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Full text: Jahresbericht 1993

Meereskunde 
renden Schiffsstationen, wird die Brutto-Gam- 
mastrahlenaktivität direkt im Meerwasser mit 
NaJ-Detektoren gemessen. Die effektive Nach 
weisgrenze der Uberwachungsmessungen be 
trägt, abhängig von den Gegebenheiten am 
Meßort, ca. 1 Bq/I (bezogen auf K-40 Gamma). 
Die Meßwerte werden von den festen Überwa 
chungsstationen regelmäßig via Satellit bzw. 
Telefonmodem in den Meßnetz-Rechner des 
BSH in Hamburg übertragen. 
Die Hochsee-Stationen werden im Zusam 
menhang mit dem ozeanographischen Meßnetz 
des BSH betrieben. Sie sind auf unbemannten 
Geräteträgern (Feuerschiffersatz-Systeme, Boje, 
Leuchtturm, Meßpfahl) aufgebaut. Die Stationen 
sind mit automatischen Probennehmern zur 
Alarmprobennahme ausgerüstet. Die Küsten- 
Stationen nutzen feste Einrichtungen an der Kü 
ste (Hafenpier, Pegelschacht, Seebrücke, Meer 
wasserentnahmestelle). Die Alarmprobennahme 
wird dort von ständig erreichbarem Personal 
wahrgenommen. Darüber hinaus sind 4 Schiffe 
des BSH als fahrende Stationen mit Meßnetz 
geräten ausgerüstet, um im Ereignisfall „Spots“ 
hoher Radioaktivität oder Radioaktivitäts-Quel 
len im Meer auffinden und vermessen zu kön 
nen. 
Der Leitsteilen-Rechner im BSH sammelt 
und bewertet automatisch die von den Meßnetz 
stationen kommenden Meßwerte. Sind die ein 
gestellten Alarmkriterien erfüllt, wird automatisch 
ein innerbetrieblicher Alarm ausgelöst. Nach 
Überprüfung der erhöhten Meßwerte durch Ana 
lyse der Alarmprobe wird gegebenenfalls eine 
Warnmeldung an die Zentralstelle des Bundes in 
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IMIS weitergeleitet. Außerdem werden die ein 
laufenden Überwachungsdaten regelmäßig für 
IMIS geprüft und ausgewertet. 
Der Ausbau des Stationsnetzes wurde mit 
der Errichtung von drei neuen Stationen in der 
Ostsee vor der Küste Mecklenburg-Vorpom 
merns abgeschlossen. Die Meßsonden der bei 
den neuen Küstenstationen sind wegen der dort 
herrschenden geringen Wassertiefe mit Druck 
pegeln ausgerüstet, um bei der Auswertung der 
Meßergebnisse den von der Höhe der abschir 
menden Wasserüberdeckung abhängigen 
Höhenstrahlenanteil kompensieren zu können. 
Abbildung 14 zeigt die Impulsratenregistrie 
rung der Gammastrahlung auf der Station 
GREIFSWALDER OIE (Stat. Nr. 12) im Monat 
Dezember 1993. Die Variabilität der gezeigten 
Registrierung ist nicht auf künstliche Radioakti 
vität sondern auf Änderungen der natürlichen 
Umgebungsstrahlung zurückzuführen. Das ge 
genläufige Verhalten von abschirmender Was 
serhöhe über der Sonde gegenüber dem gemes 
senen Impulsratenverlauf zeigt den Einfluß der 
Höhenstrahlung auf den Meßwert. Die kurzzeiti 
gen Impulsraten-Spitzen stammen von natürli 
chen Radon-Tochternukliden, die mit dem Re 
gen aus der Atmosphäre in das Meer gelangen. 
Sie können eine Aktivität von einigen 100 Bq/I 
erreichen, sind aber aufgrund ihrer kurzen Halb 
wertszeit von der zu überwachenden künstlichen 
Radioaktivität zu unterscheiden. 
1993 wurde im Radioaktivitätsmeßnetz 
keine erhöhte künstliche Radioaktivität regi 
striert.
	        
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