten ERS-1 
zur Verfügung (S. 61). 
Die Eisberichtstätigkeit (Herausgabe ge 
druckter Eisberichte und Eiskarten) begann am 
16. November 1992 und endete am 25. Mai 1993. 
Das Seewetteramt erhielt weiterhin Eiskarten 
vom Neufundlandbank-Gebiet für Bildfunksen- 
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