werden, jede dadurch ermöglichte Konfiguration
stellt jedoch eine Einzellösung dar.
Die einzustelienden Anpassungsparameter
sind auf der Seite der Funknavigationsempfän
ger häufig nicht gegen versehentliche Verände
rungen zu schützen. Neben einer umfassenden
technischen Beschreibung der Schnittstellen
konfiguration sind daher auch ständige Kontrol
len erforderlich, um einen sicheren Betrieb an
Bord gewährleisten zu können.
Zu Lasten einer plausiblen und jederzeit
überschaubaren Funktionalität gehen solche
„Lösungsansätze“, die z. B. als Ersatz für feh
lende Statusinformationen im Datentelegram
men auf der Datenempfangsseite den Statuszu
stand „gültig“ fest programmieren. Das ver
meintlich vorhandene Gültigkeitskriterium kann
nicht in zusätzliche Betriebssicherheit umgesetzt
werden, vielmehr entstehen nicht erkennbare
Unsicherheiten.
Wesentlich bessere Ergebnisse für einen si
cheren Betrieb lassen sich im Freiraum bisher
nicht beschriebener Schnittstellenanforderungen
durch gezielt und zweiseitig vereinbarte herstel
lerspezifische Datensätze erwirken. Insbeson
dere für den Transport von Soll- und Istdaten,
Steuerbefehlen, Grenzwertbedingungen und
Alarmzuständen zwischen den funktionalen
Komponenten der automatischen Schiffssteue
rung sind solche Sondervereinbarungen erfor
derlich und werden mit gutem Erfolg verwirklicht.
Die Version 2.0 NMEA 0183 beschreibt im
Hauptteil 56 Datensätze für die Verwendung im
Zusammenhang mit nautischen Systemen, Anla
gen und Geräten sowie mit Kommunikationsein
richtungen und Maschinenanlagen. Weitere 64
veraltete Datensätze werden übergangsweise
Schnittstellen
zusätzlich beschrieben. Die Zahl der bisher ver
einbarten herstellerspezifischen Datensätze ist
nicht bekannt. Daneben werden von den Herstel
lern nicht vereinbarte Datensätze verwendet.
Allein eine einzelne GPS NAVSTAR Naviga
tionsanlage aus dem kommerziellen Marktseg
ment stellt bis zu 29 verschiedene Datensätze
bzw. Datensatzvariationen auf der eigenen Ex
portschnittstelle bereit.
Die große Anzahl von Datensätzen und Da
tensatzvariationen läßt den Umfang des Prüfauf
wandes erkennen, der im wesentlichen unter dy
namischen Prüfbedingungen geleistet werden
muß, damit auch wechselnde Sytemkonfigura-
tionen und Funktionalitätsanforderungen sicher
heitsgerecht beurteilt werden können.
Die Bemühungen um Vereinheitlichung und
Fortschreibung der Spezifikationen von Navigati
onsdatenschnittstellen können einen wichtigen
Beitrag für die laufende Verbesserung der Si
cherheit des Datentransportes innerhalb der Na
vigationssysteme leisten. Gleichzeitig scheint es
jedoch unvermeidbar, daß sich daraus zusätzli
che Inkompatibilitätsprobleme sowohl für die
Hardware als auch für die Dateninhalte ergeben.
Mischformen aus beiden Inkompatibilitätsursa
chen werden den Aufwand der Prüfbehörde wei
ter erhöhen. Prüfungen und Zulassungen wer
den mit Einzelfallbetrachtungen hoch belastet.
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