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Full text: 24, 1901

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1901 No. 3 — 
Die Tabelle des jährlichen Temperaturganges III bestätigt im einzelnen die Angaben, die bei der Ein 
teilung der Stationen nach den Klimatypen gemacht worden sind. Man erkennt die starke Verspätung des 
Sommer-Maximums in Tanga, die die Station dem Kapverden-Tvpus anreiht. Was den Uebergang aus dem 
europäischen Typus mit Maximum 1—2 Monate nach der Sonnenwende zum indischen mit Maximum vor 
der Sonnenwende anlangt, so sind Uebergangs-Stationen vorhanden, bei denen das Maximum zeitlich zwischen 
beiden Lagen erscheint (z. Б. Kilossa). Vielfach aber weisen hohe Temperatur sowohl der Februar, als der 
Dezember auf, durch einen kühleren Januar getrennt. Dies Minimum mitten im Sommer ist durch die 
äquatoriale Lage der Kolonie hervorgerufen, für die auch die Sommersonnenwende eine Zeit niedrigeren 
Sonnenstandes bedeutet. Am schärfsten tritt dies in den Zahlen der Station Muanza hervor, wo die wärmsten 
Monate März und September dem Zenitlidurchgang der Sonne entsprechen und zur Zeit der Sommersonnen 
wende die Temperatur am niedrigsten ist. 
B. Sonnenstrahlungs-Temperatur. 
Regelmässige Beobachtungen der Sonnenstrahlungs - Temperatur mit dem Schwarzkugel-Thermometer 
liegen nur aus Daressalam vor, und sonst sind einige auf Reisen vorgenommen worden. Der höchste ab 
solute Werth in Daressalam wurde im Dezember 1897 mit 66?5 abgelesen; derselbe Monat zeigte auch das 
höchste mittlere Maximum mit 62?4. Den Gang des mittleren Maximums im Jahr und die höchsten beob 
achteten Wertlie der einzelnen Monate giebt die folgende Zusammenstellung; die Ziffern in Klammern geben 
die Anzahl der Beobachtungsmonate. 
Daressalam. Sonnenstrahlungs - Temperatur. 
Jan. Febr. März April Mai Juni Juli August Sept. Okt. Nov. Dez. Jahr 
Mittel 57.4 (1) 57.1 (1) 58.1 (1) 56.1 (1) 52.7 (2) 54.3 (2) 54.1 (2) 54.8 (2) 55.6 (2) 55.4 (3) 57.9 (3) 59.9 (3) 56.1 
Maximum . 64.8 61.3 62.0 61.5 62.6 58.4 5S.3 58.2 59.1 62.4 65.6 66.5 66.5 
In dem sehr regenreichen Mai 1899 (375.4 mm #) betrug das Mittel nur 49?3; der merkwürdig trockene 
Mai 1898 (56.3 mm ü) gleicht dies aber wohl aus. Der heisse Dezember 1897, der auch durch seine heissen 
Nächte besonders sich auszeichnete, brachte nur 3.8 mm Regen. 
Ueber den täglichen Gang der Strahlungs-Temperatur wurden im November und Dezember 1897 Be 
obachtungen gemacht. Danach fiel das Maximum ziemlich genau auf den Mittag und die Strahlungs-Tem 
peratur lag im Mittel von 7 h 40 m a. m. bis 4 h 25 m p. m. über 50°; während derselben Zeit etwa (meist etwas 
länger) piiegt man an der Küste den Tropenhut zu tragen. Beobachtungen, die Geheimrath Koch in Kwai 
im Dezember 1897 machte, lassen es als wahrscheinlich erscheinen, dass dort die Strahlungs-Temperatur 60° 
kaum erreicht. Die höchste dort beobachtete Temperatur war 59?5 am 25. Dez. 1897 um 1?*, 55° wurden 
in diesen sehr heissen Tagen öfters überschritten. 
Auf der Reise zum Kilimandjaro, die ich von Mitte Januar bis Ende März 1898 ausführte, also in 
trockener und lieisser Zeit, habe ich Strahlungs-Temperaturen über 60° häufig abgelesen. Die folgende 
Tabelle giebt eine Zusammenstellung von solchen Beobachtungen, wobei zu berücksichtigen ist, dass die 
Zahlen nur untere Grenzen angeben, da das Thermometer keine Maximum-Einrichtung besass und die Tages 
zeit der Beobachtungen sich nach der Lage der Raststunden richten musste. 
(Tab. V siehe S. 15.) 
Das Zeichen > soll ausdrücken, dass die Sonne zur Zeit der Beobachtung nicht völlig unverschleiert 
schien. Die Zahlen zeigen, dass der Unterschied zwischen der Luft- und der Sonnenstrahlungs-Temperatur 
hei hohem Sonnenstand 30°, sogar 35° überschreiten kann. Besonders auffallend ist die in einer Höhe von 
3685 Metern bereits um ll h 15™ a. m. erreichte Temperatur von 45?3 bei 1()?1 Lufttemperatur; mit den von 
E. Frankland in Diavolezza (2980 Meter hoch) gefundenen Zahlen, 59?5 in der Sonne bei 6?0 im Schatten, 
ist unser Beispiel allerdings noch nicht zu vergleichen.
	        
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