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Full text: Jahresbericht 1993

Überwachung 
tion des Meeres einerseits durch die europäi 
schen Wiederaufarbeitungsanlagen in La Hague 
(Frankreich), Dounreay (Schottland) und Sella- 
field (England), andererseits durch den Reaktor 
unfall von Tschernobyl im Jahre 1986 in Nord- 
und Ostsee zu verfolgen. Für die Untersuchung 
des Wassers dienten besonders die Nuklide Cs 
134 (Halbwertszeit T = 2,05 a), Cs 137 (T = 30 a), 
Sr 90 (T = 29 a), Tc 99 (T = 210 000 a), Tritium 
(T = 12 a), Pu 239/240 (T = 24 000 bzw. 6500 a), 
Pu 238 (T = 88 a) und Am 241 (T = 433 a) als 
Leitnuklide zur Verfolgung der verschiedenen 
Kontaminationen des Meerwassers. 
Zur Beurteilung der großräumigen Vertei 
lung künstlicher Radionuklide und zur frühzeiti 
gen Vorhersage einer möglichen Verfrachtung ei 
ner höheren Radioaktivitätskonzentration in den 
deutschen Küstenbereich durch Meeresströ 
mungen wurden im Kanal, in der südlichen Nord 
see, im Skagerrak, im Kattegat und in der westli 
chen und zentralen Ostsee Wasserproben 
entnommen. In der Nordsee lag die Konzentra 
tion der künstlichen Radioaktivität sehr niedrig, 
da die Wiederaufbereitungsanlage Sellafield die 
radioaktiven Einleitungen in die Irische See wei 
ter reduziert hat. Die Radioaktivität ist damit ein 
gutes Beispiel internationaler Bemühungen zur 
Verringerung von Schadstoffeinleitungen in die 
Meeresumwelt. 
Im Wasser der Nordsee war 1993 die Kon 
tamination durch den Reaktorunfall von Tscher 
nobyl nur noch im Bereich des nördlichen Ska 
gerraks durch den Ausstrom aus der Ostsee 
nachweisbar. 
An den Positionen der ehemaligen Feuer 
schiffe BORKUMRIFF und ELBE 1 wurden wei 
terhin monatlich Wasserproben entnommen und 
auf ihren Gehalt an Cs 137 und Sr 90, den im 
Meerwasser radiologisch wichtigsten Nukliden, 
untersucht. Für Cs 137 wurden hierbei Akti 
vitätskonzentrationen bis Oktober 1993 zwi 
schen 5,0 und 7,9 mBq/l und für Sr 90 zwischen 
7,9 und 15,0 mBq/l bestimmt. Die Tc 99- 
Aktivitätskonzentrationen in der Deutschen 
Bucht lagen 1993 um 0,5 mBq/l, wobei die höhe 
ren Werte an den küstennaheren Stationen, die 
stärker durch die Wiederaufbereitungsanlage La 
Hague beeinflußt werden, gemessen wurden. 
Die Verteilung der Aktivitätskonzentration des Pu 
239/240 im November 1992 ist in Abb. 3 darge 
stellt. Während sich durch die Einleitungen der 
Wiederaufarbeitungsanlagen für den Kanal und 
die südliche und zentrale Nordsee geringfügig 
erhöhte Plutoniumkonzentrationen ergeben, lie 
gen die Werte im Bereich der Deutschen Bucht 
im allgemeinen im Konzentrationsbereich des 
Fallouts (10-15 mBq/m 3 ). 
Die Kontamination der Ostsee mit künstli 
chen Radionukliden war in den Jahren bis 1986 
hauptsächlich durch die oberirdischen Kernwaf 
fentests der sechziger Jahre bestimmt. Nach 
dem Unfall von Tschernobyl hat sich das Inven 
tar der Ostsee an künstlichen Radionukliden 
stark erhöht. Dieser Eintrag wird in der Ostsee 
über längere Zeit verbleiben, da der Wasseraus 
tausch mit dem Nordatlantischen Ozean durch 
die dänischen Meerengen eingeschränkt ist. 
Dementsprechend ging die Kontamination der 
Ostsee nach dem Reaktorunfall nur langsam 
zurück, wobei in der westlichen Ostsee bis 1989 
sogar ein leichter Anstieg der Aktivitätskonzen 
tration von Cs 137 durch das Vordringen höher 
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