Überwachung
Sturmwetterlagen erlaubten im Januar nur an 7
Stationen erfolgreich zu arbeiten. Infolge des
Eindringens zentralen Nordseewassers in die
Deutsche Bucht erniedrigte sich die Konzentration
organischer Schadstoffe vor der nordfriesischen
Küste deutlich. Auf den anderen Reisen
traten wetterbedingte Störungen nicht auf. Der
Vergleich von Daten aus der gleichen Jahreszeit
mit solchen aus vergangenen Jahren belegt die
hohe natürliche Variabilität von Schadstoffkonzentrationen
im Meeresbereich. In der Deutschen
Bucht mit der Elbe als dominierender Eintragsquelle
hat die Variabilität der Emissionen
erheblich zugenommen, seit der Prozeß der wirtschaftlichen
Umgestaltung in den neuen Bundesländern
begonnen hat. Trendschlüsse aus
den derzeitigen Daten sind daher gegenwärtig
nicht möglich.
Im Mai wurde die gesamte Nordsee auf einem
äquidistanten Netz mit 55 Stationen quasi
synoptisch für Wasser beprobt. An 19 Positionen
mit vorwiegend feinkörniger Bodenbeschaffenheit
wurden Proben des Oberflächensediments
mit einem Kastengreifer gezogen. Auf 16 Fahrtstrecken
zwischen den Stationen wurde ein Neustonschlitten
eingesetzt, um die Verteilung und
Zusammensetzung von treibenden Teerballen zu
ermitteln. Auf allen Stationen wurden hydrographische
Daten mit einer CTD-Sonde bestimmt.
Die Teilnahme an der Interkalibrationsrunde
von organischen Schadstoffen im Sediment
- durchgeführt in dem von der EU finanzierten
Projekt QUASIMEME - wurde fortgeführt.
In diesem Projekt werden EU-Länder und Länder,
die Zugang zum EU-Meer haben (EFTA-Länder)
beteiligt.
Durch Bemühungen aus Deutschland gelang
es, diejenigen Ostseeanlieger, die weder EU
noch EFTA-Ländersind, zusätzlich als informelle
Teilnehmer in das QUASIMEME-Projekt einzubeziehen.
Überwachung auf Erdöl-Kohlenwasserstoffe
Als Routineüberwachung wurden im Januar,
April und September jeweils einwöchige
Fahrten in die Deutsche Bucht durchgeführt, wobei
das im TUVAS/OPTINOM-Programm benutzte
Stationsnetz beprobt wurde. Auf diese
Weise wurde die dort begonnene Zeitreihe fortgeführt.
Im Juni/Juli erfolgte eine Gesamtaufnahme
der Nordsee. Besondere Aufmerksamkeit wurde
auf dieser Fahrt auf das Gebiet um die Shetland-Inseln
gelegt, wo im Januar 1993 der Tanker
BRAER strandete und 85 000 t Rohöl ins Meer
gelangten. Es war auch in unmittelbarer Nähe
des Unfallortes kein signifikant erhöhter Kohlenwasserstoffgehalt
in der Wassersäule feststellbar.
Im August/September wurde eine dreiwöchige
Gesamtaufnahme der Ostsee durchgeführt.
Hierbei wurden auch die Routinestationen
in der westlichen Ostsee beprobt, die im Rahmen
des Baltic Monitoring Programme seit 1983
untersucht werden.
Zur Untersuchung der chronischen Belastung
des Meerwassers durch gelöste, dispergierte
und an Schwebstoffen adsorbierte Kohlenwasserstoffe
wurden die folgenden Methoden
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