tion auf 77 Stationen zwischen den Neufund
landbänken und dem Kanal gemessen.
In der Deutschen Bucht traten im Sommer
1993 keine besonders niedrigen Sauerstoffkon
zentrationen auf, auch nicht während der ab
schließenden Überwachungsfahrt im September
(GAUSS-Fahrt Nr. 228), Alkalinität und pH-Wert
lagen ebenfalls in dem zu erwartenden Bereich.
Durch die langanhaltenden, zum Teil orkan
artigen Westwinde im Januar kam es in der Ost
see zu einem starken Einstrom sauerstoff
reichen Wassers aus der Nordsee. Während der
folgenden Monate strömte dieses Wasser am
Boden der Ostsee zunächst nach Osten, dann in
die Danziger Bucht und um Gotland herum bis in
das Gebiet südlich von Stockholm. Eine solche
Erneuerung des bodennahen Wassers der Ost
see hatte seit Ende der 70er Jahre nicht mehr
stattgefunden. Daher wurde die Sauerstoff-
Situation in der westlichen und mittleren Ostsee
im Juli sowie in der gesamten Ostsee vom 6. bis
28. August während der GAUSS-Fahrt Nr. 227
untersucht.
Diese Fahrt diente auf Empfehlung der Hel
sinki-Kommission einer Baseline Study zur
weiträumigen Bestimmung von Schadstoffen,
Kohlendioxid, Alkalinität, pH-Wert, Sauerstoff
und Schwefelwasserstoff. An den meisten der
insgesamt 60 Stationen wurden in den tieferen
Schichten wesentlich höhere Sauerstoffkonzen
trationen als in den Vorjahren gefunden. Schwe
felwasserstoff trat nur an drei Stationen auf. So
gar im Landsorttief (zwischen Stockholm und
Gotland) wurde diesmal in der gesamten Was
sersäule bis 430 m Tiefe Sauerstoff und kein
Schwefelwasserstoff angetroffen. Auch an den
Überwachung
Überwachungsstationen der westlichen Ostsee
trat kein Schwefelwasserstoff auf.
Erneute Messungen während der GAUSS-
Fahrt Nr. 233 B im Dezember zeigten bereits
einen leichten Rückgang der Sauerstoffkonzen
tration und Zunahme der Schwefelwasserstoff
konzentration in den tieferen Wasserschichten
der zentralen Ostsee.
Auf See und im Labor wurden die Arbeiten
zur Optimierung der Analysemethoden fortge
setzt. Interkalibrationsmessungen im Rahmen
des Qualitätssicherungsprojekts QUASIMEME
der EG verliefen sehr erfolgreich. Zum Erfah
rungsaustausch mit den Ostseeanliegerstaaten
fand vom 5. bis 8. Oktober im Laboratorium
Sülldorf ein ICES/HELCOM-Workshop über die
Qualitätssicherung der Überwachungsmessun
gen statt. Dabei informierte das BSH u. a. über
seine Methoden, mögliche Probleme und Kon-
trollroutinen.
Überwachung auf Schwermetalle: Meerwasser
und Schwebstoffe
Die Verpflichtungen des BSH zur Überwa
chung des Meerwassers und der in den Wasser
proben enthaltenen Schwebstoffe auf Schwer
metalle und andere schädliche Spurenelemente
wurden auch im Jahre 1993 erfüllt. Sie entstehen
aus dem Joint Monitoring Programme (JMP) der
bisherigen Übereinkommen von Oslo und FWis,
aus dem gemeinsamen Bund/Länder-Meßpro-
gramm für die Küstengewässer der Nordsee
(BLMP) und aus der Richtlinie der EU zur Über
wachung der Abwässer aus der Titandioxid-In-
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