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Full text: Jahresbericht 1993

werden, jede dadurch ermöglichte Konfiguration 
stellt jedoch eine Einzellösung dar. 
Die einzustelienden Anpassungsparameter 
sind auf der Seite der Funknavigationsempfän 
ger häufig nicht gegen versehentliche Verände 
rungen zu schützen. Neben einer umfassenden 
technischen Beschreibung der Schnittstellen 
konfiguration sind daher auch ständige Kontrol 
len erforderlich, um einen sicheren Betrieb an 
Bord gewährleisten zu können. 
Zu Lasten einer plausiblen und jederzeit 
überschaubaren Funktionalität gehen solche 
„Lösungsansätze“, die z. B. als Ersatz für feh 
lende Statusinformationen im Datentelegram 
men auf der Datenempfangsseite den Statuszu 
stand „gültig“ fest programmieren. Das ver 
meintlich vorhandene Gültigkeitskriterium kann 
nicht in zusätzliche Betriebssicherheit umgesetzt 
werden, vielmehr entstehen nicht erkennbare 
Unsicherheiten. 
Wesentlich bessere Ergebnisse für einen si 
cheren Betrieb lassen sich im Freiraum bisher 
nicht beschriebener Schnittstellenanforderungen 
durch gezielt und zweiseitig vereinbarte herstel 
lerspezifische Datensätze erwirken. Insbeson 
dere für den Transport von Soll- und Istdaten, 
Steuerbefehlen, Grenzwertbedingungen und 
Alarmzuständen zwischen den funktionalen 
Komponenten der automatischen Schiffssteue 
rung sind solche Sondervereinbarungen erfor 
derlich und werden mit gutem Erfolg verwirklicht. 
Die Version 2.0 NMEA 0183 beschreibt im 
Hauptteil 56 Datensätze für die Verwendung im 
Zusammenhang mit nautischen Systemen, Anla 
gen und Geräten sowie mit Kommunikationsein 
richtungen und Maschinenanlagen. Weitere 64 
veraltete Datensätze werden übergangsweise 
Schnittstellen 
zusätzlich beschrieben. Die Zahl der bisher ver 
einbarten herstellerspezifischen Datensätze ist 
nicht bekannt. Daneben werden von den Herstel 
lern nicht vereinbarte Datensätze verwendet. 
Allein eine einzelne GPS NAVSTAR Naviga 
tionsanlage aus dem kommerziellen Marktseg 
ment stellt bis zu 29 verschiedene Datensätze 
bzw. Datensatzvariationen auf der eigenen Ex 
portschnittstelle bereit. 
Die große Anzahl von Datensätzen und Da 
tensatzvariationen läßt den Umfang des Prüfauf 
wandes erkennen, der im wesentlichen unter dy 
namischen Prüfbedingungen geleistet werden 
muß, damit auch wechselnde Sytemkonfigura- 
tionen und Funktionalitätsanforderungen sicher 
heitsgerecht beurteilt werden können. 
Die Bemühungen um Vereinheitlichung und 
Fortschreibung der Spezifikationen von Navigati 
onsdatenschnittstellen können einen wichtigen 
Beitrag für die laufende Verbesserung der Si 
cherheit des Datentransportes innerhalb der Na 
vigationssysteme leisten. Gleichzeitig scheint es 
jedoch unvermeidbar, daß sich daraus zusätzli 
che Inkompatibilitätsprobleme sowohl für die 
Hardware als auch für die Dateninhalte ergeben. 
Mischformen aus beiden Inkompatibilitätsursa 
chen werden den Aufwand der Prüfbehörde wei 
ter erhöhen. Prüfungen und Zulassungen wer 
den mit Einzelfallbetrachtungen hoch belastet. 
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