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Metadata: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 54 (1926)

v.d. Vring, E.: Die Methode der Senkrechtstellung der Spiegel eines Sextanten usw, 239 
Sonnenrandbeobachtungen nachgeprüft, der größte beobachtete Indexfehler betrug 
danach bei einigen Sextanten 15”, der Mittelwert sämtlicher Sextanten 5”. 
Bei einer weiteren Sextantenreihe wurde der große Spiegel nach Kollimatoren 
senkrecht gestellt und darauf der kleine Spiegel nach Deckung des direkt gesehenen 
Sonnenbildes mit dem Spiegelbild parallel gestellt und der Indexfehler beseitigt, 
Bei dieser sehr ermüdenden Methode betrug die Abweichung des kleinen Spiegels 
von der Senkrechten im Höchstwert 1’ 50”, während der verbliebene Indexfehler 
im Höchstwert 1’ 830” war, 
Eine kleinere Anzahl von Instrumenten wurde von der Firma C, Plath vor 
Einlieferung auf der Deutschen Seewarte nach den in dortiger Werkstatt befind- 
lichen Kollimatoren eingestellt und besondere Sorgfalt beim Transport dieser 
Instrumente verwendet, um eine Änderung der Spiegeleinstellung zu verhüten, 
Bei der Einlieferung auf der Deutschen Seewarte war bei allen Instrumenten durch 
Gradbogenspiegelung keine Neigung des großen Spiegels erkennbar, Eine Nach- 
prüfung der Einstellung auf dem beschriebenen Plathschen Instrumente ergab 
bei einigen Instrumenten geringe Abweichung der Spiegeleinstellung, beim großen 
Spiegel zwischen 20” und 50” Neigung, der kleine Spiegel stand in allen Fällen 
genkrecht, Der verbliebene Indexfehler betrug am Kollimator im Höchstfall 20”, 
nach terrestrischem Objekt bis 50”, nach Sonnenrandbeobachtungen bis 12”, 
Bei einer weiteren Reihe von Spiegelinstrumenten wurden nach Kollimatoren 
Spiegel eingestellt und Indexfehler beseitigt, Hinterher wurde der Indexfehler 
bei einigen Instrumenten nach terrestrischem Objekt und bei allen nach Sonnen- 
randbeobachtungen bestimmt; nach terrestrischer Methode war der Höchstwert 
des Indexfehlers 1’, nach Sonnenrandbeobachtungen schwankte der Wert von —15” 
bis 415". Mit einigen von diesen Instrumenten wurde bei Dunkelheit ein direkt 
gesehener Stern mit seinem Spiegelbild in Deckung gebracht und bei allen In- 
strumenten dieser Reihe das gleiche Verfahren mit dem Sonnenbild vorgenommen, 
Die Deckung war bei allen Instrumenten vollkommen und Indexfehler == 0. 
Bei einer Reihe von Sextanten, die vom Einlieferer nach Gradbogenspiegelung 
und terrestrischen Objekten eingestellt waren, wurden die Abweichungen der Spiegel- 
einstellung im Kollimator festgestellt und die Stellung des großen Spiegels nach 
Gradbogenspiegelung nachgeprüft. Bei einer nicht unerheblichen Anzahl dieser 
Reihe waren erkennbare Neigungen des großen Spiegels vorhanden, die sich zwischen 
5’ bis 8’ bewegten, wie sich bei der Nachprüfung der Spiegeleinstellung mit Kolli- 
matoren ergab, beim kleinen Spiegel ergaben sich Höchstwerte von 6’ bis 7. Der 
durch die Kollimatoren festgestellte Indexfehler schwankte zwischen den Grenz- 
werten von +1’ 50” bis — 1‘ 30”, 
Aus diesen Vergleichsmessungen ergibt sich, daß die Genauigkeit der Spiegel. 
einstellung mittels der Kollimatoren der Einstellung nach terrestrischen oder astro- 
nomischen Objekten ohne Zweifel überlegen ist, Man muß sich jedoch die Frage 
vorlegen, ob diese größere Genauigkeit notwendig ist, ob nicht die Genauigkeit 
hach terrestrischen oder astronomischen Objekten für die Praxis vollkommen 
hinreichend ist; diese Frage ist zu bejahen. Die Einstellung des großen Spiegels 
nach Gradbogenspiegelung läßt sich so genau ausführen, daß bei einigermaßen 
Übung sich eine Neigung von 6‘ bis 7’ erkennen und beseitigen läßt; eine Neigung 
von 7’ ruft jedoch bei einem gemessenen Winkel von 120° erst einen Fehler von 
1" hervor. Beim kleinen Spiegel läßt sich die Parallelstellung ebenfalls mit hin- 
reichender Genauigkeit nach terrestrischen oder astronomischen Objekten erreichen, 
Der vom Fabrikanten beabsichtigte Hauptzweck des Instrumentes, sich unab- 
hängig von jeder Wetterlage zu machen, wird voll und ganz erfüllt, Für eine Prüfungs- 
stelle, die tagaus, tagein mit der Prüfung von Sextanten vollauf beschäftigt ist, 
dürfte ein solches Instrument von großem Wert sein, es würde verhindern, daß bei 
unsichtigem Wetter eine Stockung in der Erledigung der Prüfungen eintritt. 
Das Ideal für eine Prüfungsstelle wäre eine Kombination des Prüfungs- 
apparates zur Feststellung der Exentrizität mit der Vorrichtung zur Senkrecht- 
und Parallelstellung der Spiegel; eine Lösung dieses Problems scheint das von 
R. Winters in Heft 12, 1925, dieser Zeitschrift beschriebene Instrument der 
Ascania-Werke zu sein.
	        
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